„Ich küsste das Zicklein meines Sohnes – dann traf ich das entscheidende Doppel“: Samuel Price erzählt vom emotionalen Weg zur PDC Tour Card

PDC
Dienstag, 13 Januar 2026 um 10:00
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Samuel Price hat sich auf emotionale und bemerkenswerte Weise seine erste PDC Tour Card gesichert. Der 32-jährige Engländer erkämpfte sich in der Arena MK in Milton Keynes einen heiß begehrten Platz auf dem PDC-Circuit bis Ende 2027. In einem nervenaufreibenden Entscheidungsspiel gegen Lewis Pride behielt Price im richtigen Moment einen kühlen Kopf, doch vor seinem siegbringenden Wurf sorgte vor allem ein besonderes Ritual für Aufsehen: Er küsste ein kleines Spielzeugziegenböckchen, das er von seinem Sohn bekommen hatte.
Für Price bedeutete der Gewinn seiner PDC Tour Card die Krönung jahrelanger Arbeit, Rückschläge und Beharrlichkeit. Der Engländer hatte noch nie zuvor eine PDC Tour Card besessen, packte diese Chance jedoch bei der Q-School mit beiden Händen. Der Weg dorthin war hart und voller Spannung, mit dem absoluten Höhe- – oder Tiefpunkt, je nach Perspektive – dem Entscheidungsspiel gegen Pride.

Thriller bis zum letzten Pfeil

Das Duell mit Lewis Pride war eines, das man so schnell nicht vergisst. Price geriet mehrfach unter Druck und musste sogar einen Matchdart gegen sich überstehen. Wo andere vielleicht der Anspannung erlegen wären, blieb Price bemerkenswert ruhig. In der entscheidenden Leg traf er schließlich die Doppelfünf und machte damit seine PDC Tour Card klar.
Kurz vor diesem entscheidenden Wurf war zu sehen, wie Price ein kleines Spielzeugziegenböckchen küsste. Dieser Moment war alles andere als zufällig. „Das Zicklein hat keinen Namen“, erklärte Price anschließend. „Ich habe es von meinem Sohn bekommen. Er wird bald drei Jahre alt und hat es mir gegeben, bevor ich nach Milton Keynes aufgebrochen bin. Er wünschte mir viel Glück, und offenbar hat es funktioniert.“
Der Engländer lachte, doch die Emotionen waren deutlich sichtbar. „Ich glaube wirklich, dass ich es geküsst habe, bevor ich die Doppelfünf geworfen habe. Und der Dart saß. Dieses Zicklein habe ich gestern bekommen, und seitdem ist der Rest Geschichte.“

Persönliche Bedeutung

Der Erfolg hatte für Price eine zusätzliche emotionale Note, weil er sich auch auf sein Privatleben auswirkt. Sein Sohn feiert nächste Woche seinen dritten Geburtstag, genau in einer Phase, in der Price normalerweise auf der Challenge Tour unterwegs wäre. „Mein Sohn wird nächste Woche drei, während ich eigentlich auf dem Weg zur Challenge Tour gewesen wäre“, erklärte Price. „Dank dieses Ergebnisses kann ich jetzt einfach bei seinem Geburtstag dabei sein. Das bedeutet mir unglaublich viel.“
Die Emotionen kochten danach hoch. „Ich bin eigentlich sprachlos“, gab er zu. „Das ist ein Traum, der wahr wird. Ich habe mir gerade meinen Traum erfüllt.“

Langer und harter Weg

Der Gewinn seiner PDC Tour Card war alles andere als selbstverständlich. Price stand früher in der Woche kurz vor dem Aus und verpasste beinahe die Finalphase und die zweite Runde am letzten Tag. Schließlich sicherte er sich durch einen knappen Sieg über George Killington in einem entscheidenden Leg doch noch die zweite Runde.
Danach startete Price eine beeindruckende Serie. Er besiegte Derek Coulson mit einem Average von stolzen 102 Punkten, was sofort zeigte, dass er auch leistungsmäßig bereit für den nächsten Schritt war. Anschließend schaltete er den ehemaligen Juniorenweltmeister Arron Monk aus, ehe auch Stephen Burton das Nachsehen hatte.
All diese Siege brachten Price schließlich in das alles entscheidende Match gegen Pride, in dem er trotz enormer Anspannung standhaft blieb. „Ich habe in meinem Leben noch nie so viel Druck gespürt“, gestand Price offen. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich gut gespielt habe. Ich habe ein paar sehr starke Averages geworfen und weiter daran geglaubt.“
Mit seiner PDC Tour Card in der Tasche darf sich Samuel Price in den kommenden Saisons mit den besten Dartspielern der Welt messen. Für den 32-jährigen Engländer fühlt es sich wie ein Neuanfang an, aber auch wie eine Belohnung für jahrelange Hingabe an den Sport. „Das macht alles lohnenswert“, schloss er. „Es war eine lange, zermürbende Woche, aber dieses Gefühl ist unbeschreiblich.“
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