Vom 18. bis 26. Juli wird in Blackpool traditionell das
World Matchplay ausgetragen – doch wie jedes Jahr werden trotz großer Namen, Debütkandidaten und Rückkehrern zahlreiche prominente Spieler den Sprung ins Teilnehmerfeld eines der prestigeträchtigsten Turniere der Saison verpassen.
Mit dem näher rückenden Stichtag spitzt sich das Rennen um die Startplätze zunehmend zu. Während Spieler wie Luke Littler, Michael van Gerwen und Luke Humphries längst sicher qualifiziert sind, bleibt offen, wer sich ihnen anschließen kann – und für wen die Teilnahme ernsthaft in Gefahr gerät.
Wer steht vor seinem World-Matchplay-Debüt?
Vor allem
Niko Springer und Niels Zonneveld gehören aktuell zu den aussichtsreichsten Kandidaten für ihre Premiere in Blackpool. Springer spielte im vergangenen Jahr eine der besten Tour-Card-Debütsaisons der jüngeren PDC-Geschichte und hat seinen Matchplay-Startplatz mitunter aufgrund seines European-Tour-Titelgewinns bereits sicher.
Rangiert derzeit auf Pro-Tour-Qualifikationsplatz vier und steht vor seinem World-Matchplay-Debüt: Niko Springer
Noch stärker präsentiert sich Zonneveld: „Triple Z“ rangiert derzeit auf Platz zwei der Pro-Tour-Qualifikationswertung – hinter Wessel Nijman, der mit einem Vorsprung von fast 100.000 Pfund deutlich führt. Springer wiederum ist in der Pro-Tour-Wertung aktuell bester Deutscher – sogar vor
Martin Schindler, der seine Blackpool-Reise auf Rang sechs des Pro-Tour-Rennens ebenfalls bereits planen kann.
Auch Kevin Doets gehört zu jener vielversprechenden niederländischen Generation, der seit Jahren der große Durchbruch zugetraut wird. Seit seinem Erfolg gegen Michael Smith bei der PDC Darts WM im Alexandra Palace hat sich „Hawk Eye“ deutlich stabilisiert und gilt inzwischen als ernstzunehmender Titelkandidat. Gleiches trifft auf Sebastian Bialecki zu, der nach Krzysztof Ratajski als nächster polnischer Topspieler gehandelt wird. Sowohl Doets als auch Bialecki stehen derzeit auf Qualifikationsrängen.
Auf Messers Schneide bewegt sich hingegen Karel Sedlacek. Zwar liegt ein Start noch im Bereich des Möglichen, doch Kim Huybrechts sitzt ihm dicht im Nacken. Der Belgier befindet sich als Nummer 57 der Order of Merit in einer ungewöhnlichen Situation: Einerseits kämpft er um seine sportliche Zukunft auf der Tour, andererseits hat er beste Chancen sich sowohl für das
World Matchplay als auch für den World Grand Prix zu qualifizieren.
Wie steht es um Pietreczko, Clemens und Hopp?
Aus deutscher Sicht sind die Chancen auf weitere Startplätze beim World Matchplay relativ gering. Ricardo Pietreczko besitzt als zweifacher Teilnehmer nur noch Außenseiterchancen auf eine erneute Qualifikation. „Pikachu“ rangiert aktuell auf Platz 35 im Pro-Tour-Rennen und liegt damit exakt 15.000 Pfund hinter Karel Sedlacek auf dem letzten Qualifikationsrang. Für den Deutschen wäre somit mindestens ein Titel auf der Pro Tour sowie mehrere tiefe Turnierläufe oder ein besonders starkes Abschneiden auf der European Tour notwendig.
Noch schwieriger stellt sich die Lage für
Gabriel Clemens dar: Der viermalige Blackpool-Teilnehmer belegt derzeit Rang 38 und hat bereits 17.500 Pfund Rückstand auf die Qualifikationsplätze. Auch für Max Hopp kommt eine Rückkehr nach Blackpool trotz deutlich verbesserter Form aller Voraussicht nach zu früh. Der zweimalige Matchplay-Starter liegt aktuell nur auf Rang 47 der Qualifikationswertung und dürfte den Rückstand kaum noch aufholen können.
Gabriel Clemens droht das World Matchplay in diesem Jahr zu verpassen: Der viermalige Blackpool-Teilnehmer liegt aktuell deutlich hinter den Qualifikationsplätzen zurück
Deutlich bessere Perspektiven besitzt hingegen
Lukas Wenig: Der 31-Jährige rangiert derzeit auf Platz 23 im ProTour-Rennen und hat lediglich 5.250 Pfund Rückstand auf ein Ticket für Blackpool. Damit hat Wenig realistische Chancen, im Juli sein Debüt beim World Matchplay zu feiern und das deutsche Teilnehmerfeld möglicherweise auf drei Spieler zu erweitern.
Wer droht das Turnier zu verpassen?
Gleich mehrere etablierte Namen müssen derzeit um ihre Teilnahme bangen – darunter frühere Champions und langjährige Fixstarter des Turniers.
Cameron Menzies und Damon Heta gehörten über Jahre hinweg zu den regulären Teilnehmern, erleben jedoch eine durchwachsene Saison und bewegen sich aktuell nur knapp innerhalb der Qualifikationsränge.
Noch größere Aufmerksamkeit gilt jedoch den prominenten Spielern im Abwärtstrend. Dave Chisnall rangiert in der Pro-Tour-Wertung lediglich auf Platz 18 und damit außerhalb der Qualifikationsplätze. Auch in der Haupt-Order of Merit ist er deutlich von den Top-16 entfernt.
Zwar erreichte Chisnall fünfmal das Matchplay-Viertelfinale, schied jedoch bei seinen drei jüngsten Auftritten jeweils bereits in der ersten Runde aus. Entsprechend verteidigt er lediglich 10.000 Pfund – ein Faktor, der ihn in der Weltrangliste weniger stark belastet.
Besonders überraschend ist die Situation um Rob Cross. Der ehemalige Champion liegt inzwischen außerhalb der Top-16 der Weltrangliste, nachdem er noch in der vergangenen Saison zur Elite der Premier League Darts gehörte. Aktuell rangiert er nur auf Platz 24 im Pro-Tour-Rennen und verteidigt im Juli zudem ein Matchplay-Viertelfinale. Sollte die Trendwende ausbleiben, könnte er perspektivisch in eine ähnliche Lage geraten wie Peter Wright, Dimitri Van den Bergh oder Michael Smith, die im kommenden Jahr sogar um ihre Tourcard kämpfen könnten. Auch auf der European Tour ist Cross derzeit nicht gesetzt und muss den Umweg über Qualifikationsturniere nehmen.
Rob Cross steht im Rennen um das World Matchplay unter Druck: Der frühere Champion liegt derzeit außerhalb der Qualifikationsränge und muss um seinen Startplatz in Blackpool bangen
Ebenfalls deutlich zurück liegt Raymond van Barneveld. Mit rund 11.000 Pfund Rückstand außerhalb der Top-30 hat er derzeit schlechte Karten. Da er zudem nur selten auf der European Tour antritt, fehlen ihm wichtige Chancen, Boden gutzumachen. Nach drei Teilnahmen in Folge erscheint ein erneuter Start aktuell unwahrscheinlich.
Noch schwieriger ist die Ausgangslage für Wright. Der Schotte liegt lediglich auf Rang 33 der Order of Merit sowie auf Platz 45 der Pro-Tour-Wertung. Rund 20.000 Pfund fehlen ihm bis zum Cut – selbst ein Turniersieg auf dem Floor würde nicht ausreichen. Zusätzlich wären starke Resultate auf der European Tour und weitere tiefe Turnierläufe notwendig.
Auch Michael Smith steht erneut unter Druck. Bereits im vergangenen Jahr verpasste er das World Matchplay, aktuell beträgt sein Rückstand erneut knapp 20.000 Pfund. Vor diesem Hintergrund kommt seine prekäre Situation kaum überraschend.
Etwas überraschender ist dagegen die Lage von Mike De Decker. Als Nummer 19 der Welt liegt er außerhalb der relevanten Pro-Tour-Plätze und wäre derzeit nicht qualifiziert. Nachdem er 2024 bereits fehlte, wäre ein weiteres Verpassen des Turniers ein deutlicher Rückschritt für einen Spieler, der vor nicht allzu langer Zeit noch als Premier-League-Kandidat gehandelt wurde. Auch sein Landsmann Van den Bergh bleibt erwartungsgemäß gefährdet. Trotz intensiver Arbeit an seiner Form scheint eine Qualifikation für Blackpool derzeit wenig realistisch.
PDC Order of Merit
| Rang | Name | Preisgeld |
| 1 | Luke Littler | 2928.5 |
| 2 | Luke Humphries | 1175.5 |
| 3 | Gian van Veen | 906.75 |
| 4 | Michael van Gerwen | 669.25 |
| 5 | Jonny Clayton | 627 |
| 6 | James Wade | 620 |
| 7 | Gerwyn Price | 578.75 |
| 8 | Stephen Bunting | 564.75 |
| 9 | Gary Anderson | 561.75 |
| 10 | Josh Rock | 554.75 |
| 11 | Danny Noppert | 553.25 |
| 12 | Ryan Searle | 540.25 |
| 13 | Chris Dobey | 514.25 |
| 14 | Nathan Aspinall | 498.25 |
| 15 | Jermaine Wattimena | 424 |
| 16 | Ross Smith | 419.25 |
| 17 | Martin Schindler | 407.25 |
| 18 | Wessel Nijman | 405.25 |
| 19 | Mike De Decker | 404.5 |
| 20 | Damon Heta | 379.5 |
| 21 | Luke Woodhouse | 376.75 |
| 22 | Rob Cross | 352.5 |
| 23 | Krzysztof Ratajski | 345.25 |
| 24 | Ryan Joyce | 341.75 |
| 25 | Daryl Gurney | 337.75 |
| 26 | Dirk van Duijvenbode | 318.5 |
| 27 | Dave Chisnall | 317.25 |
| 28 | Cameron Menzies | 310 |
| 29 | Andrew Gilding | 302.5 |
| 30 | Ritchie Edhouse | 296.75 |
| 31 | Michael Smith | 283.75 |
| 32 | Joe Cullen | 279.25 |
| 33 | Peter Wright | 279 |
| 34 | Ricardo Pietreczko | 275.75 |
| 35 | Kevin Doets | 231.25 |
| 36 | Martin Lukeman | 211 |
| 37 | Niels Zonneveld | 205.25 |
| 38 | Raymond van Barneveld | 201.75 |
| 39 | Dimitri Van den Bergh | 198 |
| 40 | William O'Connor | 184.25 |
| 41 | Callan Rydz | 181 |
| 42 | Scott Williams | 161.75 |
| 43 | Madars Razma | 160.75 |
| 44 | Mickey Mansell | 160.5 |
| 45 | Ricky Evans | 157.25 |
| 46 | Niko Springer | 156.25 |
| 47 | Connor Scutt | 156 |
| 48 | Gabriel Clemens | 154 |
| 49 | James Hurrell | 148.5 |
| 50 | Brendan Dolan | 148 |
ProTour Order of Merit
| Rang | Name | Preisgeld |
| 1 | Wessel Nijman | 170 |
| 2 | Niels Zonneveld | 75.25 |
| 3 | Luke Woodhouse | 74.25 |
| 4 | Niko Springer | 71.25 |
| 5 | Dirk van Duijvenbode | 66 |
| 6 | Martin Schindler | 63 |
| 7 | William O'Connor | 63 |
| 8 | Krzysztof Ratajski | 62.75 |
| 9 | Joe Cullen | 62 |
| 10 | Daryl Gurney | 57.25 |
| 11 | Kevin Doets | 54 |
| 12 | Ryan Joyce | 53.75 |
| 13 | Sebastian Bialecki | 47.75 |
| 14 | Damon Heta | 47 |
| 15 | Cameron Menzies | 45.5 |
| 16 | Karel Sedlacek | 42.75 |
| 17 | Kim Huybrechts | 42 |
| 18 | Dave Chisnall | 41.75 |
| 19 | Andrew Gilding | 39.75 |
| 20 | Alan Soutar | 38.25 |
| 21 | Jeffrey de Graaf | 38.25 |
| 22 | Richard Veenstra | 37.75 |
| 23 | Lukas Wenig | 37.5 |
| 24 | Rob Cross | 37 |
| 25 | Callan Rydz | 33.5 |
| 26 | Keane Barry | 33.25 |
| 27 | Michael Smith | 33 |
| 28 | Ritchie Edhouse | 33 |
| 29 | Cor Dekker | 32.75 |
| 30 | Mike De Decker | 32.75 |
| 31 | Raymond van Barneveld | 32.25 |
| 32 | Cam Crabtree | 30.75 |
| 33 | Mickey Mansell | 28.75 |
| 34 | Thibault Tricole | 28 |
| 35 | Ricardo Pietreczko | 27.75 |
| 36 | Mensur Suljovic | 27 |
| 37 | Ian White | 25.25 |
| 38 | Gabriel Clemens | 25.25 |
| 39 | Wesley Plaisier | 25 |
| 40 | Brendan Dolan | 24.75 |
| 41 | Mario Vandenbogaerde | 24.75 |
| 42 | Madars Razma | 24.25 |
| 43 | Ricky Evans | 23.75 |
| 44 | Bradley Brooks | 23.75 |
| 45 | Peter Wright | 23.25 |
| 46 | Scott Williams | 23 |
| 47 | Max Hopp | 22.25 |
| 48 | Cristo Reyes | 22 |
| 49 | Maik Kuivenhoven | 21.5 |
| 50 | Tom Bissell | 21.5 |