„Wenn Van Gerwen und Van Veen harmonieren, ist das nun mal das beste Doppel, das wir haben“ – Van der Voort sieht Chancen für Oranje, warnt aber auch

PDC
Donnerstag, 11 Juni 2026 um 18:15
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Der World Cup of Darts steht wieder vor der Tür, und das bedeutet laut Vincent van der Voort eine der besonders bemerkenswerten Wochen des Dartsjahres. In dem Podcast Darts Draait Door blickte der ehemalige Profispieler ausführlich auf das Nationenturnier in Frankfurt voraus, bei dem nicht nur die Weltelite antritt, sondern auch Dutzende weniger bekannter Dartnationen die Chance erhalten, sich auf der großen Bühne zu zeigen.
Nach Ansicht von Van der Voort ist gerade dieses internationale Gepräge das, was den World Cup so attraktiv macht. „Es bleibt ein Kultturnier, bei dem man allerhand verrückte Länder sieht, verrückte Spieler, und ab Samstag kommen natürlich auch die echten Topstars dazu“, sagte er begeistert. Zudem stellt er fest, dass das Niveau der kleineren Dartnationen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. „Wenn man sich den ersten World Cup ansah, waren es vor allem die üblichen Länder, aber inzwischen kommen immer mehr interessante Spieler nach.“
Van der Voort erwartet, dass mehrere kleinere Dartnationen für Überraschungen sorgen können. So nannte er unter anderem die Philippinen, Spanien, Polen und Tschechien als Länder, gegen die die etablierten Namen lieber nicht gelost werden möchten.
Über Spanien äußerte er sich besonders positiv. Mit José Justicia und Cristo Reyes verfügt das Land seiner Meinung nach über ein gefährliches Duo. „Justicia ist einfach ein guter Spieler, und Reyes ist in sehr guter Form. Ich denke nicht, dass viele Spieler gern gegen dieses Doppel antreten wollen.“ Auch Polen beeindruckt den Niederländer. Vor allem die Form von Krzysztof Ratajski und Sebastian Białecki stimmt ihn optimistisch. „Ratajski ist natürlich ein sehr erfahrener, sehr guter Spieler. Und Białecki ist wirklich in Form. Das ist definitiv ein Land, mit dem man rechnen muss.“

Deutsche Sorgen um Pietreczko

Eines der meistdiskutierten Länder in Frankfurt ist Deutschland. Nicht wegen Martin Schindler, sondern wegen Ricardo Pietreczko, der in den letzten Wochen aufgrund von Darteritus sichtbar mit seinem Spiel kämpft.
Van der Voort glaubt, dass Deutschland dadurch eine besonders knifflige Gruppenphase bevorsteht. „Sie fahren mit jemandem hin, der es schwer hat. Und Schindler ist auch nicht in einer Phase, in der ein großartiges Ergebnis das nächste jagt.“
Hinzu kommt seiner Meinung nach ein weiterer Faktor. „Normalerweise spielst du für dich. Jetzt hast du zusätzlich noch das Problem deines Partners. Das macht es alles nicht einfacher.“ Mit den Philippinen und Neuseeland in derselben Gruppe erwartet Van der Voort folglich keinen leichten Auftakt für die Deutschen.
Ricardo Pietreczko in Aktion
Ricardo Pietreczko kämpft bereits seit einiger Zeit mit Darteritus

Die große Frage: Van Gerwen und Van Veen

Selbstverständlich drehte sich ein großer Teil des Podcasts um das niederländische Team. Michael van Gerwen und Gian van Veen bilden erstmals gemeinsam das Oranje-Duo beim World Cup.
Laut Van der Voort liegt der Schlüssel vor allem in der Zusammenarbeit. „Wenn die beiden eine gute Chemie haben und es läuft, dann ist das schon das beste Doppel, das wir haben.“
Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass beide Spieler sich völlig unterschiedlich vorbereiten. „Ich denke, dass Gian eher in der Halle ist als Michael, aber das ist völlig in Ordnung. Man muss jedem seine eigene Vorbereitung lassen. Wenn man sich ab und zu helfen kann, ist das schön, aber man muss sich vor allem lassen. Man weiß selbst, was gut für einen ist.“
Van der Voort erwartet nicht, dass Van Gerwen und Van Veen krampfhaft alles zusammen machen werden. „Es darf nicht so sein, dass jemand sagt: Wir müssen jetzt zusammen einwerfen oder gemeinsam Finishes üben. So sollte es nicht laufen.“

Nach Form vielleicht andere Entscheidungen

Auffällig war, dass Van der Voort zudem angab, rein nach der aktuellen Form möglicherweise andere Spieler für Team Niederlande zu nominieren. „Wenn man nur auf die momentane Form schaut, könnte man vielleicht an Wessel Nijman und Kevin Doets denken.“
Dennoch betonte er sofort, dass Erfahrung bei einem Turnier wie dem World Cup von unschätzbarem Wert bleibt. „Van Gerwen gewinnt nicht umsonst immer noch große Turniere. Und bei Van Veen sieht man diese Spitzen ebenfalls noch. Wenn es bei den beiden läuft, bleibt das einfach ein großartiges Doppel.“

Nordirland und England größte Konkurrenten

Während viele automatisch auf England als Topfavoriten blicken, sieht Van der Voort auch Titelverteidiger Nordirland als enorme Bedrohung.
Über das Duo Josh Rock und Daryl Gurney äußerte er sich lobend. „Gurney gibt immer hundert Prozent. Sie werden ihren Titel verteidigen wollen, und ich denke, es ist einfach ein sehr gutes Doppel. Ein Team, das sie schlägt, wird wirklich etwas Besonderes zeigen müssen.“
Dennoch bleibt England für ihn die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Luke Humphries und Luke Littler verfügen seiner Meinung nach über ein Niveau, an das kaum jemand heranreicht. „Wenn sie in die Nähe des Niveaus kommen, das sie im Premier-League-Finale gezeigt haben, kann der Rest eigentlich einpacken. Dann kommt wirklich niemand heran.“

Oranje muss sich vor niemandem fürchten

Trotz all des Lobs für England und Nordirland sieht Van der Voort genügend Chancen für die Niederlande. Mehr noch, er glaubt, dass Van Gerwen und Van Veen jedes Land schlagen können, wenn sie ihr Topniveau abrufen.
„Wenn Van Veen seine WM-Form erreicht und Van Gerwen jene Spitzen zeigt, die er immer noch in sich hat, dann können sie England einfach schlagen.“
Der ehemalige UK-Open-Finalist erwartet daher, dass die Niederlande weit kommen können. „Es ist schwer vorherzusagen, weil man die Auslosungen noch nicht kennt, aber ich gebe den Niederlanden auf jeden Fall eine gute Chance. Eine realistische Chance, das Finale zu erreichen.“
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