„Wenn es an ihm abperlt wie Wasser von einer Ente, gibt es kein Problem“ – Matt Porter über Luke Littlers Umgang mit Buhrufen
PDCDie Diskussion um Luke Littlers Verhältnis zum Publikum beschäftigt die Dartswelt weiterhin. Der erst 19 Jahre alte Weltmeister, inzwischen zu einem der prägenden Gesichter der Sportart aufgestiegen, steht nach mehreren auffälligen Momenten mit Fans bei großen Turnieren verstärkt im Fokus. Nach Einschätzung von PDC-Geschäftsführer Matt Porter liegt es nun vor allem an Littler selbst, wie er künftig mit dieser Situation umgeht.
Bei jüngsten Auftritten – unter anderem an einem emotional aufgeladenen Abend in der Premier League Darts sowie zuvor bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace – sah sich Littler mit kritischen Reaktionen aus dem Publikum konfrontiert. Der Engländer reagierte darauf auf seine charakteristische Weise: direkt, selbstbewusst und mit demonstrativer Gelassenheit. „Das kümmert mich wirklich nicht“, erklärte er damals. „Ihr bezahlt für Tickets und am Ende auch für mein Preisgeld. Vielen Dank dafür.“
Publikumsreaktionen gehören für Porter zum Spiel dazu
Diese Haltung passt zu Littlers Auftreten als natürlicher Entertainer, der bewusst die Nähe zum Publikum sucht. Gleichzeitig sieht Porter darin auch einen möglichen Auslöser für die Reaktionen von den Rängen. „Luke hat die Interaktion mit dem Publikum immer genossen“, wird der PDC-Boss laut Oche180 zitiert. „Aber wenn man die Fans ein bisschen anstachelt, muss man auch damit rechnen, dass sie reagieren. Das gehört einfach dazu.“

Luke Littler steht nach Reaktionen aus dem Publikum im Fokus – laut PDC-Boss Matt Porter entscheidet der Weltmeister selbst über die weitere Entwicklung
Nach Ansicht des PDC-Chefs handelt es sich dabei keineswegs um ein neues Phänomen. Vielmehr folgten Dartsfans häufig bestimmten Dynamiken, die sich von Veranstaltung zu Veranstaltung fortsetzen könnten. „Das Publikum folgt oft einem bestimmten Muster“, erklärte Porter. „Was sie in der Woche zuvor gesehen haben, nehmen sie mit in den nächsten Abend. Wenn man erst einmal in einer gewissen Dynamik steckt, kann sich das wiederholen. Dann muss man manchmal etwas verändern, um das zu durchbrechen.“
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Ob Littler diesen Schritt überhaupt gehen möchte, hält Porter allerdings für offen. „Wenn es ihn wirklich stört, wird er seinen Ansatz anpassen“, sagte er. „Aber wenn es an ihm abperlt wie Wasser von einer Ente, gibt es im Grunde kein Problem.“
Price als mögliches Beispiel
Vergleiche mit Gerwyn Price drängen sich in diesem Zusammenhang auf. Der Waliser galt über Jahre als eine der polarisierendsten Figuren auf der Bühne, konnte sein Verhältnis zum Publikum jedoch im Laufe der Zeit deutlich verändern. „Wir haben gesehen, dass Spieler ihre Beziehung zum Publikum verändern können“, betonte Porter. „Gerwyn ist dafür ein gutes Beispiel. Es ist also definitiv möglich.“
Besonders an Littlers Situation ist dabei sein außergewöhnlicher Erfolg in jungen Jahren. Als Teenager hat er bereits mehrere Weltmeistertitel gewonnen und sich an die Spitze der Weltrangliste gespielt. Damit gehen zwangsläufig Aufmerksamkeit und Erwartungsdruck einher. „In jeder Sportart werden die Besten zur Zielscheibe“, sagte Porter. „Nicht nur für ihre Gegner, sondern auch für das Publikum. Das ist im Darts nicht anders.“
„Solche Dinge verlaufen in Wellen“
Porter geht davon aus, dass sich die öffentliche Wahrnehmung mit der Zeit ohnehin wieder verändern wird. „Solche Dinge verlaufen in Wellen“, erklärte er. „Heute ist das das Thema, morgen spricht jeder über etwas anderes.“
Für Littler bleibt damit die strategische Entscheidung offen: Bleibt er der selbstbewusste Showman, der bewusst mit dem Publikum spielt und damit auch Gegenreaktionen provoziert? Oder entscheidet er sich für einen zurückhaltenderen Ansatz, um die Stimmung in den Arenen zu beeinflussen? Fest steht aus Porters Sicht vor allem eines: Am Ende werden Littlers Leistungen auf der Bühne entscheidend sein – nicht die Reaktionen von den Rängen.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











