Die PDC
gab kürzlich die Qualifikationskriterien für die World Series Finals bekannt. Im
Podcast Darts Draait sparte
Vincent van der Voort nicht mit Kritik. Der ehemalige Profispieler nannte das neue System „aussichtslos“ und ging hart mit der Art ins Gericht, wie sich Spieler künftig für das Endturnier qualifizieren können.
Nach dem neuen Modus qualifizieren sich die ersten 24 Spieler der World Series Order of Merit direkt für die World Series Finals. Hinzu kommen die vier bestplatzierten Spieler der Weltrangliste, die sich noch nicht über jene Wertung qualifiziert haben. Die letzten vier Tickets werden über ein Qualifikationsturnier vergeben.
Für Van der Voort ist diese Konstruktion jedoch schwer zu verteidigen. Besonders der Umstand, dass sich Spieler qualifizieren können, ohne auch nur ein einziges Match gewonnen zu haben, stößt ihm völlig sauer auf.
„Es werden Leute mitmachen, die einfach kein Spiel gewonnen haben, und die werden dann mit einem Endturnier belohnt. Das ist völlig daneben“, erklärt Van der Voort. „Wenn du Sport betreibst, geht es um Leistung.“
„Welcher Idiot hat sich das ausgedacht?“
Van der Voort nennt unter anderem
Simon Whitlock als Beispiel. Weil der Australier an mehreren World Series-Turnieren teilgenommen hat, kann er laut dem Ex-Profi selbst mit zwei klaren Niederlagen genug Punkte sammeln, um in der Rangliste weit oben zu landen.
„Wir haben oft das Beispiel Whitlock. Der darf jetzt zweimal mitmachen. Wenn er zweimal 6:0 verliert, steht er trotzdem gut genug da, um das Endturnier zu erreichen. Welcher Idiot hat sich das ausgedacht? Dann stimmt doch ernsthaft etwas nicht in deiner Birne.“
Auch Spieler, die in diesem Jahr bereits bei den World Series-Turnieren in Bahrain und Saudi-Arabien angetreten sind, profitieren Van der Voort zufolge von dem System.
„Dann hast du kein Spiel gewonnen, zweimal ordentlich auf den Deckel bekommen und darfst als Bonus noch ein drittes Mal mitmachen.“
Dass die PDC zuvor angab, vor allem Sieger belohnen zu wollen, hält Van der Voort daher für unglaubwürdig. „Das ist Gelaber.“
Vincent van der Voort ist nicht gut auf die Qualifikationskriterien für die World Series Finals zu sprechen
Laut Van der Voort liegt die Alternative auf der Hand
Zwar weist Moderator Damian Vlottes darauf hin, dass auch das alte System Nachteile hatte, weil sich Spieler qualifizieren konnten, ohne überhaupt an der World Series teilgenommen zu haben, doch Van der Voort findet die Lösung viel einfacher.
„Dann musst du es einfach mit 32 machen“, sagt er. „Dann sind es nur die Leute, die mitgemacht haben. Dann sind es echte Finals. Einfach die besten 32 dieser Rangliste.“
Gleichzeitig räumt er ein, dass auch dieses System nicht perfekt wäre.
„Dann bekommst du wirklich ein sehr großes Murksturnier. Dann kommen Leute, die 6:0 verloren haben, noch in die Nähe. Wenn sie 6:1 verloren haben, kommst du vielleicht auch noch in die Nähe.“
Laut Van der Voort zeigt der neue Modus vor allem, dass der PDC keine kreativere Lösung eingefallen ist.
„Die Spieler reden immer davon, dass man Leistung bringen muss. Und dann machst du so etwas. Wenn dir nichts Besseres einfällt als das, dann läuft etwas schief. Die machen einfach irgendwas.“
Niederländische Dartspieler profitieren hingegen von den neuen Regeln
Trotz seiner scharfen Kritik erkennt Van der Voort an, dass die neuen Regeln für mehrere niederländische Spieler durchaus vorteilhaft sein können. Michael van Gerwen, Gian van Veen und Danny Noppert scheinen dadurch hervorragende Karten zu haben, während auch Wessel Nijman weiterhin gute Chancen besitzt.
„Für diese Spieler ist es natürlich top, dass es diese Regeln gibt. Dann musst du keine Qualifikation spielen. Du hast einfach die Chance, sehr viel Geld zu verdienen und ein schönes Turnier zu spielen. Im eigenen Land.“
Zudem kann eine gute Leistung bei den World Series Finals möglicherweise auch noch ein Ticket für den Grand Slam of Darts einbringen.
„Auch noch obendrein. Darüber müssen sie sich nicht so viele Sorgen machen.“
Fragezeichen um Raymond van Barneveld
Am Ende des Podcasts kommt auch Raymond van Barneveld zur Sprache. Der fünffache Weltmeister muss versuchen, sich über das Qualifikationsturnier zu qualifizieren, doch am Eröffnungstag der World Series Finals steht auch eine bereits geplante Clinic in seinem Kalender.
Van der Voort vermutet jedoch, dass das kein großes Problem sein muss. „Wenn er sich qualifiziert, wird er die ohnehin absagen müssen. Ich nehme an, dass er die World Series Finals nicht absagt. Das ist natürlich ärgerlich, wenn du diese Clinic gebucht hast, aber vielleicht hat er das im Vorfeld schon geregelt. Das weiß ich natürlich nicht.“
Da das Qualifikationsturnier bereits am 24.08. gespielt wird, weiß Van Barneveld laut Van der Voort frühzeitig, woran er ist.
Der ehemalige Dartsprofi hofft vor allem, dass sein guter Freund noch einmal auf einer großen Bühne glänzen kann.
„Natürlich hoffen wir, dass er irgendwo noch etwas zeigt. Dass er sich mit einem schönen Endturnier verabschieden kann. Er muss ohnehin die WM erreichen. Man hofft, dass er nicht einfach sang- und klanglos verschwindet.“
Van der Voort schließt mit einem klaren Wunsch für die niederländische Darts-Legende. „Man will nicht, dass er bei so einem WM-Qualifikationsturnier zwischen den schwächeren Spielern scheitert.“