„Wenn das Spotlight ein Stück weit von ihr weggeht“ – Laura Turner sieht Entlastung für Fallon Sherrock durch Beau Greaves

PDC
Dienstag, 13 Januar 2026 um 12:30
Fallon Sherrock (2)
Auch wenn es im Vergleich zu anderen gescheiterten Teilnehmern überproportional diskutiert wurde, verlief die Q-School für Fallon Sherrock enttäuschend. Nach ihrer Qualifikation über die Women’s Series verlor sie in Milton Keynes alle Auftaktpartien der Final Stage. Die Darts-Lotterie zeigte sich erneut gnadenlos. Ergebnisse allein erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte.
Aus Sicht von Laura Turner könnte 2026 genau deshalb ein Schlüsseljahr werden. Turner erwartet, dass sich Sherrock sammeln und zu ihrer Form von 2019 zurückfinden kann. Und das, ohne dauerhaft im grellen Rampenlicht zu stehen. Weniger Fokus, mehr Freiheit – dieser Mix soll helfen.
Als „Queen of the Palace“ wurde Sherrock für ihre Auftritte im Alexandra Palace weltbekannt. Sie bleibt bis heute die einzige Frau, die bei der PDC Darts WM einen Mann besiegte. Der kometenhafte Aufstieg, inzwischen gekrönt mit dem MBE, machte sie über Nacht zur Sensation. Die Dynamik erinnerte an Luke Littler – vielleicht sogar als Vorläufer seines globalen Superstar-Status.
Mit dem Erfolg kam der Druck. Erwartungen stiegen, Kritik folgte. Die öffentliche Wahrnehmung überhöhte Sherrock stellenweise. Selbst in der vergangenen Woche meldete Sky Sports prominent ihren verpassten Tour-Card-Gewinn. Das sorgte für Diskussionen – auch, weil zeitgleich andere Geschichten entstanden, etwa der jüngste Durchbruch von Charlie Manby.
Turner sieht die Q-School dennoch nicht als Rückschritt. Für sie öffnet das Turnier vielmehr ein Comeback-Fenster. Sherrock steht bereits wieder am Oche und spielt in dieser Woche in der MODUS Super Series. Ziel ist es, vor der nächsten Women’s Series rasch Spielrhythmus und Selbstvertrauen zu finden.
„Bei der Q-School ist es immer schwierig. Es ist hart“, erklärte Turner bei Sky Sports. „Leider lief es diesmal nicht in ihre Richtung, aber ich bin zuversichtlich, dass sie zurückschlagen wird.“ Entscheidend sei, dass Sherrock nicht grübelt, sondern sofort weitermacht.
„Sie spielt diese Woche in Portsmouth bei einer Frauenwoche der Modus Super Series“, so Turner weiter. „Dass sie so schnell zurückkommt, ist wirklich positiv.“ Matchpraxis zählt jetzt mehr als Schlagzeilen.

Gesundheitliche Probleme

Hinzu kamen zuletzt Belastungen abseits des Boards. Sherrock kämpfte mit gesundheitlichen Problemen, die sie beinahe zu einer längeren Pause gezwungen hätten. Am Ende erhielt sie jedoch positive Nachrichten. Ein kompletter Rückzug vom Sport wurde nicht nötig.
Im Zusammenhang mit einer Nierenerkrankung litt Sherrock unter Gesichtsschwellungen und Wassereinlagerungen. Sie war selten bei hundert Prozent und wirkte phasenweise körperlich verändert. Turner sieht die neuen medizinischen Erkenntnisse als Startpunkt für einen stabileren Aufbau.
„Fallon hat offen darüber gesprochen, dass ihre gesundheitlichen Probleme ihre Möglichkeiten eingeschränkt haben“, sagte Turner. Das betreffe sowohl Turnierteilnahmen als auch Trainingsumfang. Müdigkeit sei häufig ein Faktor gewesen.
Gerade die Formate auf PDC-Seite seien extrem kräftezehrend. Die Women’s Series und die Challenge Tour bedeuten lange Tage und hohe Belastung. „Das ist ihr sehr bewusst“, so Turner. Umso wichtiger seien die positiven Nachrichten für 2026.
„Spieler haben abseits des Oche viel zu bewältigen, was Fans oft nicht sehen“, betonte Turner. Fehlende Matchpraxis führe zwangsläufig zu fehlender Schärfe. Genau dort stehe Sherrock aktuell. Mit besserer Gesundheit wolle sie diese Themen nun gezielt angehen.

Last der Erwartung

Über Jahre trug Sherrock die Erwartungslast als Aushängeschild des Frauendarts. Diese Rolle beginnt sich zu verschieben. Beau Greaves hat den Staffelstab übernommen, spielt inzwischen auf der PDC ProTour. Sie gilt als erste Spielerin seit Lisa Ashton mit vergleichbarem, vielleicht sogar höherem Potenzial.
Turner ist überzeugt, dass das Sherrock hilft. Der Druck nimmt ab. Der Fokus verschiebt sich. „Fallon sagt selbst, dass sie gern unter dem Radar spielt“, erklärte Turner. Doch die Erfolge von 2019 hielten sie dauerhaft im Rampenlicht.
„Sie wird immer Erwartungen tragen, besonders im Alexandra Palace“, sagte Turner. „Aber jetzt beginnt sich etwas zu verschieben.“ Mit Greaves im Mittelpunkt verteilt sich die Aufmerksamkeit neu. Das könne befreiend wirken.
Viele Jahre habe Sherrock die Fahne für den Frauendarts hochgehalten. „Sie war die Wegbereiterin“, so Turner. Wenn das Spotlight nun etwas weiterzieht, entstehe Raum. Raum für weniger Lärm, weniger Druck und mehr Fokus auf die Darts in der Hand.
„Wenn wir die Fallon Sherrock von 2019 zurückbekommen – oder sogar eine bessere Version – ist das für den Sport nur positiv“, schloss Turner. „Ich habe keinen Zweifel, dass sie wieder auf dieses Niveau kommt.“
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