Die PDC hat die Reglements für die kommende Saison veröffentlicht. Große Revolutionen bleiben aus, doch einige gezielte Anpassungen werden in der Praxis durchaus Einfluss auf den Weg zur ProTour, zur
European Tour und zu verschiedenen globalen Turnieren haben.
Die auffälligste Änderung steht gleich zu Saisonbeginn bei der
Q-School an. Während in den vergangenen Jahren nur der Tagessieger eine PDC-Tourkarte sicher hatte, erhalten 2026 auch die unterlegenen Finalisten pro Spieltag automatisch Zugang zur ProTour für die kommenden zwei Jahre. Das bedeutet, dass pro Q-School-Tag zwei Tourkarten direkt vergeben werden.
Diese Veränderung hat eine wichtige Folge für den Rest des Systems. Weil mehr Karten über Tagesergebnisse ausgegeben werden, bleiben weniger Plätze übrig, die über die Endrangliste zu verdienen sind. Sowohl bei der europäischen als auch der britischen Q-School verschwinden vier Tickets aus diesem Klassement. Damit verschiebt sich der Fokus deutlich in Richtung Ausreißerleistungen: Ein starker Tag kann den Ausschlag geben, während konstante Leistungen über mehrere Tage weniger stark wiegen.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich in der First Stage. Dort qualifizieren sich fortan die besten sechzehn Spieler pro Tag direkt für die Final Stage, wo es im Vorjahr noch acht waren. Auch hier gilt: Wer einmal einen Peak erreicht, wird belohnt. Wer stabil spielt, ohne wirklich herauszustechen, gerät schneller unter Druck.
European Tour: Weltrangliste wieder maßgeblich
Auch auf der European Tour hat die PDC am System geschraubt. 2025 gab es Kritik am Vorteil, den Reservelistenspieler hatten, wenn sie spät nachrückten und direkt den Platz eines gesetzten Spielers einnahmen. Diese Situation ist nun korrigiert, doch dem steht eine andere, mindestens ebenso weitreichende Änderung gegenüber.
In der ersten Runde der European Tour-Turniere werden die 32 Teilnehmer fortan auf Basis ihrer Position in der Weltrangliste gesetzt. In der vergangenen Saison geschah das noch über die ProTour Order of Merit. Das scheint ein feiner Unterschied zu sein, doch die Wirkung ist groß. Spieler, die ihre Platzierung vor allem über gute ProTour-Ergebnisse aufbauen, aber noch nicht hoch in der Weltrangliste stehen, verlieren damit einen wichtigen Vorteil.
Für Dartspieler, die 2025 eine starke Entwicklung genommen haben und den nächsten Schritt in Richtung Top 32 gehen wollten, wird der Weg spürbar steiler. Von den Anpassungen profitieren vor allem etablierte Namen mit hoher Ranglistenposition, die zuletzt ein weniger konstantes Pro-Tour-Jahr gespielt haben. Für sie kommt die Regeländerung zur rechten Zeit.
Ein Beispiel ist Niko Springer. Er wäre im neuen Jahr in vielen Turnieren gesetzt gewesen und hätte in der ersten Runde gegen Qualifikanten oder Host Nation Qualifier gespielt. Künftig entscheidet jedoch nicht mehr die Pro Tour Order of Merit über die Lostöpfe, sondern die Weltranglistenposition. Dadurch kann Springer trotz eigener Qualifikation bereits in der ersten Runde auf Spieler wie Wessel Nijman, Damon Heta oder Dirk van Duijvenbode treffen. Das wäre im vergangenen Jahr noch nicht möglich gewesen.
World Cup of Darts: Challenge Tour erhält zusätzliches Gewicht
Das Format des
World Cup of Darts bleibt unverändert, mit vierzig Nationen am Start. Allerdings ändert sich die Art, wie Teams in Ländern mit geringer Vertretung in der Weltrangliste zusammengestellt werden. Hat ein Land weniger als zwei Spieler in der Order of Merit, dient künftig die
Challenge Tour als Auswahlkriterium.
Das kann große Folgen haben, insbesondere außerhalb Europas. Spieler aus Asien, Nordamerika und Australien, die sich entscheiden, über längere Zeit in Europa zu spielen und auf der Challenge Tour aktiv sind, erhalten damit einen klaren Vorsprung gegenüber regionalen Topspielern, die vor allem im eigenen Land unterwegs sind. Internationale Mobilität wird damit stärker belohnt.
Weitere Anpassungen
Zudem kehrt eine alte Regel zurück: Spieler aus den Top 64 der Welt dürfen sich 2026 wieder für regionale WM-Qualifikationsturniere anmelden. Diese Möglichkeit war in den vergangenen Jahren gestrichen, wird nun aber erneut erlaubt.
Auch für junge Talente gibt es gute Nachrichten. Die beiden Finalisten der Jugend-WM qualifizieren sich fortan direkt für den Grand Slam of Darts im selben Kalenderjahr. Zuvor mussten sie darauf noch eine Saison warten.
Schließlich erhöht die PDC das Startgeld auf den sekundären Touren. Die Teilnahme an der Challenge Tour kostet fortan 60 Pfund pro Turnier, gegenüber zuvor 55 Pfund. Für die Development Tour und die Women’s Series steigt der Betrag von 25 auf 30 Pfund.