Rob Cross ist überzeugt, dass er weiterhin zur Spitze der Dartswelt gehört. Der Engländer erlebte in den vergangenen Jahren eine schwierige Phase, zeigte 2026 jedoch wieder klare Anzeichen seiner Bestform. Mit einem
Sieg beim Players Championship 22 und einem Finaleinzug bei den Slovak Darts Open hat der ehemalige Weltmeister sein Selbstvertrauen zurückgewonnen.
Aktuell steht Cross auf Platz 24 der Weltrangliste, doch nach Ansicht des 35-jährigen Engländers sagt diese Position längst nicht alles über sein tatsächliches Niveau aus. „Ich denke, wenn ich mich in die richtige Position bringe, bin ich ohnehin ein Top-Ten-Spieler“, sagt Cross. „Das Spiel verändert sich und an der Spitze werden die Spieler immer jünger, aber wenn ich im Rhythmus bin und mental richtig aufgestellt, kann ich Großes leisten.“
Dieses Selbstvertrauen kommt nicht aus dem Nichts. Cross hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze gehören kann. 2018 krönte er sich zum Weltmeister und war jahrelang eine feste Größe in den Top Ten der PDC Order of Merit. In den vergangenen Saisons rutschte er jedoch in der Rangliste ab.
Vor allem 2025 war ein enttäuschendes Jahr. Erstmals in seiner Karriere erreichte Cross bei keinem Major das Viertelfinale. Dennoch will er nicht behaupten, in dieser Phase nicht hart gearbeitet zu haben. Das Problem lag aus seiner Sicht eher in der Art der Vorbereitung. „Ich habe in den vergangenen Jahren viele Turniere verpasst. Vielleicht habe ich auch nicht immer genug getan, aber ich habe immer 110 Prozent gegeben“, so Cross. „Vielleicht war ich einfach zu sehr damit beschäftigt, mich auf die ‚richtige‘ Art vorzubereiten.“
Inzwischen scheint Cross diese Probleme überwunden zu haben. Bei der UK Open hinterließ er bereits einen starken Eindruck, auch wenn er in einem Krimi mit 10-9 gegen James Wade ausschied. Es folgte ein wichtiger Triumph beim Players Championship 22, zudem erreichte er das Finale der Slovak Darts Open und weitere starke Auftritte unterstreichen die gute Form des ehemaligen World Matchplay Siegers.
Glaube an die Rückkehr zur absoluten Spitze
Diese Resultate haben Cross den Glauben an die Rückkehr auf höchstes Niveau zurückgegeben. Die aufstrebenden Talente wie Gian van Veen, Wessel Nijman und Josh Rock sieht er nicht nur als Konkurrenz, sondern auch als Beleg für das enorm hohe Niveau des Sports. „Wir schauen auf Gian van Veen, Wessel Nijman und Josh Rock. Sie sind alle großartige Spieler“, sagt Cross. „Aber ich weiß, dass ich weiterhin Turniere gewinnen und auf der großen Bühne abliefern kann.“
Ein auffälliger Vorteil für Cross ist zudem, dass er in der kommenden Phase relativ wenig Preisgeld zu verteidigen hat. So kann er Punkte sammeln, ohne ständig fürchten zu müssen, große Beträge in der Weltrangliste zu verlieren. „Ich komme da wieder hin, denn in den nächsten sechzehn Monaten habe ich nicht viel zu verteidigen“, erklärt er. „Der nächste große Brocken ist die WM im nächsten Jahr. Das sind 60.000 Pfund.“
Diese Konstellation sorgt für ein Gefühl von Freiheit. Cross kann sich voll auf neue Ergebnisse fokussieren, ohne permanent auf seine Platzierung zu starren. „Es gibt keinen Druck auf mich. Niemand erwartet etwas von mir, und das ist großartig“, betont der Engländer. „Es gibt mir so etwas wie einen Freifahrtschein, hinter den Kulissen einfach weiterzuarbeiten.“
Rob Cross gewann in diesem Jahr das Players Championship 22
Letzter Major-Titel 2021
Cross verfügt zudem weiterhin über ein beeindruckendes Palmarès. Sein letzter Major-Triumph datiert zwar aus 2021, als er Europameister wurde, seitdem erreichte er jedoch noch drei weitere Major-Finals. Das unterstreicht, dass sein absolutes Topniveau nach wie vor vorhanden ist.
Laut Cross braucht es keine Wunder-Serie, um wieder den Anschluss an die Elite zu finden. Vor allem Konstanz kann den Unterschied machen. „Ich glaube nicht, dass ich weit davon entfernt bin. Es braucht nur ein paar gute Runs und etwas mehr Konstanz, dann stehe ich wieder in den Top Ten“, sagt er überzeugt.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Cross seine Worte in Ergebnisse ummünzen kann. Eines ist klar: Der ehemalige Weltmeister fühlt sich wieder freier, hat wenig zu verlieren und weiß, dass er in Bestform für jeden Gegner gefährlich ist. Vielleicht ist genau dieser Mangel an Erwartungen das Element, das „Voltage“ braucht, um erneut Richtung Weltspitze durchzustarten. Dass er die Klasse hat, Majors zu gewinnen, hat er in der Vergangenheit hinreichend bewiesen.