Sie scheiterten in der Q-School: Steve Beaton, Jelle Klaasen, John Part, Michael Unterbuchner und José de Sousa verpassten die PDC Tour Card

PDC
Montag, 12 Januar 2026 um 12:00
michael unterbuchner 1
Die PDC Q-School ist vorbei und wie jedes Jahr hat das Qualifikationsturnier nicht nur Erfolgsgeschichten hervorgebracht, sondern auch eine lange Liste bekannter Namen, die die begehrte Tour Card verpasst haben. Für einige Spieler bedeutet das einen vorübergehenden Rückschlag, für andere möglicherweise den endgültigen Abschied vom Profizirkus. Eines steht fest: Die Q-School bleibt eines der gnadenlosesten Events im Darts-Kalender.
Einer der meistdiskutierten Teilnehmer war ohne Zweifel Steve Beaton. Der inzwischen 61-jährige Engländer, genannt „The Bronzed Adonis“, kehrte extra aus seinem Dart-Ruhestand zurück, um zu versuchen, seine PDC Tour Card zurückzuerobern. Beaton, jahrelang eine feste Größe auf dem Circuit und ehemaliger Lakeside-Champion, zeigte, dass er das Spiel noch immer beherrscht, doch am Ende reichte es knapp nicht für die Qualifikation. Sein Versuch wurde mit viel Respekt aufgenommen, aber es gelang ihm nicht, die Konkurrenz jüngerer und hungrigerer Spieler abzuschütteln.

Dreifacher Weltmeister geht leer aus

Auch John Part konnte seine Rückkehr nicht mit Erfolg krönen. Der dreifache Weltmeister – zweimal bei der PDC und einmal bei der BDO – hoffte, noch einmal auf die große Bühne zurückzukehren. Trotz seiner enormen Erfahrung und seines Status erwies sich die Q-School als eine Brücke zu weit. Der Kanadier ließ seine Klasse phasenweise aufblitzen, es fehlte jedoch die Konstanz, die heute notwendig ist, um auf diesem Niveau zu bestehen.
Eine der bittersten Niederlagen traf Andreas Harrysson. Der Schwede stand nur einen Sieg von der Tour Card entfernt, als er bei der vergangenen Darts WM die vierte Runde erreichte. Dort traf er jedoch auf Jonny Clayton, der seine Klasse zeigte und Harrysson stoppte. So blieb der Schwede am Ende knapp mit leeren Händen zurück. Auch bei der Q-School hat es für „Dirty Harry“ wieder nicht gereicht, diesmal holte er sechs Legs zu weniger als Pascal Rupprecht. Damit scheiterte der Schwede bereits zum zweiten Mal in Folge an der Legdifferenz.
Aus deutscher Sicht richteten sich viele Hoffnungen auf Michael Unterbuchner. Bereits zu BDO-Zeiten ließ der Bayer sein großes Potenzial erkennen und erreichte 2018 sogar das Viertelfinale beim Grand Slam of Darts. Als er sich 2021 die Tour Card sicherte, konnte er diese aus beruflichen Gründen jedoch kaum nutzen. In der Folge verlor Unterbuchner sie nach zwei Jahren wieder.
Auf der Challenge Tour präsentierte er sich anschließend in starker Form und verpasste die Qualifikation für die Darts WM 2026 nur hauchdünn. Auch bei der Q-School sah es lange vielversprechend aus. Doch das Erstrunden-Aus am letzten Tag gegen Chris Landman – trotz eines 96er-Averages – zerstörte die letzten Hoffnungen. Damit platzte sein Traum von einer Rückkehr auf die Pro Tour 2026, wie Unterbuchner bereits vor der WM im Exklusiv-Interview mit Dartsnews.de erklärte.
Für Andy Baetens, Jose de Sousa und Matt Campbell war die Q-School vor allem eine Chance zur Wiedergutmachung. Alle drei verloren nach der Darts WM ihre Tour Card und hofften, über die schnelle Route auf den PDC-Circuit zurückzukehren. Diese Mission scheiterte jedoch. Vor allem De Sousa, ehemaliger Major-Sieger und jahrelang eine feste Größe auf der Pro Tour, fand seine Bestform nicht. Auch Baetens und Campbell fehlte es in den entscheidenden Momenten, was unterstreicht, wie schmal die Margen auf diesem Niveau sind.
Auch andere bekannte Namen wie Jelle Klaasen, Richie Burnett, Scott Mitchell, Boris Krcmar, Scott Waites und John Henderson schafften es nicht, bei der Q-School eine Tour Card zu erobern.
Jelle Klaasen in Aktion
Jelle Klaasen sehen wir vorerst nicht mehr auf der Pro Tour

Auch kein Erfolg für Sherrock

Zuletzt galt viel Aufmerksamkeit Fallon Sherrock. Die Engländerin, die Darts 2019 mit ihren historischen WM-Siegen weltweit auf die Karte setzte, hoffte, endlich ihre erste Tour Card zu holen. Die Erwartungen waren hoch, doch die Realität war hart. Sherrock erlebte vier mühsame Tage und kam nie wirklich in die Nähe der Qualifikation. Damit muss sie mindestens ein Jahr auf eine neue Chance warten, um sich dauerhaft mit der Weltspitze zu messen.
Die Q-School zeigt erneut, wie unerbittlich der Profidarts-Sport sein kann. Große Namen, Weltmeister und Publikumslieblinge erhalten keine Sonderbehandlung. Jedes Leg, jeder Pfeil zählt. Für manche bedeutet das Aus lediglich einen vorübergehenden Umweg, für andere möglicherweise das Ende einer Ära. Fest steht: Der Weg zu einer PDC Tour Card ist härter denn je, und nur die konstantesten und mental stärksten Spieler können ihn meistern.
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