Jules van Dongen schleppt sich seit anderthalb Jahren durch eine Formkrise und denkt laut über ein Sabbatical nach. "Nach dieser Zeit werden die Darts in den Schrank wandern. Einfach ein kompletter Reset", sagte der niederländisch-amerikanische Dartspieler gegenüber Sportnieuws.nl.
Formtief drückt die Erwartungen
Bei den US Darts Masters will The Dutch Dragon vor allem ohne Druck am Oche stehen. "An einem Tag sage ich, dass ich nicht antrete, am nächsten sage ich, dass ich antrete - aber im Moment werde ich einfach auf der Bühne stehen", lacht van Dongen. "Die Erwartungen sind geringer und das hilft. Bei den UK Open wusste noch nicht jeder, wie schlecht es läuft, jetzt ist es klar."
Das Turnier im Madison Square Garden hat einen zusätzlichen Reiz: Zum ersten Mal reisen seine Eltern mit. "Sie versuchen schon seit drei Jahren zu kommen. Zuerst kam ihnen das Covid in die Quere, dann wurde mein Vater positiv getestet und letztes Jahr wurde bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert. Jetzt ist sie zum Glück vollständig geheilt. Allein aus diesem Grund muss ich spielen." Seine Kinder sitzen ebenfalls im Zuschauerraum. "Es könnte das letzte Mal sein, dass sie mich hier sehen."
Jules van Dongen
Traumlos
Mit sieben Premier League-Spielern - darunter der zurückkehrende Michael van Gerwen - und Damon Heta im Teilnehmerfeld hofft van Dongen auf ein vertrautes Spiel. "Am liebsten gegen meinen Landsmann Danny Lauby, dann kann ich mich nach unserem frühen Ausscheiden beim World Cup of Darts revanchieren", sagte er. Aber die Nordamerikaner ziehen in der ersten Runde immer einen Topgesetzten. "Van Gerwen geht es gut", antwortet er schelmisch. Vincent van der Voort hakt ein: "Das ist der Lahme gegen den Blinden", woraufhin van Dongen abschließend meint: "Können wir nachher ein Bier zusammen trinken - wir können es beide gebrauchen."
Ob er nach New York tatsächlich den Stecker ziehen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Auf dem heiligen Wald von The Garden will van Dongen noch ein letztes Mal flammen - ohne Erwartungen, aber mit der Familie an seiner Seite.
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Die deutsche Sportjournalistin kam als Seiteneinsteigerin zum Journalismus und entdeckte 2021 ihre Leidenschaft für den Darts-Sport. Seitdem hat sie sich ein beachtliches Portfolio aufgebaut und sich als feste Größe in der Darts-Berichterstattung etabliert. Neben ihrer Arbeit für dartsnews.de schreibt sie gelegentlich auch für dartsnews.com, wo ihre Artikel ein internationales Publikum erreichen.
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