Charlie Manby hat einen wichtigen Meilenstein in seiner noch jungen Dartskarriere erreicht. Das 20-jährige englische Talent hat sich über die UK Qualifying School in Milton Keynes eine zweijährige PDC Tour Card gesichert und darf sich damit in den kommenden zwei Saisons Vollzeit-Profi nennen. Nach einem nervenaufreibenden Qualifikationsturnier
holte Manby am Schlusstag sogar einen Tagessieg, womit er seinen Status überzeugend untermauerte.
Manby hinterließ bereits im Dezember auf der Weltbühne großen Eindruck, als er bei seinem Debüt bei der WM im Alexandra Palace direkt ins Achtelfinale einzog. Diese Leistung bescherte ihm nicht nur internationale Anerkennung, sondern sorgte auch dafür, dass er mit hohen Erwartungen in die
Q-School startete. Dennoch erwies sich der Erwerb einer PDC Tour Card als alles andere als selbstverständlich.
Holpriger Start, starkes Finish
Die Finalstage der UK
Q-School besteht aus vier knallharten Tagen, in denen jeder Fehltritt fatal sein kann. Nach den ersten drei Tagen hatte Manby sechs Matches gewonnen, doch das reichte nicht, um sich bereits in eine sichere Position zu bringen. Der Engländer wusste, dass er am letzten Tag eine herausragende Serie an Ergebnissen brauchte, um seinen Traum zu verwirklichen.
Und die kam. Am Sonntag gewann Manby gleich sechs Partien in Folge. Sein vierter Sieg des Tages, gegen Dartslegende Steve Beaton, reichte bereits, um sich über die UK
Q-School Order of Merit für die PDC ProTour zu qualifizieren. Doch damit gab sich Manby nicht zufrieden. Er blieb fokussiert, schaltete anschließend Mervyn King (6:2) im Halbfinale aus und sicherte sich damit eines der zwei verfügbaren Tagestickets.
Nach dem Finale kannte seine Freude keine Grenzen. „Es fühlt sich einfach großartig an“, sagte Manby sichtlich erleichtert. „Ich denke, die ganze harte Arbeit hat sich nun endlich ausgezahlt. Dafür macht man das alles.“
„Jeden Tag willst du die Q-School gewinnen“
Laut Manby war das Ziel von Tag eins an klar. „Wenn du in die
Q-School gehst, willst du im Grunde jeden Tag gewinnen“, erklärte er. „Ob es der erste oder der letzte Tag ist, spielt keine Rolle. Wenn du einen Tag gewinnst, setzt du sofort ein Statement.“
Dieser Sieg kam erst am Schlusstag, doch das machte den Erfolg nicht weniger süß. Im Gegenteil. Die ersten beiden Turniertage verliefen nämlich frustrierend für den jungen Engländer. „Am ersten Tag habe ich eigentlich gar nicht schlecht gespielt, aber ich habe verloren. Das war schwer zu verarbeiten. Am zweiten Tag passierte ungefähr dasselbe. Das fühlte sich ziemlich herzzerreißend an.“
Trotzdem behielt Manby das Vertrauen in seine Fähigkeiten. „Es war viel zu verdauen, aber tief in mir wusste ich, dass ich dieses Niveau gehen kann. Die letzten Tage haben das auch gezeigt.“
Charlie Manby war auf der Q-School erfolgreich
Umgang mit Druck und Erwartungen
Nach seiner beeindruckenden WM-Kampagne im Alexandra Palace wurde Manby von vielen als einer der Topfavoriten auf eine PDC Tour Card gehandelt. Dieser Status brachte zwangsläufig zusätzlichen Druck mit sich, doch selbst versuchte er damit so nüchtern wie möglich umzugehen. „Jeder darf sagen, was er will“, stellte Manby klar. „Das gehört dazu. Der einzige Moment, in dem ich mir Sorgen machen würde, ist, wenn ich mir selbst zu viel Druck auflade. Das ist diese Woche ein paar Mal passiert, aber den äußeren Druck kann ich gut wegstecken.“
Ein gutes Beispiel dafür war sein Match gegen Steve Beaton, einen Spieler mit beeindruckender Vita und Jahrzehnten an Erfahrung. „Natürlich gab es etwas Nervosität“, gab Manby zu. „Aber ich fühlte mich eigentlich sehr wohl. Wie in jedem anderen Spiel musst du es einfach über die Ziellinie bringen, egal wer dir gegenübersteht. Am Sonntag fiel einfach alles perfekt zusammen.“
Vom WM-Märchen zur ProTour
Der Name
Charlie Manby wurde der breiten Öffentlichkeit bei der vergangenen Darts WM bekannt, wo er bei seinem Debüt das Achtelfinale erreichte. Auf dem Weg dorthin besiegte er unter anderem Cameron Menzies, Adam Sevada und Ricky Evans, bevor er an Gian van Veen scheiterte, dem späteren Finalisten des Turniers. Diese Leistungen gaben ihm nicht nur Vertrauen, sondern bewiesen auch, dass er auf höchstem Niveau mithalten kann.
2025 trat Manby bereits dreimal auf dem Players Championship-Circuit an und gewann zudem einen Titel auf der Development Tour. Das brachte ihm Rang vier in der Development Tour Order of Merit ein. Mit seiner PDC Tour Card in der Tasche erhält er nun die Chance, sich regelmäßig mit der Weltspitze zu messen. „Darauf freue ich mich“, sagte Manby. „Ich spiele eigentlich besser gegen bessere Spieler. Diese Woche habe ich gegen enorm starke Gegner gespielt, und das hilft nur in meiner Entwicklung.“
Ambition und Vertrauen
Für die kommenden zwei Jahre ist Manby für alle ProTour-Events gesetzt. Dennoch blickt er über die kurzfristige Perspektive hinaus. „Ich werde einfach knallhart weiterarbeiten“, betonte er. „Dann sehen wir, wohin es mich bringt. Wenn es sich auszahlt, ist das großartig.“
Seine Ambitionen sind groß, doch er bleibt realistisch. „Die Leute haben mir immer gesagt: ‚the sky is the limit‘. Daran glaube ich wirklich. Wenn ich die Arbeit investiere, kann ich in diesem Sport alles erreichen.“
Ob das in zwei Jahren oder erst in zehn Jahren ist, macht für ihn wenig Unterschied. „Der Zeitrahmen spielt keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass ich daran glaube. Und es hilft, dass andere das auch tun. Ich will alles aus meiner Dartskarriere herausholen.“