„Wo soll man das unterbringen? Ich kann das nicht beantworten“: Jonny Clayton ratlos über mögliches neues PDC-Major in Deutschland

PDC
Freitag, 17 Juli 2026 um 19:00
Jonny Clayton (4)
Mit der Einführung eines neuen Major-Turniers in Deutschland ab dem nächsten Jahr steht die PDC erneut vor einer großen Herausforderung: Wo lässt sich das Event in einen ohnehin prall gefüllten Darts-Kalender einfügen? Jonny Clayton hat offen infrage gestellt, wie die Organisation das Problem lösen will, und befürchtet, dass der ohnehin anspruchsvolle Spielplan für die Topspieler noch intensiver wird.
Die PDC hat kürzlich bekannt gegeben, dass 2027 ein neues Premium-Turnier in den Kalender aufgenommen wird. Bisher wurden nur sehr wenige Details zum Event veröffentlicht, zudem ist unklar, ob es ein Ranglistenturnier oder ein nicht wertendes Major sein wird.
Für Clayton steht jedoch eines fest: Einen weiteren Major-Termin unterzubringen, wird alles andere als einfach. Das gilt umso mehr, da Clayton generell mit Auftritten in Deutschland hadert, was für einen Spieler seiner Klasse unweigerlich eine Grundsatzentscheidung bedeuten dürfte.
„Wo packt man das hin? Darauf kann ich keine Antwort geben. Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss. Es kommt ein neues Major, alles gut. Aber wo packt man das hin? Ich weiß es nicht“, sagte er zu Oche180.

Ein hektisches erstes Saisonhalbjahr

Laut dem Waliser, der an diesem Wochenende beim World Matchplay antritt, ist bereits die erste Saisonhälfte extrem fordernd, besonders für Spieler, die in der Premier League Darts aktiv sind. „Ich denke, die ersten sechs Monate des Jahres sind ohnehin ziemlich vollgepackt für die Jungs, die in der Premier League spielen.“
Clayton befürchtet, dass der dichte Kalender dazu führt, dass mehr Spieler andere Turniere auslassen. „Wenn man das auch noch obendrauf setzt, erhöht das den Druck auf die Jungs dort. Ich denke, damit hebt man die Jungs heraus, die sich von Players Championships zurückziehen, vielleicht von einem oder zwei European-Turnieren.“
Clayton schaut nachdenklich.
Jonny Clayton ist sich bei einem neuen Major unsicher.
Laut „The Ferret“ ist Erholung genauso wichtig wie das Spielen von Turnieren. Mit Familie und Kindern weiß er das gut und hat, wie angedeutet, Turniere zuweilen boykottiert, um mehr Zeit zu Hause zu verbringen. Man muss seine Batterien aufladen. Man braucht Auszeiten zu Hause. Man braucht Zeit zum Abschalten.

Auf der Jagd nach dem ersten World Matchplay-Titel

Ungeachtet der Diskussion um den Kalender richtet Clayton den Fokus nun voll auf das World Matchplay, wo er später in dieser Woche in Runde eins auf Damon Heta trifft. Der vierfache Major-Sieger spielt eine solide Saison, erreichte mehrere ProTour-Finals und wurde beim Belgium Darts Open Zweiter. Jetzt hofft er in Blackpool, endlich seinen ersten World Matchplay-Titel zu holen.
2023 war Clayton dem Titel nahe, doch Nathan Aspinall erwies sich im Finale als zu stark. „Ich sage immer, ich liebe Blackpool. Das ist ein Ort, an den echte Darts-Fans gehen. Darts ist dort oben verrückt.“
Für Clayton ist es genau diese Versammlung der Elite, die das World Matchplay so besonders macht. „Da sind die besten 32, die um diese Trophäe kämpfen.“
Seine Niederlage gegen Aspinall im Endspiel hat er nicht vergessen. „Die Fans sind großartig. Ich bin ins Finale gegen Nathan gekommen. Leider lief es nicht für mich, und Nathan hat mich, ehrlich gesagt, verprügelt. Er hat hervorragende Darts gespielt. Das steckt man weg. Einer muss gewinnen und einer muss verlieren.“
Das heißt nicht, dass er in diesem Jahr nicht alles geben wird, um endlich die begehrte Phil Taylor Trophy zu stemmen. „Es ist nur ein Spiel. Hoffentlich kann ich in diesem Jahr vielleicht die Trophäe hochhalten. Ich werde mein Bestes geben, und wer weiß.“
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