Die Zukunft von
Peter Wright im professionellen Darts rückt immer stärker in den Fokus. Der 55-jährige Schotte, zweifacher Weltmeister und jahrelang eines der prägendsten Gesichter auf dem PDC-Circuit, blickt auf eine Saison voller Rückschläge zurück. Für den ehemaligen Profispieler
Matthew Edgar ist das ein klares Signal. Wright sollte ernsthaft über einen Abschied nachdenken – und den Blick auf eine Zukunft außerhalb des Sports richten.
Wright, den die breite Öffentlichkeit besser als „Snakebite“ kennt, erlebte ein Jahr zum Vergessen. Er erreichte erstmals seit 2012 kein Halbfinale bei einem großen TV-Turnier. Zudem blieb er titellos, was ihm zuletzt 2011 passiert war. Den Tiefpunkt markierte die Darts WM, als Wright bereits in Runde zwei gegen Debütant Arno Merk ausschied.
Die Konsequenzen dieser Ergebnisse sind deutlich sichtbar. Wright ist auf Rang 31 der Weltrangliste abgerutscht. Für einen Spieler, der über Jahre zur absoluten Weltspitze gehörte, sind das harte Zahlen. Edgar ist deshalb überzeugt, dass Wrights Zeit auf dem PDC-Circuit begrenzt ist.
„Dies sollte sein letztes Jahr sein“
Aus Sicht Edgars befindet sich Wright in einer besonderen Lage. „Wenn ich jetzt
Peter Wright wäre, würde ich sagen: Dies ist mein letztes Jahr als Profidartspieler“, erklärte er. Wright habe eine Ausgangsposition, die kaum ein anderer Spieler besitze.
Edgar verweist vor allem auf Wrights enorme Bekanntheit außerhalb des Sports. „Er ist ein extrem wiedererkennbares Gesicht. Er hat in der Vergangenheit Angebote für große, Mainstream-Formate bekommen. Realityshows, Dinge im Umfeld von Big Brother und ähnliche Programme.“ Für Edgar liegt genau dort ein realistischer nächster Schritt.
Eine offene Ankündigung des Abschieds könnte Wright sogar entlasten. „Wenn du sagst: ‚Das ist mein letztes Jahr‘, fällt viel Kritik weg“, so Edgar. Das Publikum höre auf zu urteilen und beginne wieder,
Peter Wright zu genießen.
Weniger Urteil, mehr Wertschätzung
Aktuell überwiegt bei vielen Zuschauern die Enttäuschung. „Die Menschen schauen hin und denken: Nein, das ist es nicht“, erklärte Edgar. Sie vergleichen Wrights Auftritte permanent mit seiner Glanzzeit. Dieser Vergleich falle derzeit fast immer zu seinen Ungunsten aus.
Nach Edgars Einschätzung würde sich das sofort ändern, wenn Wright Klarheit schafft. „Sagt er, dass es sein letztes Jahr ist, lassen die Leute dieses Urteil los.“ Dann sehe man ihn wieder als Persönlichkeit – und nicht als Schatten seines früheren Selbst.
Edgar geht noch weiter. Ein geplanter Abschied könne Wright erlauben, das „Snakebite“-Alter Ego abzulegen. „Er hat bereits angedeutet, dass er diese Figur eigentlich loslassen möchte.“ Dann wäre er einfach
Peter Wright, eine Figur, die beim Publikum nach wie vor beliebt sei.
Gerade auf der European Tour sei das spürbar. „Dort genießt das Publikum seine Auftritte“, sagte Edgar. Doch oft schwinge inzwischen der Gedanke mit, dass man nicht mehr den
Peter Wright sehe, den man einst kannte.
Mehr als nur Darts
Seit Jahren steht Wright für Extravaganz. Schrille Outfits, auffällige Shirts und ständig wechselnde Haarfarben im ikonischen Irokesenschnitt machten ihn zu einer der markantesten Figuren im gesamten Sport. Genau das öffnet ihm laut Edgar Türen weit über das Darts hinaus.
„Neben Darts hat er unglaublich viele Möglichkeiten“, betonte Edgar. Fernsehen, Entertainment oder andere Formate seien realistische Optionen. Wright könne diesen Schritt ohne große Hürden gehen.
Ein bewusst geplanter Abschied würde zudem einen würdigen Rahmen schaffen. „Er könnte mit erhobenem Haupt gehen“, so Edgar. Wright habe einen enormen Einfluss auf den modernen Dartsport gehabt.
Trotz aller Anerkennung bleibt Edgar kritisch. „Was wir aktuell sehen, ist nicht der echte
Peter Wright“, stellte er klar. Gerade weil man wisse, zu welchen Leistungen Wright fähig sei, falle der Anblick besonders schwer.