„Wenn es an ihm abperlt wie Wasser von einer Ente, gibt es kein Problem“ – Matt Porter über Luke Littlers Umgang mit Buhrufen

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 02 Mai 2026 um 12:30
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Die Diskussion um Luke Littlers Verhältnis zum Publikum beschäftigt die Dartswelt weiterhin. Der erst 19 Jahre alte Weltmeister, inzwischen zu einem der prägenden Gesichter der Sportart aufgestiegen, steht nach mehreren auffälligen Momenten mit Fans bei großen Turnieren verstärkt im Fokus. Nach Einschätzung von PDC-Geschäftsführer Matt Porter liegt es nun vor allem an Littler selbst, wie er künftig mit dieser Situation umgeht.
Bei jüngsten Auftritten – unter anderem an einem emotional aufgeladenen Abend in der Premier League Darts sowie zuvor bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace – sah sich Littler mit kritischen Reaktionen aus dem Publikum konfrontiert. Der Engländer reagierte darauf auf seine charakteristische Weise: direkt, selbstbewusst und mit demonstrativer Gelassenheit. „Das kümmert mich wirklich nicht“, erklärte er damals. „Ihr bezahlt für Tickets und am Ende auch für mein Preisgeld. Vielen Dank dafür.“

Publikumsreaktionen gehören für Porter zum Spiel dazu

Diese Haltung passt zu Littlers Auftreten als natürlicher Entertainer, der bewusst die Nähe zum Publikum sucht. Gleichzeitig sieht Porter darin auch einen möglichen Auslöser für die Reaktionen von den Rängen. „Luke hat die Interaktion mit dem Publikum immer genossen“, wird der PDC-Boss laut Oche180 zitiert. „Aber wenn man die Fans ein bisschen anstachelt, muss man auch damit rechnen, dass sie reagieren. Das gehört einfach dazu.“
Luke Littler steht nach Reaktionen aus dem Publikum im Fokus – laut PDC-Boss Matt Porter entscheidet der Weltmeister selbst über die weitere Entwicklung
Luke Littler steht nach Reaktionen aus dem Publikum im Fokus – laut PDC-Boss Matt Porter entscheidet der Weltmeister selbst über die weitere Entwicklung
Nach Ansicht des PDC-Chefs handelt es sich dabei keineswegs um ein neues Phänomen. Vielmehr folgten Dartsfans häufig bestimmten Dynamiken, die sich von Veranstaltung zu Veranstaltung fortsetzen könnten. „Das Publikum folgt oft einem bestimmten Muster“, erklärte Porter. „Was sie in der Woche zuvor gesehen haben, nehmen sie mit in den nächsten Abend. Wenn man erst einmal in einer gewissen Dynamik steckt, kann sich das wiederholen. Dann muss man manchmal etwas verändern, um das zu durchbrechen.“
Ob Littler diesen Schritt überhaupt gehen möchte, hält Porter allerdings für offen. „Wenn es ihn wirklich stört, wird er seinen Ansatz anpassen“, sagte er. „Aber wenn es an ihm abperlt wie Wasser von einer Ente, gibt es im Grunde kein Problem.“

Price als mögliches Beispiel

Vergleiche mit Gerwyn Price drängen sich in diesem Zusammenhang auf. Der Waliser galt über Jahre als eine der polarisierendsten Figuren auf der Bühne, konnte sein Verhältnis zum Publikum jedoch im Laufe der Zeit deutlich verändern. „Wir haben gesehen, dass Spieler ihre Beziehung zum Publikum verändern können“, betonte Porter. „Gerwyn ist dafür ein gutes Beispiel. Es ist also definitiv möglich.“
Besonders an Littlers Situation ist dabei sein außergewöhnlicher Erfolg in jungen Jahren. Als Teenager hat er bereits mehrere Weltmeistertitel gewonnen und sich an die Spitze der Weltrangliste gespielt. Damit gehen zwangsläufig Aufmerksamkeit und Erwartungsdruck einher. „In jeder Sportart werden die Besten zur Zielscheibe“, sagte Porter. „Nicht nur für ihre Gegner, sondern auch für das Publikum. Das ist im Darts nicht anders.“

„Solche Dinge verlaufen in Wellen“

Porter geht davon aus, dass sich die öffentliche Wahrnehmung mit der Zeit ohnehin wieder verändern wird. „Solche Dinge verlaufen in Wellen“, erklärte er. „Heute ist das das Thema, morgen spricht jeder über etwas anderes.“
Für Littler bleibt damit die strategische Entscheidung offen: Bleibt er der selbstbewusste Showman, der bewusst mit dem Publikum spielt und damit auch Gegenreaktionen provoziert? Oder entscheidet er sich für einen zurückhaltenderen Ansatz, um die Stimmung in den Arenen zu beeinflussen? Fest steht aus Porters Sicht vor allem eines: Am Ende werden Littlers Leistungen auf der Bühne entscheidend sein – nicht die Reaktionen von den Rängen.
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