„Ziemlich traurig, die meisten World Series ganz allein zu bestreiten“ – James Wade dennoch dankbar für seine Chance

PDC
Freitag, 19 Juni 2026 um 7:00
James Wade (1)
James Wade erlebt derzeit eine bemerkenswerte Wiederauferstehung seiner Karriere. Die frühere Nummer zwei der Welt und zehnfache Major-Sieger hat im vergangenen Jahr auf den großen Bühnen erneut überzeugt und damit eine lang ersehnte Rückkehr auf die World Series of Darts erhalten. Diese Rückkehr hat jedoch auch eine Kehrseite. Der Engländer gibt zu, dass er sich auf seinen Reisen regelmäßig einsam fühlt.
Nach mehr als vier Jahren Abwesenheit wurde Wade in diesem Jahr wieder für mehrere World Series-Events nominiert, darunter Turniere in Kopenhagen, den Vereinigten Staaten, Neuseeland und Australien. Diese Einladung kam nicht aus heiterem Himmel. Die aktuelle Nummer sechs der Welt verzeichnete in den vergangenen Monaten hervorragende Resultate. So erreichte er unter anderem zwei aufeinanderfolgende Finals bei den UK Open und stand auch im Finale des World Matchplay. Zudem gewann er in den vergangenen zwei Saisons zwei Players Championship-Turniere.

Belohnung für die harte Arbeit

Für Wade fühlt sich die Rückkehr zu den internationalen Veranstaltungen wie eine Belohnung für seine harte Arbeit an. „Es ist großartig“, sagte er. „Ich kann dir sagen, dass es deutlich schöner ist als ein Wochenende in Barnsley oder Wigan. Ich habe wirklich Spaß.“
Dennoch gibt es einen Aspekt, mit dem der 42-jährige Engländer zu kämpfen hat. Anders als viele Kollegen reist er derzeit ohne festen Begleiter oder Companion. Das macht die langen Reisen und Hotelaufenthalte mitunter anstrengend. „Das Einzige Negative ist, dass ich die meisten World Series ganz alleine mache“, so Wade. „Das macht es manchmal knifflig und ziemlich hart. Es ist recht einsam. Nach 25 Jahren auf der Tour ist es eigentlich ziemlich traurig, dass niemand diese Erfahrung mit mir teilt.“

Dankbar für die Chance

Trotz dieser Gefühle betont Wade, dass er vor allem dankbar für die Chance ist, die er bekommen hat. „Ich bin immer noch glücklich und dankbar, dass ich hier sein darf.“
Als er erfuhr, dass er für die World Series nominiert wurde, reagierte Wade zunächst überrascht. Diese Verwunderung wich jedoch rasch einem Gefühl der Anerkennung. „Zunächst dachte ich: Wow, sie haben an mich gedacht“, erklärte er. „Aber dann wurde mir klar, dass ich in den vergangenen zwölf Monaten drei große Finals erreicht habe. Dann ist man wahrscheinlich auch einfach ein naheliegender Kandidat.“
Für die anstehende Reise nach Australien hat Wade mittlerweile eine Lösung für seine einsamen Trips gefunden. Er nimmt einen seiner besten Jugendfreunde mit, jemanden, den er seit seinem fünften Lebensjahr kennt. „Mein Freund Lee kommt mit mir nach Australien“, erzählte Wade. „Wir kennen uns schon unser ganzes Leben. Wir werden die Reise gemeinsam genießen. Ich denke, einige Spieler realisieren nicht immer, wie besonders es ist, für diese Events ausgewählt zu werden.“
James Wade klatscht mit dem Publikum ab, während er in Richtung Bühne läuft.
James Wade ist die aktuelle Nummer sechs der Welt
Der Engländer freut sich daher auch auf alles, was die Reise neben dem Dartsport zu bieten hat. Er hat bereits einige Pläne für seinen Aufenthalt Down Under geschmiedet. „Ich werde auf jeden Fall einmal Hochseeangeln gehen, sehr viel Seafood essen und einfach die Erfahrung genießen“, sagte er lachend. „Wir haben sogar vor, ein paar Essens-Challenges während des Flugs zu machen. Ob das eine gute Idee ist, weiß ich noch nicht.“

Neue TV-Titel bleiben das Ziel

Sportlich hat Wade ebenfalls klare Ziele für den Rest der Saison. Trotz seiner starken Auftritte fehlt seiner Meinung nach noch eine wichtige Krönung: ein großer TV-Titel. „Ich würde gerne wieder ein TV-Turnier gewinnen“, stellte er klar. „Ich bin in den vergangenen zwölf Monaten dreimal Zweiter geworden. Ich denke, mindestens eines dieser Finals hätte zu meinen Gunsten ausgehen können.“
Dennoch bleibt der erfahrene Engländer positiv, was seine Chancen angeht. Seine jüngsten Resultate haben ihn überzeugt, dass er weiterhin mit der absoluten Weltspitze mithalten kann. „Ich weiß, dass ich das Niveau immer noch in mir habe“, schloss Wade. „Ich bin immer noch gut genug, um Titel zu gewinnen.“
Bei den Nordic Darts Masters Anfang dieses Monats kam Wade übrigens nicht über das Viertelfinale hinaus. Dort war der Doppelweltmeister Luke Littler mit 6:1 zu stark. Trotzdem scheint Wade eine seiner besten Phasen der vergangenen Jahre zu erleben. Mit seinem Comeback auf der World Series-Bühne und dem Selbstvertrauen, das er ausstrahlt, wirkt der Routinier fest entschlossen, seine beeindruckende Titelsammlung in den kommenden Monaten weiter auszubauen.
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