Die englische Traumkombination aus
Luke Humphries und
Luke Littler bekommt im kommenden Monat beim
PDC World Cup of Darts in Frankfurt die nächste Gelegenheit, sich auf der großen Bühne zu beweisen. Nach dem überraschend frühen Aus gegen Gastgeber Deutschland im vergangenen Jahr spricht Humphries nun offen über den enormen Druck, der damals auf den Schultern der englischen Topfavoriten lastete.
Mit den zwei besten Spielern der Welt in einem Team waren die Erwartungen an England riesig. Humphries räumt ein, dass die permanente Aufmerksamkeit am Ende eher lähmte als beflügelte. „Es gab so viel Lärm um uns herum“, sagte der Weltmeister aus dem Jahr 2024 gegenüber Oche180. „Die Leute behaupteten fast, wir könnten kein Leg verlieren. Man versucht, das zu ignorieren, aber unbewusst erzeugt das enormen Druck.“
„Irgendwann will man es einfach nicht mehr hören“
Die Niederlage gegen Deutschland traf England entsprechend hart. Nicht nur Humphries und Littler selbst, sondern auch eine Dartswelt, die den Titel vor dem Turnier beinahe schon selbstverständlich den Engländern zugeschrieben hatte. Humphries gibt zu, dass die Reaktionen danach ihm und seinem Teamkollegen zugesetzt haben. „Drei oder vier Wochen lang bekamen wir bei jeder Exhibition dieselbe Frage: ‚Wie konntet ihr verlieren?‘ Irgendwann will man es einfach nicht mehr hören.“
Luke Humphries und Luke Littler wollen beim World Cup of Darts 2026 zurückschlagen
Dennoch ist „Cool Hand Luke“ überzeugt, dass die Ausgangslage in diesem Jahr eine andere sein wird. Weil das Duo inzwischen selbst erlebt hat, dass auch England verwundbar ist, rechnet Humphries mit einem weniger erdrückenden Erwartungsdruck. „Die Leute haben jetzt gesehen, dass wir auch verlieren können. Vielleicht sind die Erwartungen dadurch etwas niedriger. Aber wenn wir beide unser bestes Niveau abrufen und wirklich gut zusammenspielen, können wir etwas Unglaubliches erreichen.“
Gerüchte, wonach Humphries und Littler nicht optimal miteinander harmonieren würden, weist der Engländer entschieden zurück. Im vergangenen Jahr war Kritik aufgekommen, weil beide Spieler zu unterschiedlichen Zeiten am Spielort eingetroffen waren. Für Humphries lässt sich daraus jedoch keineswegs auf ihr Verhältnis schließen. „Luke hat seine eigene Vorbereitung und ich meine“, erklärte er. „Ich komme meist dreieinhalb Stunden vor einem Match, während Luke lieber etwas später erscheint. Daran ist überhaupt nichts auszusetzen. Wir sind ein Team, auch wenn wir uns unterschiedlich vorbereiten.“
„Wir ließen uns von der Gelegenheit mitreißen“
Nach dem schmerzhaften Aus setzten sich Humphries und Littler zusammen, um zu analysieren, was genau schiefgelaufen war. Ihr Fazit: Nicht die Zusammenarbeit war das Problem, sondern vor allem die Umstände rund um ihren Auftritt. „Wir fragten uns, was wir falsch gemacht hatten, aber persönlich machten wir eigentlich nichts verkehrt. Wir ließen uns von der Gelegenheit und all den Erwartungen mitreißen.“
Die Motivation für eine Revanche ist dadurch größer denn je. Das gilt besonders für Littler, der trotz seines beeindruckenden Durchbruchs noch keinen World-Cup-Titel in seiner Vita stehen hat. Humphries betont, wie groß der Hunger seines jungen Teamkollegen auf diesen Erfolg ist. „Luke will diesen Titel unheimlich gern gewinnen. Er fehlt noch in seinem Lebenslauf, und das treibt uns beide enorm an.“
Wenn England erneut als Topfavorit antritt, wird die Dartswelt den Auftritt der „Lethal Lukes“ mit besonderer Spannung verfolgen. Eines steht für Humphries schon jetzt fest: Er und Littler werden diesmal besser auf den Druck vorbereitet sein, der mit dem Tragen des englischen Trikots einhergeht.