„Wenn alles zusammenpasst, bin ich ein beängstigender Gegner“ – Tom Sykes schickt Ansage an die PDC-Elite

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 10 August 2026 um 8:30
Tom Sykes (1)
Tom Sykes hat in den vergangenen Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er sich auf dem PDC-Circuit keineswegs verstecken muss. Nach starken Auftritten auf der Pro Tour sorgte der Engländer zuletzt auch bei seinem Debüt auf der European Tour für Aufsehen: Bei seinem ersten Turnier auf der europäischen Bühne marschierte er auf Anhieb bis ins Halbfinale.
Inzwischen wächst auch Sykes' Selbstvertrauen. Schon vor dem Gewinn seiner Tour Card war er überzeugt davon, spielerisch mit den Besten der Welt mithalten zu können. Mittlerweile sieht er seine damalige Einschätzung durch die ersten Ergebnisse bestätigt – und traut sich perspektivisch sogar einen großen PDC-Titel zu.

Sykes kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück

Bei Operation Bullseye, einem besonderen Event, bei dem PDC-Profis gemeinsam mit Spielern aus dem Militär antreten, kehrte Sykes zur Bradmore Farm zurück. Die Spielstätte ist eng mit dem Amateur Darts Circuit (ADC) verbunden und für den Engländer kein unbekanntes Terrain.
Tom Sykes jubelt.
Tom Sykes hat nach starken Leistungen auf der Pro Tour und seinem European-Tour-Debüt große Ziele und ist überzeugt, jeden Gegner schlagen zu können.
„Es ist das erste Mal seit dem vergangenen Jahr, dass ich wieder hier bin. Sie haben hier wirklich einiges gemacht und für heute Abend sieht alles richtig gut aus“, sagte Sykes gegenüber Online Darts.
Die Bühne selbst war für ihn allerdings Neuland. „Es war schön, wieder durch die Tür zu kommen. Die Bühne sieht gut aus. Ehrlich gesagt habe ich hier noch nie auf der Bühne gespielt, deshalb freue ich mich darauf.“

Traumdebüt auf der European Tour

Sportlich hatte Sykes zuletzt allen Grund zur Freude. Nachdem er bereits auf der Pro Tour sein Potenzial angedeutet hatte, gelang ihm bei seinem Debüt auf der European Tour auf Anhieb der Einzug ins Halbfinale.
„Es war großartig. Ehrlich gesagt war es genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, blickte er zurück. „Ich habe jede Sekunde genossen. Bei meinem Debüt direkt ein Halbfinale zu erreichen, ist ein richtig gutes Gefühl.“
Allerdings lernte Sykes auch die körperlich fordernde Seite eines langen European-Tour-Wochenendes kennen. „Das sind lange Tage. Der letzte Tag war so heiß und so lang. Ich glaube, am Ende ist mir ein wenig die Energie ausgegangen. Aber es war eine gute Erfahrung.“

„Ich kann mit den Besten der Welt mithalten“

Für Sykes bestätigen die jüngsten Ergebnisse eine Überzeugung, die er bereits vor dem Gewinn seiner Tour Card hatte. „Schon bevor ich meine Tour Card bekommen habe, habe ich gesagt: Ich weiß, dass ich das Spiel habe, um mit den Besten der Welt mitzuhalten. Jetzt fangen wir an, das auch zu beweisen.“
Genau daran möchte er in den kommenden Monaten anknüpfen. „Hoffentlich kann ich das weiter beweisen und mir am Ende des Jahres die Plätze im Ally Pally und bei den Players Championship Finals sichern.“
Dass die Ergebnisse nicht sofort kamen, führt Sykes vor allem auf eine notwendige Eingewöhnungsphase zurück. Zwar hatte er bereits im vergangenen Jahr erste Erfahrungen auf der Pro Tour gesammelt, eine komplette Saison gegen die Weltelite stellte ihn dennoch vor eine neue Herausforderung.
„Es ging einfach darum, Zeit zu bekommen, um mich anzupassen. Man muss sich erst daran gewöhnen, und das ist nicht einfach. Ich habe im vergangenen Jahr schon ein paar Turniere gespielt und wusste deshalb ungefähr, was mich erwartet.“
Mittlerweile sieht er diese Phase weitgehend als abgeschlossen an. „Es dauert einfach, bis man sich daran gewöhnt hat, jede Woche gegen die besten Spieler der Welt zu spielen. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich inzwischen angepasst habe und es gut läuft.“

Tour Card allein ist Sykes nicht genug

Seine Tour Card nach Ablauf der ersten beiden Jahre zu behalten, ist für Sykes selbstverständlich ein wichtiges Ziel. Darauf beschränken möchte er seine Ambitionen allerdings nicht. „Man muss sich höhere Ziele setzen. Wenn ich gut spiele, habe ich das Gefühl, dass ich das Spiel habe, um der Beste der Welt zu sein.“
Entsprechend deutlich formuliert er seine langfristigen Vorstellungen. „Natürlich möchte ich meine Tour Card behalten. Ich möchte weiter in der PDC spielen und bei den Majors auf diesen großen Bühnen stehen. Das ist das Ziel.“
Besonders reizvoll wäre für Sykes ein Auftritt bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace. „Das würde ich lieben. Vor allem jetzt, da sie in diesem Jahr in den größeren Saal wechseln und noch mehr Zuschauer dort sein werden. Wenn ich es dorthin schaffe, wird das großartig.“

Sykes traut sich einen großen PDC-Titel zu

Seine Ziele reichen allerdings noch weiter. Auf die Frage, ob er sich zutraut, eines Tages einen großen PDC-TV-Titel zu gewinnen, musste Sykes nicht lange überlegen.
„Hundert Prozent. Ich weiß, dass meine Doppel manchmal nicht die besten sind. Aber wenn alles gleichzeitig zusammenpasst, bin ich ein beängstigender Gegner. Ich weiß, dass ich jeden schlagen kann.“
Und Sykes hat das Gefühl, dass diese Erkenntnis inzwischen auch bei seinen Konkurrenten angekommen ist. „Ich glaube, dass mittlerweile 90 Prozent der PDC anfangen zu erkennen, dass ich das kann.“
Die wachsende Anerkennung freut ihn, gleichzeitig weiß er aber auch, dass einzelne starke Ergebnisse allein nicht reichen.
„Es ist schön, dass die Leute das langsam erkennen. Aber ich muss dieses Niveau jetzt auch halten. Ich kann nicht in der einen Woche ein Halbfinale erreichen und in der nächsten mit einem 70er-Average in der ersten Runde verlieren.“
Für Sykes lautet das entscheidende Stichwort deshalb Konstanz. „Ich muss einfach dafür sorgen, dass die Konstanz da ist. Dann werden wir sehen, was passiert.“
Tom Sykes in Aktion.
Nach seinem ersten großen Erfolg auf der European Tour will Tom Sykes beweisen, dass seine starken Leistungen keine Momentaufnahme sind.

Yorkshire als Darts-Schule

Eine wichtige Grundlage für seinen bisherigen Weg sieht Sykes in seiner Heimat Yorkshire. Die Region verfügt über eine traditionsreiche Darts-Szene und bot ihm über Jahre hinweg regelmäßig die Gelegenheit, sich mit starken Spielern zu messen.
„Bei den Turnieren spielst du jede Woche gegen die besten Spieler in Yorkshire – und damit meine ich wirklich jede Woche. Wenn ich wollte, könnte ich in Yorkshire an jedem Abend der Woche Darts spielen.“
Durch die Entwicklung der sogenannten Vaults habe sich die Situation zwar etwas verändert, früher sei die Auswahl an klassischen Turnieren jedoch enorm gewesen.
„Ich hätte von Montag bis Sonntag jede Woche irgendwo ein Turnier spielen können. Und dort trittst du gegen die besten Spieler Yorkshires an. Es hilft enorm, ständig gegen die Besten zu trainieren.“
Davon profitiere er nun auch auf der PDC Tour. „Wenn ich jetzt Woche für Woche gegen die besten Spieler antrete, ist es gut, diese Erfahrung schon gesammelt zu haben.“

Vaults verändern die lokale Darts-Szene

Gleichzeitig beobachtet Sykes, dass der Aufstieg der Vault-Turniere Auswirkungen auf die traditionellen Teamwettbewerbe in seiner Heimat hat. „Ein Stück weit schon. Ich spiele immer noch in der Montagabend-Liga, aber natürlich auch deshalb, weil ich jetzt nicht mehr bei den Vaults mitspielen darf.“
Während seine eigene Liga weiterhin gut funktioniere, sehe es andernorts schwieriger aus. „Die Montagabend-Liga bei mir in der Gegend läuft noch ziemlich gut. Aber es gibt einige Ligen in meiner Nähe, die wegen der Vaults ein wenig aussterben.“
Warum viele Spieler die neuen Wettbewerbe bevorzugen, kann Sykes nachvollziehen. „Die Leute spielen lieber dort. Ich verstehe auch warum, denn dadurch kommt man an Orte wie diesen hier. Deshalb ist das insgesamt schon eine gute Sache.“

Zwei große Ziele für den Saisonendspurt

Für die kommenden Monate hat Sykes einen klaren Plan. Vor allem möchte er die zuletzt gezeigten Leistungen regelmäßiger abrufen.
„Für mich geht es jetzt darum, die Konstanz hinzubekommen. Hoffentlich kann ich auf der Pro Tour ein paar weitere tiefe Runs hinlegen und mich vielleicht noch für ein paar European-Tour-Turniere qualifizieren.“
Zwei Ziele stehen dabei über allen anderen. „Das Hauptziel sind jetzt Ally Pally und die Players Championship Finals am Ende des Jahres. Darauf gehe ich jetzt.“
Mit seinem Halbfinaleinzug beim European-Tour-Debüt hat Sykes bereits gezeigt, dass seine hohen Ambitionen nicht aus der Luft gegriffen sind. Der Engländer sieht sich inzwischen auf dem PDC-Circuit angekommen und ist überzeugt davon, spielerisch mit der Weltelite mithalten zu können. Der nächste Schritt besteht für ihn nun darin, dieses Niveau konstant abzurufen – und sich damit seinen Platz auf den größten Bühnen des Sports zu verdienen.
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