Luke Littler steht in den kommenden Monaten vor einer bemerkenswerten Entscheidung. Der amtierende Weltmeister hat sich vorgenommen, in einem Kalenderjahr alle großen Titel zu gewinnen. Um diese Ambition zu untermauern, dürfte ihn jedoch ein dichtes Programm erwarten. Nach Ansicht von
Vincent van der Voort liegt der Schlüssel bei den Players Championship-Turnieren, die noch in England und in den Niederlanden ausgetragen werden.
Littler rangiert aktuell auf Platz 125 der Pro Tour Ranking, was auf den ersten Blick nicht zu den Leistungen des jungen Engländers passt. Das liegt jedoch daran, dass er zuletzt vergleichsweise wenige
Players Championship-Turniere gespielt hat. Um sich auf der Pro Tour Ranking weiter zu verbessern, muss er also deutlich zulegen.
„Da muss noch was passieren. Es gibt noch zwei Turniere in England und vier in den Niederlanden“, sagt Van der Voort im Podcast ‚Darts Draait Door‘. Damit erhält Littler in nächster Zeit genügend Chancen, seine Position zu verbessern. Ein wichtiges Detail: Zwei der niederländischen Turniere schließen direkt an die World Series of Darts Finals an. Littler wäre nach diesem Event bereits in den Niederlanden, logistischer Aufwand und Reisezeit wären gering, um anschließend auch die Players Championship-Turniere mitzunehmen.
Nach Van der Voorts Einschätzung ist genau das der Schritt, den Littler gehen sollte, wenn er es mit seinen Zielen ernst meint. „Wenn er wirklich will, dass er das schafft, dann muss er die spielen. Die Frage ist nur, ob Littler bereit ist, dafür einen längeren Aufenthalt in den Niederlanden einzuplanen.“
World Series of Darts Finals
Das kann davon abhängen, wie weit der Engländer bei den World Series of Darts Finals kommt. Scheidet Littler früh aus, ist es laut Van der Voort fraglich, ob er mehrere Tage in den Niederlanden bleibt, um die Pro Tour-Turniere zu spielen.
„Wenn er zum Beispiel am Donnerstag rausgeht, glaube ich nicht, dass er bis Dienstag bleibt“, sagt er. Ein tiefer Lauf im Turnier könnte die Lage jedoch komplett verändern. „Wenn er am Sonntag das Finale erreicht, dann glaube ich eher daran. Dann ist es einfach, denn dann hast du nur einen Tag zu überbrücken.“
Luke Littler gewann in diesem Jahr alle Majors
Dichtes Programm
Damit rückt ein zentraler Aspekt des vollen Darts-Kalenders in den Fokus. Für Littler geht es nicht nur um sportliche Ziele, sondern auch um die Bereitschaft, viel Zeit unterwegs zu sein. Scheidet er früh aus, erscheint es wenig attraktiv, anschließend tagelang in den Niederlanden zu bleiben, nur für die Players Championship-Turniere. Erreicht er hingegen das Finale der World Series Finals, wirkt der Ablauf deutlich stimmiger.
Auch ein Aus am Samstag könnte laut Van der Voort bereits ein Grund sein, die Niederlande zu meiden. „Dann denke ich, dass er auch nicht bleibt.“ Das zeigt, wie stark Littlers Planung in den kommenden Monaten von seinen Ergebnissen abhängen kann.
Gleichzeitig gibt es einen klaren Grund, warum der junge Engländer diese Extrameile gehen sollte. Littler hat klar formuliert, dass er in einem Kalenderjahr alles gewinnen will, was es zu gewinnen gibt. Diese Ambition bedeutet laut Van der Voort auch, dass er bereit sein muss, möglichst viele Pro Tour-Turniere zu spielen. „Er hat gesagt: Ich will alles in einem Jahr gewinnen. Und deshalb will er diese Pro Tour spielen.“
Darin liegt laut dem Interviewten auch der Schlüssel. Sollte Littler bei einem wichtigen Turnier sein großes Ziel aus den Händen geben, könnte er seine Planung anpassen. Ist die Chance, alle großen Titel in einem Jahr zu holen, dahin, muss er nicht mehr zwingend jedes verbleibende Pro Tour-Turnier absolvieren. „Wenn er es nicht gewinnt, kann er auch sagen: Lass das komplett bleiben. Dann fährt er und spielt sie gar nicht mehr.“
Die nächsten Wochen könnten somit entscheidend für Littlers weiteres Programm werden. Der Engländer hat mehrere Möglichkeiten, seine Position auf der Pro Tour Ranking zu verbessern, muss dafür aber womöglich zwischen Regeneration und dem Jagen weiterer Titel wählen. Solange sein Traum, in einem Jahr alles zu gewinnen, lebt, scheint eines klar: Dann wird Littler in die Niederlande müssen.