Großartige Serie gerissen – doch gibt es noch Hoffnung für die Familie Whitlock?

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 11 Januar 2026 um 9:15
Simon Whitlock (2)
Erstmals in der PDC-Geschichte wird Simon Whitlock in diesem Jahr nicht am World Cup of Darts teilnehmen. Der ikonische Australier ist nicht mehr für einen Platz im Nationalteam berechtigt, nachdem sein Landsmann Adam Leek bei der Q-School überraschend eine PDC Tour Card gewonnen hat. Damit reißt eine außergewöhnliche Serie: Whitlock hatte bislang an allen sechzehn Ausgaben des Nationenturniers teilgenommen.
Das australische Team setzt sich traditionell aus den zwei bestplatzierten PDC Tour Card-Inhabern des Landes zusammen. Lange Zeit deutete vieles darauf hin, dass Whitlock auch 2026 erneut an der Seite von Damon Heta antreten würde, obwohl er Ende des vergangenen Jahres seine Tour Card verloren hatte. Da Heta 2025 der einzige australische Tour Card-Holder war, durfte Whitlock dennoch starten. Dieses Szenario ist nun endgültig vom Tisch.

Adam Leek überrascht bei der Q-School

Für die große Überraschung sorgte Adam Leek am ersten Tag der Finalphase der UK Q-School in Milton Keynes. Der Australier gewann dort sechs Matches und sicherte sich damit eine PDC Tour Card für die kommenden zwei Saisons. Auf seinem Weg überzeugte Leek mit bemerkenswerten Siegen, unter anderem gegen Dylan Slevin, einen Ex-PDC-Profi und WM-Teilnehmer, sowie gegen Darts-Legende Steve Beaton.
Simon Whitlock kehrte im Dezember auf die Ally-Pally-Bühne zurück
Simon Whitlock kehrte im Dezember auf die Ally-Pally-Bühne zurück
Im alles entscheidenden Match um die Tour Card setzte sich Leek nach einer hochspannenden Partie mit 6:5 gegen Tyler Thorpe durch. Mit diesem Erfolg ist er nun offiziell PDC Tour Card-Holder und rückt in der nationalen Rangfolge an Simon Whitlock vorbei. Damit ist Leek grundsätzlich berechtigt, gemeinsam mit Damon Heta Australien beim World Cup of Darts zu vertreten.

Ende einer beeindruckenden Serie

Das Verpassen des World Cup of Darts markiert einen historischen Einschnitt in der Karriere von Simon Whitlock. Gemeinsam mit Willie O’Connor aus Irland und Mensur Suljovic aus Österreich gehörte er zu den lediglich drei Spielern, die an sämtlichen bisherigen Austragungen des Turniers teilgenommen hatten. 2022 krönte Whitlock seine World-Cup-Geschichte mit dem Titelgewinn an der Seite von Damon Heta. Zehn Jahre zuvor stand er bereits gemeinsam mit Paul Nicholson im Finale.
Der heute 56-jährige Australier blickt insgesamt auf eine herausragende Laufbahn zurück. Er erreichte das Finale der PDC Darts WM 2010, nachdem er bereits 2008 im Endspiel der BDO-WM gestanden hatte, gewann die Europameisterschaft und zählte über viele Jahre zur absoluten Weltspitze. Zu Recht gilt Simon Whitlock als der beste australische Dartspieler aller Zeiten.
Im vergangenen Jahr hatte sich Whitlock noch durch den Sieg in der ANZ Premier League für die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace qualifiziert. Dort schied er jedoch in der ersten Runde nach einer knappen 2:3-Niederlage gegen Connor Scutt aus.

Doch noch Hoffnung?

Ganz ausgeschlossen ist eine Teilnahme Whitlocks am World Cup of Darts im Juni dennoch nicht – zumindest indirekt. Die Nominierung von Adam Leek ist noch nicht zu hundert Prozent sicher, denn ein weiterer Kandidat steht bereit: Mason Whitlock, der Sohn von Simon Whitlock. Der junge Australier ist in dieser Woche bei der EU Q-School im Einsatz und unternimmt am heutigen Schlusstag einen weiteren Anlauf, um sich eine PDC Tour Card zu sichern. Sollte ihm das gelingen, entscheiden Adam Leek und Mason Whitlock untereinander, wer Damon Heta beim World Cup of Darts begleiten wird – und der Name Whitlock könnte doch wieder im Teilnehmerfeld des Nationenturniers auftauchen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading