Luke Littler hat seine Pfeile vorerst zur Seite gelegt. Der 19‑jährige Engländer genießt nach einer kräftezehrenden Phase auf dem PDC‑Circuit einen wohlverdienten Urlaub in den Vereinigten Staaten. Zusammen mit seiner Freundin Faith Miller besucht der amtierende
World Matchplay‑Champion mehrere touristische Hotspots, weit weg vom Trubel der Dartbühnen. Dennoch zog Littler im Urlaub erneut Aufmerksamkeit auf sich. Nicht mit einer spektakulären Finish‑Serie oder einem weiteren Titel, sondern mit einem auffälligen Aufruf auf Instagram.
Nach seinem beeindruckenden Triumph beim
World Matchplay im Juli kündigte Littler bereits an, die nächste Zeit vor allem der Erholung zu widmen. Der Youngster hatte erneut eine extrem intensive Phase hinter sich, in der er nahezu ständig für Turniere, Exhibitions und andere Verpflichtungen unterwegs war. Ein Urlaub in den USA sollte ihm die Chance geben, den Kopf freizubekommen.
„Ich muss abschalten, nach Amerika fliegen, zur Ruhe kommen und nicht an Darts denken“, sagte Littler nach seinem Triumph in Blackpool.
An diese Worte hält sich der Teenager offenbar vorbildlich. Über Instagram teilt Littler regelmäßig Eindrücke aus seinem Urlaub. So besuchte er mit Faith Miller die Universal Studios in Orlando und machte zudem Station in Busch Gardens in Tampa. Die Freizeitparks bilden einen deutlichen Kontrast zu seiner gewohnten Umgebung. Statt Board, Bühne und Tausenden Zuschauern stehen nun Achterbahnen und amerikanische Attraktionen im Mittelpunkt.
Ganz ohne seine Community ging es dann doch nicht. Nach einem Besuch in Busch Gardens stieg der Engländer in den Bus zurück zu seiner Unterkunft. Dort entdeckte er, dass ein anderer Fahrgast ein Fußballtrikot liegen gelassen hatte. Es handelte sich um ein Shirt von Hull City, dem Championship‑Club aus England.
Littler fotografierte das Fundstück und stellte es mit einer klaren Botschaft auf Instagram. „Wem gehört dieses Trikot aus demselben Bus wie ich zurück von Busch Gardens? Meldet euch bei mir“, schrieb der Darter.
Besondere Geschichte
Der Besitzer des Trikots könnte damit am Ende eine besondere Geschichte erzählen. Littler ist selbst ein großer Fußballfan, seine Sympathien gelten jedoch nicht Hull City. Der junge Engländer macht aus seiner Liebe zu Manchester United kein Geheimnis. Trotzdem wollte er dem Besitzer helfen, das verlorene Kleidungsstück wiederzufinden. Vielleicht entsteht daraus sogar eine einmalige Begegnung, bei der der Eigentümer nicht nur sein Shirt zurückerhält, sondern auch eine Autogrammkarte eines der populärsten Darter der Welt.
Luke Littler gewann zum zweiten Jahr in Folge das World Matchplay
Das Timing von Litters Urlaub ist kein Zufall. Der Engländer fehlt aktuell beim doppelten World Series of Darts‑Wochenende in Australien und Neuseeland. Während mehrere Topnamen in die Südhemisphäre gereist sind, hat Littler bewusst Ruhe und Entspannung vorgezogen.
Das bedeutet, dass der Zweitplatzierte der World Series‑Rangliste vorerst keine Punkte hinzufügen kann. Littler hat in dieser Saison bereits einen starken Eindruck in der World Series hinterlassen. Er gewann das Turnier in Saudi‑Arabien und erreichte zudem das Finale in den Vereinigten Staaten. Seine Abwesenheit ist daher auffällig, passt aber zu seinem Wunsch, nach der erfolgreichen Phase kurz Abstand vom Sport zu nehmen.
Mehrere Topspieler fehlen bei der World Series down under
Auffällig ist, dass auch die beiden anderen Spieler aus den Top drei der World Series‑Rangliste fehlen. Michael van Gerwen, aktuell die Nummer eins, hat ebenfalls entschieden, nicht nach Australien und Neuseeland zu reisen. Der Niederländer wählte einen Familienurlaub und teilte Aufnahmen seiner Reise nach Ibiza.
Auch Luke Humphries verzichtet auf beide World Series‑Turniere. Der Engländer verbringt ebenfalls Zeit mit seiner Familie und legt damit, wie Littler und Van Gerwen, eine kurze Pause vom hektischen Dartsleben ein.
Durch das Fehlen der drei bestplatzierten Spieler eröffnet sich Spielraum für andere, sich zu profilieren. Gian van Veen ist der höchstplatzierte Starter im Feld und erhält damit eine hervorragende Chance, wichtige Punkte zu sammeln. Auch Gerwyn Price, Jonny Clayton, James Wade, Josh Rock, Stephen Bunting, Ross Smith und Damon Heta gehören zu den prominenten Namen vor Ort.
Für Littler steht die nächste Zeit jedoch vor allem im Zeichen des Genießens. Der junge Engländer hat nach seinem World Matchplay‑Sieg klar gemacht, dass er vorerst nicht an Darts denken möchte. In den USA scheint er dieses Versprechen einzulösen. Und doch sorgt er, selbst ohne Board in der Nähe, bemerkenswerterweise weiter für Schlagzeilen.