„Wenn Van Gerwen und Van Veen harmonieren, ist das nun mal das beste Doppel, das wir haben“ – Van der Voort sieht Chancen für Oranje, warnt aber auch
PDC
Der World Cup of Darts steht wieder vor der Tür, und das bedeutet laut Vincent van der Voort eine der besonders bemerkenswerten Wochen des Dartsjahres. In dem Podcast Darts Draait Door blickte der ehemalige Profispieler ausführlich auf das Nationenturnier in Frankfurt voraus, bei dem nicht nur die Weltelite antritt, sondern auch Dutzende weniger bekannter Dartnationen die Chance erhalten, sich auf der großen Bühne zu zeigen.
Nach Ansicht von Van der Voort ist gerade dieses internationale Gepräge das, was den World Cup so attraktiv macht. „Es bleibt ein Kultturnier, bei dem man allerhand verrückte Länder sieht, verrückte Spieler, und ab Samstag kommen natürlich auch die echten Topstars dazu“, sagte er begeistert. Zudem stellt er fest, dass das Niveau der kleineren Dartnationen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. „Wenn man sich den ersten World Cup ansah, waren es vor allem die üblichen Länder, aber inzwischen kommen immer mehr interessante Spieler nach.“
Van der Voort erwartet, dass mehrere kleinere Dartnationen für Überraschungen sorgen können. So nannte er unter anderem die Philippinen, Spanien, Polen und Tschechien als Länder, gegen die die etablierten Namen lieber nicht gelost werden möchten.
Über Spanien äußerte er sich besonders positiv. Mit José Justicia und Cristo Reyes verfügt das Land seiner Meinung nach über ein gefährliches Duo. „Justicia ist einfach ein guter Spieler, und Reyes ist in sehr guter Form. Ich denke nicht, dass viele Spieler gern gegen dieses Doppel antreten wollen.“ Auch Polen beeindruckt den Niederländer. Vor allem die Form von Krzysztof Ratajski und Sebastian Białecki stimmt ihn optimistisch. „Ratajski ist natürlich ein sehr erfahrener, sehr guter Spieler. Und Białecki ist wirklich in Form. Das ist definitiv ein Land, mit dem man rechnen muss.“
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Deutsche Sorgen um Pietreczko
Eines der meistdiskutierten Länder in Frankfurt ist Deutschland. Nicht wegen Martin Schindler, sondern wegen Ricardo Pietreczko, der in den letzten Wochen aufgrund von Darteritus sichtbar mit seinem Spiel kämpft.
Van der Voort glaubt, dass Deutschland dadurch eine besonders knifflige Gruppenphase bevorsteht. „Sie fahren mit jemandem hin, der es schwer hat. Und Schindler ist auch nicht in einer Phase, in der ein großartiges Ergebnis das nächste jagt.“
Hinzu kommt seiner Meinung nach ein weiterer Faktor. „Normalerweise spielst du für dich. Jetzt hast du zusätzlich noch das Problem deines Partners. Das macht es alles nicht einfacher.“ Mit den Philippinen und Neuseeland in derselben Gruppe erwartet Van der Voort folglich keinen leichten Auftakt für die Deutschen.

Ricardo Pietreczko kämpft bereits seit einiger Zeit mit Darteritus
Die große Frage: Van Gerwen und Van Veen
Selbstverständlich drehte sich ein großer Teil des Podcasts um das niederländische Team. Michael van Gerwen und Gian van Veen bilden erstmals gemeinsam das Oranje-Duo beim World Cup.
Laut Van der Voort liegt der Schlüssel vor allem in der Zusammenarbeit. „Wenn die beiden eine gute Chemie haben und es läuft, dann ist das schon das beste Doppel, das wir haben.“
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Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass beide Spieler sich völlig unterschiedlich vorbereiten. „Ich denke, dass Gian eher in der Halle ist als Michael, aber das ist völlig in Ordnung. Man muss jedem seine eigene Vorbereitung lassen. Wenn man sich ab und zu helfen kann, ist das schön, aber man muss sich vor allem lassen. Man weiß selbst, was gut für einen ist.“
Van der Voort erwartet nicht, dass Van Gerwen und Van Veen krampfhaft alles zusammen machen werden. „Es darf nicht so sein, dass jemand sagt: Wir müssen jetzt zusammen einwerfen oder gemeinsam Finishes üben. So sollte es nicht laufen.“
Nach Form vielleicht andere Entscheidungen
Auffällig war, dass Van der Voort zudem angab, rein nach der aktuellen Form möglicherweise andere Spieler für Team Niederlande zu nominieren. „Wenn man nur auf die momentane Form schaut, könnte man vielleicht an Wessel Nijman und Kevin Doets denken.“
Dennoch betonte er sofort, dass Erfahrung bei einem Turnier wie dem World Cup von unschätzbarem Wert bleibt. „Van Gerwen gewinnt nicht umsonst immer noch große Turniere. Und bei Van Veen sieht man diese Spitzen ebenfalls noch. Wenn es bei den beiden läuft, bleibt das einfach ein großartiges Doppel.“
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Nordirland und England größte Konkurrenten
Während viele automatisch auf England als Topfavoriten blicken, sieht Van der Voort auch Titelverteidiger Nordirland als enorme Bedrohung.
Über das Duo Josh Rock und Daryl Gurney äußerte er sich lobend. „Gurney gibt immer hundert Prozent. Sie werden ihren Titel verteidigen wollen, und ich denke, es ist einfach ein sehr gutes Doppel. Ein Team, das sie schlägt, wird wirklich etwas Besonderes zeigen müssen.“
Dennoch bleibt England für ihn die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Luke Humphries und Luke Littler verfügen seiner Meinung nach über ein Niveau, an das kaum jemand heranreicht. „Wenn sie in die Nähe des Niveaus kommen, das sie im Premier-League-Finale gezeigt haben, kann der Rest eigentlich einpacken. Dann kommt wirklich niemand heran.“
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Oranje muss sich vor niemandem fürchten
Trotz all des Lobs für England und Nordirland sieht Van der Voort genügend Chancen für die Niederlande. Mehr noch, er glaubt, dass Van Gerwen und Van Veen jedes Land schlagen können, wenn sie ihr Topniveau abrufen.
„Wenn Van Veen seine WM-Form erreicht und Van Gerwen jene Spitzen zeigt, die er immer noch in sich hat, dann können sie England einfach schlagen.“
Der ehemalige UK-Open-Finalist erwartet daher, dass die Niederlande weit kommen können. „Es ist schwer vorherzusagen, weil man die Auslosungen noch nicht kennt, aber ich gebe den Niederlanden auf jeden Fall eine gute Chance. Eine realistische Chance, das Finale zu erreichen.“

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











