Stephen Bunting hat seinen Start bei den 2025 Australian Darts Masters nicht verpasst. Die Nummer vier der Welt erledigte den australischen Debütanten Brody Klinge in der ersten Runde mit überzeugenden Zahlen: 6-1 und erzielte dabei einen beeindruckenden Average von 101,3.
Nach einer enttäuschenden Kampagne in New York und einem Viertelfinaleinzug beim World Matchplay wusste Bunting, dass er in Australien eine Wende herbeiführen musste. "Ich habe mich zu 100 Prozent auf den heutigen Tag vorbereitet", sagte er anschließend. "Wir hatten hier ein paar Tage Zeit, um uns zu akklimatisieren, und ich fühle mich wirklich frisch. Meine biologische Uhr stimmt und ich hoffe, dass ich dieses Turnier gewinnen kann."
Die Auslosung brachte ihn mit Klinge zusammen, einem neuen Talent auf dem australischen Circuit, das in letzter Zeit mit Averages über 100 und einigen lokalen Turniersiegen beeindruckt hatte. Der haushohe Favorit zeigte seine Klasse im sechsten Leg mit einem großartigen 161er Finish, seinem einzigen Gewinnleg. Aber Bunting schenkte kaum etwas her und entschied das Spiel mit konstanten Scores und gezielten Doppeln. "Ich wusste nicht viel über ihn, aber ich hatte den Bericht auf der PDC Seite gelesen", sagte Bunting. "Ich wusste, dass es schwer werden würde. Wir haben nichts dem Zufall überlassen und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich es geschafft habe."
Hinter der wiedergewonnenen Schärfe steht die bewusste Entscheidung, das Tempo zu drosseln. Der Engländer gab freimütig zu, dass die anstrengende Saison ihren Tribut gefordert hat. "Es war bisher ein hartes Jahr. Nach dem Matchplay bin ich für eine Weile in meinen Wohnwagen gegangen, einfach ein paar Tage ganz ohne Darts. Einfach eine Weile abschalten. Hier in Australien hatte ich auch ein paar Tage frei, wir gingen in den Zoo und ich verbrachte etwas Zeit mit meinem Manager."
Der Wohnwagen, der etwas mehr als eine Autostunde von seinem Zuhause in Nordwales entfernt ist, dient ihm zum Auftanken. "Es ist wirklich ein Ort, an dem man dem Alltag entfliehen kann. Kein Stress im Alltag. Ich kann mich dort entspannen, es genießen und mich wirklich erholen, um mich auf die anstrengende zweite Hälfte der Saison vorzubereiten."
Für den inzwischen 40-jährigen Bunting ist das Energiemanagement entscheidend geworden. "Ich bin kein junger Hund mehr, wie ich es vor 20 oder 25 Jahren war. Manchmal schleicht sich Müdigkeit ein, und das merkt man in bestimmten Matches. Ich war verbittert über meine Niederlage gegen Johnny beim Matchplay, aber vielleicht habe ich mir auch zu viel Druck gemacht. Wir sind in der Rangliste nah beieinander, und manchmal lässt man sich davon mitreißen. Es geht darum, dass ich weiterhin das tue, was für mich funktioniert, um das Beste aus mir herauszuholen."
Mit Blick auf den Rest der Saison hat er eine klare Priorität: fit und geistig fit zu bleiben. "Ich muss sicherstellen, dass ich zu 100 Prozent fit bin, mich gut fühle und meine besten Darts zum richtigen Zeitpunkt spielen kann. Das ist es, woran ich arbeite."
Außerhalb der Dartscheibe findet Bunting auch Unterstützung durch seine Familie und sein Management. "Ich habe eine junge Familie, und das haben nicht viele Spieler. Ich muss mich sowohl um sie als auch um mich selbst kümmern, also bin ich gut aufgestellt. Ich habe eine großartige Familie im Rücken, ein gutes Management, und ich freue mich wirklich auf das, was noch kommen wird."
Das australische Publikum gab ihm dabei sofort Auftrieb. "Das Publikum war heute unglaublich. Ich habe überall Schilder mit der Aufschrift 'Bunting' gesehen. Eine Million Meilen von zu Hause entfernt und doch so viel Unterstützung, das hilft mir wirklich bei solchen Spielen."
Auch seine körperliche Verfassung wurde diskutiert, zumal Kollegen wie Gerwyn Price mit großen Gewichtsverlusten Schlagzeilen machten. Bunting bleibt besonnen. "Ich will mich nicht zu sehr verändern. Jim Williams sagte, er habe zu viel Gewicht verloren und esse jetzt wieder extra Pudding. Ich fühle mich einfach gut und genieße meine Darts."
Mit seiner wiedergefundenen Form freut sich Bunting bereits auf seine nächste Herausforderung, gegen das Toptalent Josh Rock. "Ich möchte in den nächsten Jahren in der Premier League und der World Series spielen. Um das zu erreichen, muss ich hart arbeiten, aber ich bin bereit, das zu tun, um in dieser Position zu bleiben".
Sylke Puck ist seit vielen Jahren Teil unseres Redaktionsteams und gehört zu den vielseitigsten Mitgliedern von dartsnews.de. Sie berichtet regelmäßig in Liveblogs über aktuelle Turniere, verfasst Hintergrundberichte und Artikel und trägt mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft wesentlich zur Qualität unserer Berichterstattung bei. Durch ihre zuverlässige Arbeitsweise, ihre Begeisterung für den Sport und ihren Blick für Details ist sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Teams geworden.
Die deutsche Sportjournalistin kam als Seiteneinsteigerin zum Journalismus und entdeckte 2021 ihre Leidenschaft für den Darts-Sport. Seitdem hat sie sich ein beachtliches Portfolio aufgebaut und sich als feste Größe in der Darts-Berichterstattung etabliert. Neben ihrer Arbeit für dartsnews.de schreibt sie gelegentlich auch für dartsnews.com, wo ihre Artikel ein internationales Publikum erreichen.
Ihr Schreibstil zeichnet sich durch Präzision, Einfühlungsvermögen und ein tiefes Verständnis für Spieler und Fans gleichermaßen aus – Eigenschaften, die sie zu einer wertvollen Stimme im DartsNews-Netzwerk machen.