„Wenn ich jetzt aufhören würde, wäre das für mich nicht genug“ – Luke Humphries strebt eine lange Karriere an und nimmt sich James Wade zum Vorbild

PDC
Dienstag, 10 Februar 2026 um 11:00
Luke Humphries (1)
Luke Humphries denkt nicht in kurzen Zyklen. Die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste plant langfristig – und ist überzeugt, dass Gesundheit, Fitness und mentale Balance die Grundlage für eine dauerhafte Karriere an der Weltspitze bilden. „Cool Hand Luke“ findet seine Inspiration dabei ausgerechnet in einer anderen Sportart: im Golf. Genauer gesagt bei Topspieler Justin Rose.
Der Engländer Rose bewies am vergangenen Wochenende eindrucksvoll, dass Alter nur eine Zahl ist. Mit 45 Jahren gewann er seinen 13. Titel auf der PGA Tour bei der Farmers Insurance Open – und brach dabei den legendären 72-Loch-Rekord, der 27 Jahre lang Tiger Woods gehört hatte. Humphries sieht darin das perfekte Beispiel für Beständigkeit und Größe. „Er wird als einer der besten Golfer aller Zeiten in Erinnerung bleiben – allein wegen seiner langen Karriere und weil er es nach all den Jahren immer noch draufhat“, erklärt Humphries. „Diese Langlebigkeit an der Spitze ist etwas, zu dem ich enorm aufblicke.“

Mentale Ruhe als Erfolgsfaktor

Der 30-jährige Engländer, achtfacher Major-Sieger, erkennt viele Parallelen zwischen sich und Rose. „Er ist einer meiner Lieblingsgolfer. Ein netter Typ, ganz ohne Drama – so wie ich“, sagt Humphries. „Wenn man ihn im Ryder Cup sieht, wirkt er völlig gelassen. Natürlich wird er manchmal wütend, aber es liegt einfach nicht in seiner Natur. Das sehe ich auch bei mir selbst.“
Luke Humphries (1)
"Cool Hand Luke" ist bei den ersten beiden Players Championships in Hildesheim nicht mit dabei
Genau diese Ruhe, gepaart mit Disziplin, sieht Humphries als Schlüssel für nachhaltigen Erfolg. Deshalb arbeitet er mehr denn je an seiner körperlichen Verfassung. „Ich will meinen Körper bestmöglich pflegen, um viele Jahre auf diesem Niveau zu spielen. Eine Karriere an der Spitze fordert ihren Preis, aber mir ist wichtig, auf mich zu achten“, betont er.

Aufblick zu James Wade

Das Thema Langlebigkeit prägt auch Humphries’ Blick auf sein Vermächtnis. Besonders ein Name aus der Dartswelt inspiriert ihn: James Wade. „Schau dir James an: Zwanzig Jahre konstant in den Top 16. Das ist einfach unglaublich“, sagt Humphries. „Diese Konstanz allein macht ihn zu einer Legende. Es zeigt, wie gut und diszipliniert man sein muss, um über zwei Jahrzehnte relevant zu bleiben.“
Für Humphries steht fest: Er ist längst nicht am Ziel. „Wenn ich jetzt aufhören würde, wäre das für mich nicht genug. Ich habe noch viel zu gewinnen – und ich glaube fest daran, dass mir das gelingt“, erklärt er mit spürbarem Selbstvertrauen. „Ich sehe mich in den nächsten fünfzehn Jahren weiter oben mitspielen. Erst dann, wenn man so lange ganz vorne bleibt, kann man sich zu den Allerbesten zählen.“

Zwischen Generationen und großen Zielen

Viele Fans zählen Humphries schon jetzt zu den zehn besten Dartspielern aller Zeiten. Doch der Engländer bleibt bescheiden – gerade in einer Ära, in der Luke Littler die Schlagzeilen beherrscht. „Das sollen andere beurteilen. Ich will mich nicht selbst feiern“, sagt er. „Arroganz liegt mir fern.“
Auch Vergleiche zwischen Generationen lehnt er ab. „Es gab so viele Legenden: Eric Bristow, John Lowe, Phil Taylor – und jetzt wieder neue Namen. Du kannst einfach nicht sagen, wer in seiner Blütezeit gegen wen gewonnen hätte. Littler gegen Taylor? Das bleibt Spekulation.“
Trotzdem blickt Humphries ehrgeizig nach vorn. „Meine Karriere ist noch lange nicht vorbei. Vielleicht schaffe ich es irgendwann in die Top Fünf aller Zeiten. Aber das ist Zukunftsmusik“, sagt er mit einem Lächeln. „Jetzt geht es darum, weiter zu gewinnen – Schritt für Schritt besser zu werden und alles rauszuholen, was in mir steckt.“
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