„Wir sitzen immer noch in einer verrückten Achterbahn und bleiben drin, bis sie stoppt“ - Luke Littler startet erfolgreich in die Jagd auf die Titelverteidigung

PDC
Freitag, 12 Dezember 2025 um 5:05
Luke Littler (1)
Luke Littler hat seine WM-Kampagne so begonnen, wie man es von einem amtierenden Weltmeister erwarten darf. Ohne große Ausreißer, aber mit der Ruhe und Effizienz eines Spielers, der genau weiß, was nötig ist, um weiterzukommen. Mit einem Average von 101 und einer Doppelquote von 64 Prozent war sein 3:0 ein sachlicher Schritt in Richtung zweite Runde, auch wenn er im Anschluss nichts von großen Schlussfolgerungen wissen wollte.
„Ein Sieg ist ein Sieg und das schwerste Match ist jetzt vorbei“, sagte Littler auf seiner Pressekonferenz unter anderem gegenüber Dartsnews.de, sichtbar erleichtert, dass die erste Runde erledigt war.
Für Littler bleibt der Alexandra Palace ein besonderer Ort. Seine Rückkehr als amtierender Weltmeister machte das nur deutlicher. „Es fühlte sich sehr speziell an. Das hier war mein allererstes PDC-Turnier, also ist es voller Erinnerungen“, sagte er. Von Nervosität war keine Spur. „Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war ich vor allem begeistert. Ich wusste, dass ich wieder für die Fans auf die Bühne darf, also habe ich mir nicht zu viel Druck gemacht, und das sieht man in meinem Spiel.“
Obwohl er deutlich über 101 im Schnitt landete, passte das seiner Meinung nach nicht ganz zum Gefühl. „Es fühlte sich nicht wie 101,5 an. Es ging mir nicht darum, ein Ausrufezeichen zu setzen, ich wollte einfach in die nächste Runde. Die positiven Punkte nehme ich mit.“

Erst Geschäft, dann Spaß

Auf der Bühne wirkte Littler entspannt, sein Ziel war jedoch klar umrissen. „Ich wollte wie immer ein bisschen Spaß haben, aber ich fand nicht, dass viel Spaß dabei war, es war vor allem geschäftsmäßig. Ich wollte einfach durch diese erste Runde kommen.“
Seine Vorbereitung war gewohnt ruhig. „Ich habe einfach etwas gechillt, Xbox gespielt. Ich war ein bisschen müde von den Exhibition-Shows in Norwich, Croydon und Portsmouth, aber das hält dich auch scharf. Ich war außerdem in Finnland mit Van Gerwen und hatte gute Matches mit ihm und Nathan Aspinall. Danach habe ich es Richtung Turnier einfach ruhig angehen lassen.“
Mit zehn Tagen bis zu seinem nächsten Spiel plant er vor allem Ruhe. „Ich werde nicht darauf zurückblicken. Die Arbeit ist erledigt. Ich relaxe bis Dienstag, schaue am Montag Manchester United und dann werfe ich noch ein paar Stündchen.“
Die Anfahrt zum Alexandra Palace bleibt für Littler ein besonderes Ritual. „Den Hügel hochzufahren ist einer der schönsten Momente. Ich würde ihn nicht hochlaufen wollen. Ich bin froh, dass die Arbeit erledigt ist und dass ich in zehn Tagen zurückkomme.“
Die Bühne hat für ihn einen emotionalen Wert. „Dies ist eine der größten Bühnen im Sport. Sie hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, und ich bin froh, dass ich hier wieder einen Sieg eingefahren habe.“
Luke Littler zeigte nach dem Gewinn des ersten Sets einen bemerkenswerten Tanz
Luke Littler hat seine Jagd auf die Titelverteidigung mit einem 3:0-Sieg begonnen

Kein Druck, keine großen Worte

Titelverteidigung ist für Littler vorerst kein Thema, auch wenn er weiß, wie außergewöhnlich das wäre. „Ich mache mir selbst keinen Druck, aber natürlich würde ich es gerne schaffen.“ Wer in Runde zwei wartet — Mario Vandenbogaerde oder David Davies — ist ihm relativ egal. „Ich bin auf alles vorbereitet.“
Auch eine mögliche Viertelfinalbegegnung mit Gerwyn Price beschäftigt ihn nicht. „Eigentlich wollte ich nicht auf den Spielplan schauen, aber ich habe doch kurz gesehen, auf wen ich treffen könnte. Aber gut, Spiel für Spiel, wir werden sehen.“ Über Price: „Jeder kann ein Gegner sein, aber natürlich wäre ein Match gegen Gezzy das größte Duell.“
Littler räumte ein, dass nicht alles reibungslos lief, war aber zufrieden damit, wie er die entscheidenden Momente an sich zog. „Wir hatten beide schwache Phasen. Ich habe zweimal 27 und einmal 28 geworfen. Die ersten beiden Sätze hätten in beide Richtungen gehen können.“
Die entscheidenden Legs, in denen er zuschlug, führte er auf Erfahrung zurück. „Im Grand-Prix-Finale gingen die ersten vier Sätze jeweils in ein 2:2 und ich gewann sie alle. Ich dachte: Das hast du schon einmal erlebt, also kannst du es wieder. Das hat mir geholfen, die ersten beiden Sätze zu holen.“
Der Moment, in dem er den Auftaktsatz mit einem 76-Finish gewann, fiel den Zuschauern auf. Littler musste selbst lachen. „Habe ich etwas gemacht? Ich habe einfach gejubelt. Ich wusste kurz nicht, was ich tun sollte, weil es so ein gutes Finish war“, sagte er. „Diese 76 zum 1:0 war ein entscheidender Schlag.“
Er betonte, wie wichtig dieses frühe Break war. „Darius hatte den Bull in der Practice Area gewonnen. Dann ist es wichtig, sein Leg zu breaken und mit 1:0 in die Pause zu gehen.“

Status als Nummer eins der Welt

Den Druck seiner Position in der Weltrangliste spürt er nicht. „Nicht wirklich. Als ich die ersten beiden Sätze drin hatte, war ich ziemlich entspannt. Da waren noch schlampige Darts dabei, aber das kann ich immer nachjustieren.“
Auch die Medienpflichten im Vorfeld sind für ihn Routine. „Wir machen Interviews, Videos, Aufnahmen für Sponsoren … aber sobald das erledigt ist, sind wir hier, um Darts zu spielen. Das ist mein Job.“
Die Geschwindigkeit seines Aufstiegs ist für ihn selbst manchmal schwer zu fassen. „Es ist verrückt, was passiert ist. Ich sage meiner Familie, dass wir immer noch in einer verrückten Achterbahn sitzen, und solange ich gut spiele und sie hinter mir stehen, bleiben wir drin, bis es stoppt.“

Neue Teenie-Sensation beeindruckt Littler

Eine auffällige Nebenfrage betraf den 15-jährigen Mitchell Lawrie, der im Lakeside die Finalrunde erreichte und von einigen bereits als „der neue Littler“ gesehen wird. Der amtierende PDC-Weltmeister war voll des Lobes für den schottischen Teenager.
„Er macht sein eigenes Ding. Er spielt gut, er hat eine gute Familie um sich, und ich bin froh, dass Target ihn unter Vertrag genommen hat. Er ist noch so jung, er kann es nicht abwarten, 16 zu werden, um die Development Tour zu spielen. Er wird Schaden anrichten.“ Eine Aussage von Lawrie fand Littler besonders stark. „Was ich schön fand, ist, dass er sagte: ‚Er ist Mitchell Lawrie, nicht Luke Littler.‘“
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