„Sehr wahrscheinlich gehe ich nächstes Jahr zur Q-School, und dann sehen wir, wohin die Reise führt“ – Nick Zwittniggs Pläne im Darts nach seinem Euro Tour Debüt

PDC
Samstag, 09 Mai 2026 um 14:33
Nick Zwittnigg (1)
Für Nick Zwittnigg wurde der Freitag bei den Austrian Darts Open zu einem Moment, den er wohl nie vergessen wird. Der Österreicher feierte in Graz sein Debüt auf der European Tour und lieferte vor heimischer Kulisse direkt eine starke Leistung ab. Gegen den erfahrenen Andrew Gilding hielt der Qualifikant über die komplette Distanz mit, musste sich am Ende aber knapp mit 4:6 geschlagen geben.
Dabei erwischte Zwittnigg sogar den besseren Start. Mit einem starken 101er-Finish nahm er „Goldfinger“ früh ein Anwurfleg ab und brachte die Fans in der Halle früh zum Toben. Gilding reagierte allerdings sofort, holte sich das Break zurück und nutzte anschließend seine Erfahrung in den entscheidenden Momenten. Nach mehreren Holds auf beiden Seiten setzte sich der ehemalige Major-Sieger schließlich durch und verhinderte eine große Überraschung in Graz.

Emotionale Premiere vor heimischem Publikum

Vor allem der Walk-on hinterließ bei Zwittnigg bleibenden Eindruck. Der Österreicher sprach nach der Partie offen über die Emotionen, die ihn vor seinem ersten Auftritt auf der großen Bühne begleiteten.
„Ich muss ehrlich sein, der Walk-on war hart wegen den Emotionen und der Nervosität“, erklärte Zwittnigg nach dem Match gegenüber Dartsnews.de. „Aber sobald ich auf der Bühne stand, war es ein tolles Gefühl. Die Fans standen voll hinter mir, besonders nach dem 101-Finish. Danach war die Halle am beben — es war unfassbar.“
Obwohl die Nachmittagssession am Freitag traditionell nicht die vollste auf der European Tour ist, unterstützten die Zuschauer ihren Landsmann lautstark. Besonders die „We are from Austria“-Gesänge sorgten beim Debütanten für Gänsehaut.
„Die ersten Jubelschreie und die ‚We are from Austria‘-Gesänge haben mir irrsinnige Gänsehaut bereitet. Es war einfach ein tolles Gefühl“, sagte Zwittnigg.

Von der WM vor dem Fernseher zur European Tour

Noch vor wenigen Jahren verfolgte Zwittnigg die Darts-Weltmeisterschaft lediglich als Fan. Inzwischen steht er selbst auf der großen Bühne und misst sich mit etablierten Profis. Der Kärntner beschrieb seinen bisherigen Weg im Darts als klassischen Einstieg vieler Spieler.
„Ich habe die Weltmeisterschaft geliebt, mir dann ein Board gekauft und angefangen zu trainieren. Schließlich habe ich nach einem Verein gesucht und in Klagenfurt einen gefunden. Seitdem ist meine Leidenschaft einfach, immer besser zu werden.“
Der Auftritt bei den Austrian Darts Open kam für ihn dennoch überraschend schnell. Zwar hatte Zwittnigg nach eigenen Aussagen in den vergangenen Wochen stark trainiert, mit einer direkten Qualifikation für die European Tour rechnete er aber nicht unbedingt.
„Ehrlich gesagt wusste ich, dass mein Training in den letzten Wochen wirklich gut war, und ich hatte das Gefühl, ein paar Siege seien möglich. Aber dass es gleich beim ersten Versuch klappt und ich mich direkt qualifiziere, war sehr unerwartet.“
Der Österreicher sammelte bislang vor allem bei WDF-Turnieren und regionalen Events Erfahrung. Langfristig verfolgt er jedoch deutlich größere Ziele. Nicht ohne Grund steht in seiner Instagram-Bio bereits der Hinweis „Road to Q-School“.
Zwittnigg bestätigte, dass er seine Zukunft weiterhin im professionellen Darts sieht. Die PDC Q-School 2027 gilt dabei als nächster großer Schritt.
„Höchstwahrscheinlich gehe ich nächstes Jahr zur Q-School, und dann sehen wir, wohin die Reise führt.“

Starke Leistung trotz bitterem Ende

Auch sportlich hinterließ Zwittnigg bei seinem Debüt einen überzeugenden Eindruck. Gerade in der Schlussphase brachte er Gilding mehrfach unter Druck und blieb bis zum Ende in Schlagdistanz. Beim Stand von 4:4 bekam der Österreicher die Chance, das Match möglicherweise auf seine Seite zu ziehen, verlor jedoch etwas den Rhythmus.
„Natürlich wusste ich bei 4:4, dass er Fehler macht und ich die Chance hatte, dranzubleiben. Dann wurde mein Arm einfach schwer und ich habe meinen Rhythmus nicht mehr gefunden.“
Im entscheidenden Moment zeigte Gilding schließlich seine Klasse. Während Zwittnigg auf 129 Restpunkten stehen blieb, checkte der Engländer 40 Punkte zum vorentscheidenden Break und später auch zum Matchgewinn.
Trotz der Niederlage überwog beim Österreicher am Ende klar die Freude über das Erlebte.
„Definitiv überwiegt die Freude darüber, überhaupt die Chance gehabt zu haben, auf dieser Bühne zu spielen. Es war ein unglaubliches Erlebnis“, sagte Zwittnigg. „Ich habe vier Legs gewonnen und kann definitiv stolz darauf sein, was ich heute hier erreicht habe.“
Auch nach dem Match wollte der Debütant den besonderen Tag in Graz noch weiter genießen. Statt direkt abzureisen, kündigte er an, sich auch die restlichen Spiele des Tages anzuschauen und die Atmosphäre weiterhin aufzusaugen.
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