Die
WDF Rangliste wurde aktualisiert – und sie präsentiert sich so offen wie seit Jahren nicht mehr. Nach dem erfolgreichen Q-School-Wechsel von Jimmy van Schie zu den PDC-Reihen ist das bisherige Machtgefüge aufgebrochen. Die Spitze wirkt plötzlich greifbar, der Kampf um Platz eins offener denn je.
Van Schie sicherte sich seine Tour Card über die Q-School und steht damit stellvertretend für eine kleine Abwanderungswelle aus der WDF. Mit ihm haben auch der amtierende Weltmeister Shane McGuirk sowie die frühere Serien-Weltmeisterin Beau Greaves das System verlassen. Innerhalb kurzer Zeit verlor die WDF damit mehrere ihrer größten Zugpferde.
Van Schies Bilanz bleibt dennoch außergewöhnlich. In seiner Zeit bei der WDF gewann er 14 Ranglistentitel, stand mehrfach an der Spitze der Weltrangliste und krönte sich 2025 sowohl zum World Master- als auch zum Weltmeister. Nur selten wurde seine Regentschaft unterbrochen, am prominentesten durch Danny Porter bei der WDF WM 2024.
Auch McGuirk hatte seinen Wechsel lange im Blick. Der Ire gewann 2022 seinen ersten WDF-Titel, holte 2023 die Irish Open und wurde 2024 Weltmeister. Mit dem Gewinn der Tour Card erfüllt er sich nun den Traum vom Durchbruch bei der PDC. Wie Van Schie fällt auch er damit aus der WDF-Rangliste heraus.
Wer rückt nach an die Spitze?
Ebenfalls nicht mehr gelistet ist Dennis Pratnemer, der 2025 die meisten Siege auf der WDF-Tour sammelte. Vor allem in Osteuropa dominierte er viele Events. Im letzten Ranglistenturnier des Jahres setzte er sich gegen Florian Preis durch, ehe auch für „The Star“ der Schritt zur PDC folgte.
An der Spitze steht nun
Leonard Gates, der sich vor allem durch Titelgewinne in Nordamerika etabliert hat. Sein Vorsprung ist jedoch minimal. Anders als in den Vorjahren gibt es keinen dominanten Spitzenreiter mehr, der sich frühzeitig absetzt.
Direkt hinter Gates lauert
Mitchell Lawrie. Der 15-Jährige, bekannt als „Wee Socks“, liegt mit 591 Punkten nur zehn Zähler zurück. Sollte er Gates ablösen, wäre er einer der jüngsten Weltranglistenersten überhaupt. Angesichts seiner Erfolge auf der Seniorentour ist ein solcher Schritt im Jahr 2026 keineswegs unrealistisch.
Platz drei belegt
Jenson Walker, genannt „The Interceptor“. Er gehört zu den wenigen Top-Ten-Spielern, die zuletzt versuchten, sich eine Tour Card zu sichern. Gemeinsam mit James Beeton spielte er die Finalphase der Q-School, scheiterte dort jedoch knapp.
Dazwischen rangiert Raymond Smith, der sich mit seinem Lakeside-Auftritt einen lang gehegten Wunsch erfüllte. Ob „The Guru“ künftig verstärkt auf PDC-affiliierte Turniere in Australien setzt oder einen neuen Anlauf nimmt, bleibt offen. Die Rangliste dürfte darauf bald Antworten liefern.
Die Top Ten komplettieren Neil Duff, Jeff Smith, David Fatum, Jason Brandon und Alex Spellman. Dahinter folgen Corne Groeneveld, Ben Robb, Liam Maendl-Lawrence und
Paul Krohne in Schlagdistanz.
Am kommenden Wochenende steigt in Las Vegas ein Double-Header mit Platinum-Status. Zwei Lakeside-Tickets stehen dabei auf dem Spiel. Theoretisch könnte Gates sein Startrecht bereits jetzt sichern und müsste im weiteren Jahresverlauf keine WDF-Turniere mehr bestreiten, da das Lakeside-Rennen unabhängig von der Rangliste verläuft.
Auch wenn die WDF mit Van Schie und Pratnemer prominente Namen verloren hat, bringt die neue Ausgeglichenheit einen klaren Vorteil. Der Kampf um die Nummer eins ist offener, spannender und unberechenbarer. Zudem bleibt die WDF eine wichtige Talentschmiede, aus der Spieler nach einer erfolgreichen Phase den Sprung zur PDC schaffen.
| Position | Spieler | Punkte |
| 1 | Leonard Gates | 601 |
| 2 | Mitchell Lawrie | 591 |
| 3 | Jenson Walker | 552 |
| 4 | Raymond Smith | 532 |
| 5 | James Beeton | 501 |
| 6 | Neil Duff | 493 |
| 7 | Jeff Smith | 484 |
| 8 | David Fatum | 466 |
| 9 | Jason Brandon | 464 |
| 10 | Alex Spellman | 463 |
| 11 | Matt Clark | 442 |
| 12 | Corné Groeneveld | 437 |
| 13 | Ben Robb | 400 |
| 14 | David Pallett | 400 |
| 15 | Liam Maendl-Lawrance | 397 |
| 16 | Paul Krohne | 391 |
| 17 | Francois Schweyen | 375 |
| 18 | Caleb Hope | 364 |
| 19 | Thomas Junghans | 363 |
| 20 | Stefan Schroder | 362 |
| 21 | Jonny Tata | 336 |
| 22 | Dennis Nilsson | 332 |
| 23 | Ross Montgomery | 330 |
| 24 | Brian Raman | 326 |
| 25 | Sybren Gijbels | 319 |
| 26 | Vince Tipple | 314 |
| 27 | Alex Williams | 313 |
| 28 | Andy Davidson | 311 |
| 29 | Jim McEwan | 310 |
| 30 | Cliff Prior | 293 |
| 31 | Kevin Luke | 293 |
| 32 | Jeff Springer | 292 |
| 33 | Dalibor Šmolík | 264 |
| 34 | David Cameron | 261 |
| 35 | Johan Engström | 260 |
| 36 | Marcus Maier | 259 |
| 37 | Daniel Bauerdick | 247 |
| 38 | Ethan De Veyra | 246 |
| 39 | Jiri Brejcha | 242 |
| 40 | Ryan Hogarth | 235 |
| 41 | Nick Fullwell | 231 |
| 42 | Clint Clarkson | 229 |
| 43 | David Davies | 227 |
| 44 | Callum Francis | 217 |
| 45 | Jonas Masalin | 215 |
| 46 | András Borbély | 214 |
| 47 | Darren Johnson | 214 |
| 48 | Haruki Muramatsu | 207 |
| 49 | Mal Cuming | 205 |
| 50 | Christian Perez | 202 |