„Luke hat diese Phil-Taylor-artige Saisonplanung komplett verinnerlicht“ – Paul Nicholson zieht bemerkenswerten Vergleich

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 17 Juli 2026 um 10:00
Paul Nicholson
Luke Littler steht vor einer richtungsweisenden Phase der Darts-Saison. Der 19-jährige Engländer startet am Samstag in Blackpool in die Mission Titelverteidigung beim World Matchplay – und geht laut Experten dabei mit einer Strategie an den Start, die stark an jene des größten Spielers der Darts-Geschichte erinnert: Phil Taylor.
Littler spielt erneut eine außergewöhnliche Saison. Die aktuelle Nummer eins der Welt gewann 2026 bereits die Darts WM, das Masters, die UK Open, die Premier League Darts sowie den World Cup of Darts. Damit ist sogar ein historischer „Clean Sweep“ aller großen PDC-Majors in Reichweite.

Phil-Taylor-Strategie statt Dauerbelastung?

Um dieses einmalige Kunststück perfekt zu machen, muss Littler in den kommenden Monaten seine Titel beim World Matchplay, World Grand Prix, Grand Slam of Darts und den Players Championship Finals erfolgreich verteidigen. Der einzige große Titel, der auf seiner beeindruckenden Erfolgsliste noch fehlt, ist die European Championship.
Luke Littler posiert mit der Phil Taylor Trophy.
Luke Littler steht beim World Matchplay vor der nächsten Bewährungsprobe – gelingt die Titelverteidigung, rückt eine historische Saison in greifbare Nähe.
Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: In dieser Saison hat Littler bislang kein einziges Players-Championship-Turnier bestritten. Alle 24 bisher ausgetragenen Pro-Tour-Events ließ er aus. Damit bleiben ihm nur noch zehn Turniere, um sich überhaupt für die Players Championship Finals in Minehead zu qualifizieren.
Für Ex-Profi Paul Nicholson ist das keineswegs Zufall. Er erkennt darin deutliche Parallelen zur Turnierplanung von Phil Taylor in den letzten Jahren dessen Karriere. „Luke hat diese Phil-Taylor-artige Saisonplanung inzwischen komplett verinnerlicht. Er spielt weniger Turniere, sorgt aber dafür, dass er bei den Majors in Topform ist“, sagte Nicholson im Podcast Love the Darts.
Der frühere Major-Sieger ist zudem überzeugt, dass Littler seinen Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste in den kommenden Monaten weiter ausbauen wird. „Wenn man sieht, wie viel Preisgeld er demnächst zu verteidigen hat, ist das eigentlich überraschend wenig. Gleichzeitig muss Luke Humphries große Summen verteidigen. Sofern Littler nicht früh ausscheidet – und das erwartet eigentlich niemand – wird sein Vorsprung nur noch größer.“
Dass Littler auf der ProTour kaum in Erscheinung tritt, bedeutet allerdings nicht, dass er weniger spielt. In den vergangenen Wochen war der Engländer unter anderem bei der World Series of Darts in den USA im Einsatz und absolvierte zusätzlich verschiedene Promotiontermine.

Lockt die Jagd auf den perfekten Titel-Sweep?

Darts-Moderator Michael Bridge hält es dennoch für möglich, dass Littler seine Planung im weiteren Saisonverlauf noch einmal überdenkt – vorausgesetzt, er verteidigt seinen Titel beim World Matchplay erfolgreich. „Ich schließe keineswegs aus, dass er doch Players-Championship-Turniere spielt. Wenn er das Matchplay gewinnt, will er vielleicht wirklich alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt“, erklärte Bridge.
Vor allem Littlers Ehrgeiz könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. „Wir wissen, wie ehrgeizig Luke ist. Wenn er sich ein Ziel setzt, verfolgt er es kompromisslos. Manche sagen, es sei vielleicht zu spät, um sich noch für Minehead zu qualifizieren, aber es gibt definitiv noch eine Chance.“
Bridge weist allerdings auch auf die enorme Schwierigkeit dieses Vorhabens hin. Die Players Championship gilt als eine der unberechenbarsten Turnierserien der PDC. „Die ProTour ist knallhart. Du kannst in einer Woche drei Turniere spielen und dreimal in Runde eins rausfliegen. Das macht die Qualifikation alles andere als selbstverständlich, egal wie gut du bist.“
Der Fokus richtet sich nun jedoch zunächst vollständig auf das World Matchplay. Dort eröffnet Littler am Samstag gegen den Deutschen Niko Springer seine Mission Titelverteidigung. Ein weiterer Triumph in den Winter Gardens würde ihm nicht nur die nächste prestigeträchtige Trophäe sichern, sondern auch den Traum von einer historischen Saison weiter am Leben erhalten.
Sollte Littler tatsächlich erneut in Blackpool triumphieren, könnte die Versuchung groß werden, doch noch einige Players-Championship-Turniere in seinen Kalender aufzunehmen. Nicht aus sportlicher Notwendigkeit, sondern um sich für die Players Championship Finals zu qualifizieren und auch dort seinen Titel verteidigen zu können – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem historisch einmaligen Titelpaket.
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