Neuer Rekord nach der Q-School: Diese 15 Deutschen starten 2026 auf der PDC Pro Tour

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 12 Januar 2026 um 6:00
Schindler_Hopp_Merk
Mit dem Ende der PDC Q-School 2026 ist endgültig klar, welche 128 Spieler in der kommenden Saison auf der PDC ProTour antreten werden. Nach den entscheidenden Tagen in Kalkar und Milton Keynes steht damit auch fest, welche deutschen Akteure sich ihren Platz im Profi-Zirkus gesichert haben.
Aus deutscher Sicht markiert dieses Ergebnis einen historischen Meilenstein. Erstmals in der Geschichte der PDC gehen 15 deutsche Spieler mit einer Tour Card in eine Saison. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2025, als zwölf Deutsche auf der ProTour vertreten waren, wird damit deutlich übertroffen. Anlass genug, einen genaueren Blick auf das bislang größte deutsche Aufgebot in der Königsklasse des Dartsports zu werfen.

Die etablierte Garde

Angeführt wird das deutsche Team auch im Jahr 2026 von Martin Schindler, der unangefochtenen deutschen Nummer eins. Der 29-Jährige startet als Weltranglisten-15. in die neue Saison und gehört damit zur erweiterten Weltspitze der PDC. In den vergangenen Jahren hat Schindler seine internationale Klasse vor allem auf der European Tour unter Beweis gestellt, wo er mittlerweile drei Titelgewinne feiern konnte.
Rangiert als erster Spieler der deutschen PDC-Geschichte in der Top-16 der Weltrangliste: Martin „The Wall“ Schindler
Rangiert als erster Spieler der deutschen PDC-Geschichte in der Top-16 der Weltrangliste: Martin „The Wall“ Schindler
Ebenfalls längst fest etabliert ist Ricardo Pietreczko. „Pikachu“ geht 2026 in sein fünftes PDC-Profi-Jahr und rangiert aktuell auf Platz 34 der Order of Merit. Der 31-Jährige hat sich insbesondere als deutscher Spieler mit den stärksten Nerven in großen Momenten einen Namen gemacht. Mehrere denkwürdige Auftritte auf Major-Bühnen sowie sein European-Tour-Titelgewinn 2023 unterstreichen seine Bedeutung für das deutsche Aufgebot.
Aus der nationalen Spitzengruppe nicht wegzudenken ist zudem Gabriel Clemens. Der „German Giant“ befindet sich zwar aktuell in der schwierigsten Phase seiner PDC-Karriere und ist in der Weltrangliste auf Position 47 abgerutscht, doch es gibt klare Anzeichen für einen Aufwärtstrend. Bei der Darts WM 2026 präsentierte sich Clemens überraschend stark, zog ohne Satzverlust in die dritte Runde ein und zeigte dort trotz einer 2:4-Niederlage gegen Luke Humphries die statistisch beste Leistung eines Deutschen in der WM-Geschichte. Dieser Auftritt macht Hoffnung, dass Clemens in der kommenden Saison wieder an frühere Höhen anknüpfen kann. Auch ohne bisherigen PDC-Titel zählt er – nicht zuletzt aufgrund seines WM-Halbfinaleinzugs 2023 – zu den größten deutschen Spielern der PDC-Geschichte und bleibt ein zentraler Hoffnungsträger.

Das Supertalent

Dieses Kapitel gehört nur einem Namen: Niko Springer. Der „Meenzer Bub“ gilt als vermutlich größtes Talent, das der deutsche Dartsport bislang hervorgebracht hat. In seinem Debütjahr auf der PDC Pro Tour legte Springer einen furiosen Start hin, qualifizierte sich für zahlreiche European-Tour-Events und krönte sich bei der Hungarian Darts Trophy in Budapest direkt zum Titelgewinner.
Damit schaffte Springer in seinem ersten Profi-Jahr die Qualifikation für die Europameisterschaft, den Grand Slam of Darts und den World Grand Prix. Ein durchweg herausragendes Jahr fand allerdings ein ernüchterndes Ende: Bei der WM im Alexandra Palace ging Springer als haushoher Favorit in sein Erstrundenmatch gegen Joe Comito, verlor jedoch nach enttäuschender Vorstellung mit 1:3. Dennoch bleibt festzuhalten: Springer spielte eine der erfolgreichsten Debütsaisons der jüngeren PDC-Geschichte und wird 2026 versuchen, diesen Weg konsequent fortzusetzen.

Der Kampf um die Tour Cards

Während Springer bereits im ersten Jahr seiner zweijährigen Tour Card den Sprung in die Top-64 geschafft hat, stehen für eine ganze Reihe deutscher Spieler nun entscheidende Monate an. Lukas Wenig, Max Hopp, Dominik Grüllich, Leon Weber, Maximilian Czerwinski und Kai Gotthardt kämpfen 2026 um den langfristigen Verbleib auf der Pro Tour.
Abgesehen von Wenig sicherten sich die übrigen fünf Akteure ihre Tour Cards allesamt bei der Q-School 2025 und gehen nun in ihr zweites Jahr. Um ihre Karten zu behalten, müssen sie zum Saisonende in der Top-64 der Weltrangliste stehen – andernfalls droht der erneute Gang zur Q-School.
Besonders Max Hopp und Dominik Grüllich leisteten im Vorjahr wichtige Vorarbeit, indem sie sich für die Darts WM qualifizierten und wertvolles Preisgeld sammelten. Lukas Wenig hingegen bewältigte seine Mission Tour-Card-Verteidigung bereits auf beeindruckende Weise: Als Qualifikant für den Grand Slam of Darts gewann er sensationell seine Gruppe und zog völlig überraschend ins Viertelfinale ein. Mit dieser Aufholjagd und der anschließenden WM-Qualifikation machte Wenig seinen Tour-Card-Erhalt perfekt – zu einem Zeitpunkt, als dieser bereits als höchst unwahrscheinlich galt.

Die Neulinge

Vervollständigt wird das deutsche Rekordaufgebot durch fünf erfolgreiche Q-School-Absolventen, die sich in Kalkar eine Tour Card für die Saisons 2026 und 2027 sichern konnten. Angeführt wird diese Gruppe von Arno Merk, der zuletzt Wochen und Monate wie aus einem Film erlebte.
Im November gewann Merk die PDC Europe Super League und qualifizierte sich erstmals als Amateur für die Darts WM im Ally Pally. Dort eröffnete er die größte WM aller Zeiten mit einem 3:1-Sieg gegen Kim Huybrechts, ehe er sensationell Peter Wright mit 3:0 aus dem Turnier nahm. Erst in Runde drei stoppte ihn Michael van Gerwen. Dieses Momentum nahm Merk mit nach Kalkar, wo er sich in Rekordtempo die Tour Card erspielte – Qualifikation für die Final Stage am ersten Tag, Tagessieg direkt am ersten Final-Stage-Tag.
Ebenfalls neu dabei sind Pascal Rupprecht, Matthias Ehlers, Yorick Hofkens und Marvin Kraft. Rupprecht kehrt nach einem Jahr Pause auf die Pro Tour zurück, nachdem er seine erste Tour Card nicht verteidigen konnte. Matthias Ehlers überzeugte als einer der erfolgreichsten Spieler der gesamten Q-School 2026, erreichte an zwei Tagen in Folge das Finale und krönte sich an Tag drei der Final Stage sogar zum Tagessieger. Der 44-Jährige gibt 2026 sein ProTour-Debüt.
Yorick Hofkens, erst 18 Jahre alt, gilt als eines der größten deutschen Talente. Nach starken Auftritten auf der European Tour und in der Super League sorgte er bei der Q-School mit einem Tagessieg für eine der Sensationen des Turniers. Die wohl größte Überraschung lieferte Marvin Kraft, der über die gesamte Woche hinweg konstant überzeugte und sich als Dritter der Order of Merit erstmals eine Tour Card sicherte.

Ein historisches Jahr für den deutschen Dartsport

Damit steht fest: 2026 gehen erstmals 15 deutsche Profis auf der PDC Pro Tour an den Start. Ihren ersten gemeinsamen Auftritt könnten sie ab dem 28. Januar beim Winmau World Masters 2026 erleben. Martin Schindler ist dort als Nummer 15 der Welt direkt für das Hauptfeld gesetzt, während die übrigen 14 Deutschen in der Vorrunde um den Einzug in die Major-Endrunde kämpfen müssen.
Das Brot-und-Butter-Geschäft der Pro Tour nimmt wenig später Fahrt auf: Die Players-Championship-Saison beginnt am 9. Februar mit einem doppelten Heimspiel in Hildesheim – ein symbolträchtiger Start für das größte deutsche Aufgebot, das es in der Geschichte der PDC je gegeben hat.
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