Eine Rekordanzahl von acht deutschen Teilnehmern geht bei der
Darts WM 2026 ab dem 11. Dezember auf Titeljagd. Gleich drei Akteure geben dabei ihr Debüt
auf der größten Bühne des Sports im legendären Ally Pally. In diesem Artikel stellen wir die deutschen WM-Neulinge ausführlich vor, beleuchten ihren Weg zur Qualifikation – und erklären, warum einem der drei Debütanten eine ganz besondere Ehre zuteilwird.
Ein hochverdienter Durchbruch: Lukas Wenig
Für
Lukas Wenig geht mit der Teilnahme an der Darts WM 2026 ein lang gehegter Traum in Erfüllung – und das nach einer Saison, die seinen Durchbruch im Profi-Zirkus eindrucksvoll unterstreicht. Der 31-Jährige hatte sich zu Beginn des Jahres 2024 bei der Q-School seine Tour Card gesichert und rückte 2025 sportlich endgültig ins Rampenlicht. Ende Juli sorgte der Bayer für sein erstes großes Ausrufezeichen, als er beim Players Championship Turnier in Hildesheim überraschend bis ins Finale vorstieß.
Noch größer wurde die Aufmerksamkeit im November beim Grand Slam of Darts, als Wenig die Gruppenphase als Zweiter vor Cameron Crabtree und Jonny Clayton überstand und sich für die K.o.-Runde qualifizierte.
Dort setzte er sich im deutsch-deutschen Duell gegen Niko Springer durch, ehe im Viertelfinale gegen Danny Noppert Endstation war.
Beim Grand Slam of Darts 2025 erlebte Lukas Wenig seinen großen PDC-Durchbruch
Der Lohn dieser Leistungen ist ein Startplatz bei der Weltmeisterschaft, den sich Wenig über die Pro Tour souverän sicherte. Mit 34.750 Pfund Preisgeld beendete er das Qualifikationsrennen auf Rang 18 und damit deutlich innerhalb der Top-40. Brisant ist dabei vor allem seine sportliche Ausgangslage: Da seine Tour Card nach der Weltmeisterschaft ausläuft, steht für ihn zusätzlich der Kampf um die Profi-Karriere auf dem Spiel. Aktuell liegt Wenig im virtuellen Tour Card Race auf Platz 61 – und würde damit sein Spielrecht auf der Tour verteidigen.
Der volle Fokus liegt nun auf dem Jahreshighlight im Ally Pally, wo Wenig es in Runde eins mit dem Niederländer Wesley Plaisier zu tun bekommt. Im Falle eines deutschen Sieges, könnte in Runde zwei bereits ein absolutes Kracher-Match warten: Sollte sich Gerwyn Price zum Auftakt gegen Adam Gawlas durchsetzen, würde er den Deutschen im Kampf um ein Drittrundenticket herausfordern. Dass Wenig zudem im Viertel des Weltranglistenersten Luke Littler gelandet ist, unterstreicht den Schwierigkeitsgrad seiner Aufgabe.
Einstand nach Maß: Dominik Grüllich
Auch
Dominik Grüllich reist mit Rückenwind zu seinem WM-Debüt nach London. Der 23-Jährige erlebte eine Debüt-Saison auf dem PDC Profi-Circuit, die sportlich kaum besser hätte laufen können. Zu Jahresbeginn hatte er sich bei der Q-School erstmals eine Tour Card gesichert. Im März feierte er auf der Development Tour seinen ersten Titel, als er in Leicester Landsmann Leon Weber im Finale deutlich bezwang.
Im weiteren Saisonverlauf folgte der erste große Meilenstein auf der Pro Tour:
Beim 14. Players-Championship-Turnier spielte sich Grüllich sensationell bis ins Endspiel vor und kassierte dort 10.000 Pfund Preisgeld, auch wenn er sich im Finale Jonny Clayton geschlagen geben musste. Zum Jahresende setzte er auf der Development Tour mit einem Finalsieg gegen die beste weibliche Spielerin der Welt, Beau Greaves, ein weiteres Ausrufezeichen.
Dank dieser Leistungen qualifizierte sich Grüllich in seinem ersten Profijahr direkt für die Weltmeisterschaft – ein Kunststück, das nur wenigen gelingt. Mit Platz 36 im Pro-Tour-Ranking war das Ticket hart erarbeitet, aber hochverdient. In London wartet nun allerdings direkt eine außergewöhnlich schwere Aufgabe: Mit Jermaine Wattimena trifft der Bayer auf einen der formstärksten Spieler der Saison. Zusätzlich ist Grüllichs Viertel prominent besetzt – mit Namen wie Michael van Gerwen, Gary Anderson oder Josh Rock ist der Turnierweg von Beginn an gepflastert mit Stolpersteinen. Dennoch reist der Debütant ohne Druck an, denn schon jetzt hat er bewiesen, dass er sich auf der großen Bühne nicht verstecken muss.
Der unglaubliche Arno Merk
Die vielleicht emotionalste Geschichte unter den deutschen Debütanten schreibt
Arno Merk. Der 33-Jährige gilt als eines der größten deutschen Darts-Talente seiner Generation – und schien doch lange Zeit von der großen Bühne verschwunden. 2010 wurde er Jugendmeister des DDV, qualifizierte sich ein Jahr später sensationell für die BDO-Weltmeisterschaft und stand früh vor einer großen Karriere. Doch berufliche Entscheidungen führten ihn nach Italien, der Fokus vom Dartsport wich dem Alltag.
Erst 2023 trat Merk überraschend wieder in Erscheinung, erreichte auf Anhieb das Achtelfinale der PDC
Europe Super League und meldete sich damit eindrucksvoll zurück. Im Jahr 2024 qualifizierte sich Merk erstmals für die European Tour und sammelte im Duell mit der frischgebackenen WM-Sensation Luke Littler wertvolle Bühnenerfahrung. Auch wenn das Ergebnis deutlich ausfiel, war die Teilnahme ein weiteres Zeichen seines Comebacks.
In diesem Jahr krönte Merk seine Rückkehr endgültig: Zwei Turniersiege auf der NEXT GEN-Tour sicherten ihm die erneute Teilnahme an der Super League, wo schließlich das deutsche WM-Ticket ausgespielt wurde. Mit beeindruckender Nervenstärke, eiskalten Finishes und emotionalem Auftreten spielte er sich bis ins Finale –
und bezwang dort Daniel Klose mit 8:6.
Damit war das WM-Debüt perfekt. In London wird Merk nun eine besondere Ehre zuteil:
Er eröffnet die Weltmeisterschaft 2026 als allererster Spieler auf der Ally-Pally-Bühne. Gegen Kim Huybrechts wird Merk in der Abendsession des 11. Dezember das größte Darts-Turnier des Jahres einläuten. Im Turnierbaum ist er in einem Viertel mit Dominik Grüllich gelandet. In Runde zwei könnte mit Peter Wright bereits der erste Hochkaräter warten – doch für Merk dürfte allein dieser erste Auftritt ein Meilenstein seiner bewegten Karriere sein.