Qualifikationsrennen für das World Matchplay: Niko Springer steht vor Blackpool-Debüt – Wright, Cross und van Barneveld könnten Sommer-Highlight verpassen

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 12 April 2026 um 17:00
Niko Springer (5)
Vom 18. bis 26. Juli wird in Blackpool traditionell das World Matchplay ausgetragen – doch wie jedes Jahr werden trotz großer Namen, Debütkandidaten und Rückkehrern zahlreiche prominente Spieler den Sprung ins Teilnehmerfeld eines der prestigeträchtigsten Turniere der Saison verpassen.
Mit dem näher rückenden Stichtag spitzt sich das Rennen um die Startplätze zunehmend zu. Während Spieler wie Luke Littler, Michael van Gerwen und Luke Humphries längst sicher qualifiziert sind, bleibt offen, wer sich ihnen anschließen kann – und für wen die Teilnahme ernsthaft in Gefahr gerät.

Wer steht vor seinem World-Matchplay-Debüt?

Vor allem Niko Springer und Niels Zonneveld gehören aktuell zu den aussichtsreichsten Kandidaten für ihre Premiere in Blackpool. Springer spielte im vergangenen Jahr eine der besten Tour-Card-Debütsaisons der jüngeren PDC-Geschichte und hat seinen Matchplay-Startplatz mitunter aufgrund seines European-Tour-Titelgewinns bereits sicher.
Rangiert derzeit auf Pro-Tour-Qualifikationsplatz vier und steht vor seinem World-Matchplay-Debüt: Niko Springer
Rangiert derzeit auf Pro-Tour-Qualifikationsplatz vier und steht vor seinem World-Matchplay-Debüt: Niko Springer
Noch stärker präsentiert sich Zonneveld: „Triple Z“ rangiert derzeit auf Platz zwei der Pro-Tour-Qualifikationswertung – hinter Wessel Nijman, der mit einem Vorsprung von fast 100.000 Pfund deutlich führt. Springer wiederum ist in der Pro-Tour-Wertung aktuell bester Deutscher – sogar vor Martin Schindler, der seine Blackpool-Reise auf Rang sechs des Pro-Tour-Rennens ebenfalls bereits planen kann.
Auch Kevin Doets gehört zu jener vielversprechenden niederländischen Generation, der seit Jahren der große Durchbruch zugetraut wird. Seit seinem Erfolg gegen Michael Smith bei der PDC Darts WM im Alexandra Palace hat sich „Hawk Eye“ deutlich stabilisiert und gilt inzwischen als ernstzunehmender Titelkandidat. Gleiches trifft auf Sebastian Bialecki zu, der nach Krzysztof Ratajski als nächster polnischer Topspieler gehandelt wird. Sowohl Doets als auch Bialecki stehen derzeit auf Qualifikationsrängen.
Auf Messers Schneide bewegt sich hingegen Karel Sedlacek. Zwar liegt ein Start noch im Bereich des Möglichen, doch Kim Huybrechts sitzt ihm dicht im Nacken. Der Belgier befindet sich als Nummer 57 der Order of Merit in einer ungewöhnlichen Situation: Einerseits kämpft er um seine sportliche Zukunft auf der Tour, andererseits hat er beste Chancen sich sowohl für das World Matchplay als auch für den World Grand Prix zu qualifizieren.

Wie steht es um Pietreczko, Clemens und Hopp?

Aus deutscher Sicht sind die Chancen auf weitere Startplätze beim World Matchplay relativ gering. Ricardo Pietreczko besitzt als zweifacher Teilnehmer nur noch Außenseiterchancen auf eine erneute Qualifikation. „Pikachu“ rangiert aktuell auf Platz 35 im Pro-Tour-Rennen und liegt damit exakt 15.000 Pfund hinter Karel Sedlacek auf dem letzten Qualifikationsrang. Für den Deutschen wäre somit mindestens ein Titel auf der Pro Tour sowie mehrere tiefe Turnierläufe oder ein besonders starkes Abschneiden auf der European Tour notwendig.
Noch schwieriger stellt sich die Lage für Gabriel Clemens dar: Der viermalige Blackpool-Teilnehmer belegt derzeit Rang 38 und hat bereits 17.500 Pfund Rückstand auf die Qualifikationsplätze. Auch für Max Hopp kommt eine Rückkehr nach Blackpool trotz deutlich verbesserter Form aller Voraussicht nach zu früh. Der zweimalige Matchplay-Starter liegt aktuell nur auf Rang 47 der Qualifikationswertung und dürfte den Rückstand kaum noch aufholen können.
Gabriel Clemens droht das World Matchplay in diesem Jahr zu verpassen: Der viermalige Blackpool-Teilnehmer liegt aktuell deutlich hinter den Qualifikationsplätzen zurück
Gabriel Clemens droht das World Matchplay in diesem Jahr zu verpassen: Der viermalige Blackpool-Teilnehmer liegt aktuell deutlich hinter den Qualifikationsplätzen zurück
Deutlich bessere Perspektiven besitzt hingegen Lukas Wenig: Der 31-Jährige rangiert derzeit auf Platz 23 im ProTour-Rennen und hat lediglich 5.250 Pfund Rückstand auf ein Ticket für Blackpool. Damit hat Wenig realistische Chancen, im Juli sein Debüt beim World Matchplay zu feiern und das deutsche Teilnehmerfeld möglicherweise auf drei Spieler zu erweitern.

Wer droht das Turnier zu verpassen?

Gleich mehrere etablierte Namen müssen derzeit um ihre Teilnahme bangen – darunter frühere Champions und langjährige Fixstarter des Turniers.
Cameron Menzies und Damon Heta gehörten über Jahre hinweg zu den regulären Teilnehmern, erleben jedoch eine durchwachsene Saison und bewegen sich aktuell nur knapp innerhalb der Qualifikationsränge.
Noch größere Aufmerksamkeit gilt jedoch den prominenten Spielern im Abwärtstrend. Dave Chisnall rangiert in der Pro-Tour-Wertung lediglich auf Platz 18 und damit außerhalb der Qualifikationsplätze. Auch in der Haupt-Order of Merit ist er deutlich von den Top-16 entfernt.
Zwar erreichte Chisnall fünfmal das Matchplay-Viertelfinale, schied jedoch bei seinen drei jüngsten Auftritten jeweils bereits in der ersten Runde aus. Entsprechend verteidigt er lediglich 10.000 Pfund – ein Faktor, der ihn in der Weltrangliste weniger stark belastet.
Besonders überraschend ist die Situation um Rob Cross. Der ehemalige Champion liegt inzwischen außerhalb der Top-16 der Weltrangliste, nachdem er noch in der vergangenen Saison zur Elite der Premier League Darts gehörte. Aktuell rangiert er nur auf Platz 24 im Pro-Tour-Rennen und verteidigt im Juli zudem ein Matchplay-Viertelfinale. Sollte die Trendwende ausbleiben, könnte er perspektivisch in eine ähnliche Lage geraten wie Peter Wright, Dimitri Van den Bergh oder Michael Smith, die im kommenden Jahr sogar um ihre Tourcard kämpfen könnten. Auch auf der European Tour ist Cross derzeit nicht gesetzt und muss den Umweg über Qualifikationsturniere nehmen.
Rob Cross steht im Rennen um das World Matchplay unter Druck: Der frühere Champion liegt derzeit außerhalb der Qualifikationsränge und muss um seinen Startplatz in Blackpool bangen
Rob Cross steht im Rennen um das World Matchplay unter Druck: Der frühere Champion liegt derzeit außerhalb der Qualifikationsränge und muss um seinen Startplatz in Blackpool bangen
Ebenfalls deutlich zurück liegt Raymond van Barneveld. Mit rund 11.000 Pfund Rückstand außerhalb der Top-30 hat er derzeit schlechte Karten. Da er zudem nur selten auf der European Tour antritt, fehlen ihm wichtige Chancen, Boden gutzumachen. Nach drei Teilnahmen in Folge erscheint ein erneuter Start aktuell unwahrscheinlich.
Noch schwieriger ist die Ausgangslage für Wright. Der Schotte liegt lediglich auf Rang 33 der Order of Merit sowie auf Platz 45 der Pro-Tour-Wertung. Rund 20.000 Pfund fehlen ihm bis zum Cut – selbst ein Turniersieg auf dem Floor würde nicht ausreichen. Zusätzlich wären starke Resultate auf der European Tour und weitere tiefe Turnierläufe notwendig.
Auch Michael Smith steht erneut unter Druck. Bereits im vergangenen Jahr verpasste er das World Matchplay, aktuell beträgt sein Rückstand erneut knapp 20.000 Pfund. Vor diesem Hintergrund kommt seine prekäre Situation kaum überraschend.
Etwas überraschender ist dagegen die Lage von Mike De Decker. Als Nummer 19 der Welt liegt er außerhalb der relevanten Pro-Tour-Plätze und wäre derzeit nicht qualifiziert. Nachdem er 2024 bereits fehlte, wäre ein weiteres Verpassen des Turniers ein deutlicher Rückschritt für einen Spieler, der vor nicht allzu langer Zeit noch als Premier-League-Kandidat gehandelt wurde. Auch sein Landsmann Van den Bergh bleibt erwartungsgemäß gefährdet. Trotz intensiver Arbeit an seiner Form scheint eine Qualifikation für Blackpool derzeit wenig realistisch.

PDC Order of Merit

RangNamePreisgeld
1Luke Littler2928.5
2Luke Humphries1175.5
3Gian van Veen906.75
4Michael van Gerwen669.25
5Jonny Clayton627
6James Wade620
7Gerwyn Price578.75
8Stephen Bunting564.75
9Gary Anderson561.75
10Josh Rock554.75
11Danny Noppert553.25
12Ryan Searle540.25
13Chris Dobey514.25
14Nathan Aspinall498.25
15Jermaine Wattimena424
16Ross Smith419.25
17Martin Schindler407.25
18Wessel Nijman405.25
19Mike De Decker404.5
20Damon Heta379.5
21Luke Woodhouse376.75
22Rob Cross352.5
23Krzysztof Ratajski345.25
24Ryan Joyce341.75
25Daryl Gurney337.75
26Dirk van Duijvenbode318.5
27Dave Chisnall317.25
28Cameron Menzies310
29Andrew Gilding302.5
30Ritchie Edhouse296.75
31Michael Smith283.75
32Joe Cullen279.25
33Peter Wright279
34Ricardo Pietreczko275.75
35Kevin Doets231.25
36Martin Lukeman211
37Niels Zonneveld205.25
38Raymond van Barneveld201.75
39Dimitri Van den Bergh198
40William O'Connor184.25
41Callan Rydz181
42Scott Williams161.75
43Madars Razma160.75
44Mickey Mansell160.5
45Ricky Evans157.25
46Niko Springer156.25
47Connor Scutt156
48Gabriel Clemens154
49James Hurrell148.5
50Brendan Dolan148

ProTour Order of Merit

RangNamePreisgeld
1Wessel Nijman170
2Niels Zonneveld75.25
3Luke Woodhouse74.25
4Niko Springer71.25
5Dirk van Duijvenbode66
6Martin Schindler63
7William O'Connor63
8Krzysztof Ratajski62.75
9Joe Cullen62
10Daryl Gurney57.25
11Kevin Doets54
12Ryan Joyce53.75
13Sebastian Bialecki47.75
14Damon Heta47
15Cameron Menzies45.5
16Karel Sedlacek42.75
17Kim Huybrechts42
18Dave Chisnall41.75
19Andrew Gilding39.75
20Alan Soutar38.25
21Jeffrey de Graaf38.25
22Richard Veenstra37.75
23Lukas Wenig37.5
24Rob Cross37
25Callan Rydz33.5
26Keane Barry33.25
27Michael Smith33
28Ritchie Edhouse33
29Cor Dekker32.75
30Mike De Decker32.75
31Raymond van Barneveld32.25
32Cam Crabtree30.75
33Mickey Mansell28.75
34Thibault Tricole28
35Ricardo Pietreczko27.75
36Mensur Suljovic27
37Ian White25.25
38Gabriel Clemens25.25
39Wesley Plaisier25
40Brendan Dolan24.75
41Mario Vandenbogaerde24.75
42Madars Razma24.25
43Ricky Evans23.75
44Bradley Brooks23.75
45Peter Wright23.25
46Scott Williams23
47Max Hopp22.25
48Cristo Reyes22
49Maik Kuivenhoven21.5
50Tom Bissell21.5
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