Niederländischer Dartsport im Umbruch – Michael van Gerwen und Raymond van Barneveld auf dem absteigenden Ast?
PDCWenn man sich die 2025 Pro Tour Rangliste anschaut, basierend auf der Siegesquote, zeichnet sich ein klares Bild ab, wo die Dartwelt derzeit steht. An der Spitze thront Luke Littler, der mit einer Gesamtsiegquote von 76,2 Prozent seinen Ruf als bester Spieler der PDC eindrucksvoll bestätigt. Stephen Bunting und Gerwyn Price folgen mit jeweils 76,0 Prozent nur knapp dahinter, während Ross Smith und Gary Anderson die Top Fünf abrunden. Beide beweisen damit, dass sie über die nötige Beständigkeit und das Können verfügen, um in einer Saison voller Talente auf höchstem Niveau mitzuhalten.
Besonders bemerkenswert ist die Dominanz der niederländischen Spieler. Gleich neun von ihnen haben es unter die besten 32 geschafft, was die Stellung der Niederlande als eine der führenden Dartnationen der Welt unterstreicht. Auffällig ist jedoch, dass die beiden größten Aushängeschilder des Landes fehlen. Michael van Gerwen liegt knapp außerhalb der Wertung auf Platz 36, während Raymond van Barneveld sogar auf Rang 51 zurückgefallen ist. Ihre Abwesenheit verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel im niederländischen Dartsport, wo längst eine neue Generation auftritt und die Verantwortung übernimmt, die zuvor über Jahre hinweg fast ausschließlich auf den Schultern dieser beiden Legenden gelegen hatte.
Spieler wie Gian van Veen, Wessel Nijman und Jimmy van Schie verkörpern diese frische Welle. Sie bringen nicht nur neue Energie auf die Bühne, sondern liefern auch konstant starke Ergebnisse, die sie bereits zur Elite des Sports zählen lassen. Ihre Präsenz macht deutlich, dass der niederländische Dartsport nicht nur ohne seine größten Namen an der Spitze überleben kann, sondern sich sogar weiterentwickelt. Die Vielfalt und Tiefe des Talents sorgt dafür, dass die Niederlande auch in Zukunft eine zentrale Rolle auf der Weltbühne spielen werden. Für die Fans ist diese Wachablösung bittersüß und gleichzeitig aufregend, denn sie signalisiert, dass die Zukunft des Sports denjenigen gehört, die jetzt ins Rampenlicht treten.
Neben dieser niederländischen Geschichte spiegelt die Rangliste aber auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen etablierten Stars und neuen Kräften wider. Veteranen wie Anderson, Jonny Clayton, James Wade und Nathan Aspinall behaupten sich weiterhin, während aufstrebende Talente wie Josh Rock und Jamai van den Herik eindrucksvoll beweisen, dass sie mit jedem Konkurrenten mithalten können. Auffällig ist dabei, dass mehrere Spieler nur durch minimale Unterschiede in den Prozentsätzen voneinander getrennt sind – ein Indiz dafür, wie eng und hart umkämpft die Pro Tour mittlerweile ist. Martin Schindler hält mit seinem 13. Platz die deutsche Fahne hoch.
Diese Mischung aus Tradition, Wandel und erbitterter Rivalität macht den Rest des Jahres 2025 zu einem der spannendsten Kapitel in der jüngeren Dartgeschichte. Mit Littler als Aushängeschild einer neuen Generation, dem Aufstieg der holländischen Nachwuchsbewegung und dem Kampf der Legenden wie van Gerwen und van Barneveld um ein Comeback ist die Bühne bereitet für eine Saison, die an Dramatik und Intensität kaum zu übertreffen sein dürfte.
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These are the top-32 ranked by their winning percentage on the Pro Tour this year. Nine Dutch players made the list, but neither of them are Michael van Gerwen (#36) nor Raymond van Barneveld (#51). pic.twitter.com/pTa6qqlRIz
— TheRedBit 🔴 (@TheRedBit180) August 27, 2025

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









