„Ich werde immer Mitchell Lawrie sein“: Schottlands größte Darts-Talente träumen vom ganz großen Durchbruch
WDF
Mitchell Lawrie und Owen Bryceland zählen zu den vielversprechendsten Nachwuchsspielern im internationalen Darts. Während Lawrie bereits das Finale der WDF-Weltmeisterschaft in Lakeside erreicht hat, hat sich Bryceland in der Jugendszene längst einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Beide gelten als Hoffnungsträger für die Zukunft des schottischen Darts.
An großen Vorbildern mangelt es dabei nicht. Mit Gary Anderson und Peter Wright stammen gleich zwei Weltmeister aus Schottland. Noch sind Lawrie und Bryceland weit von diesem Niveau entfernt, doch beide arbeiten daran, eines Tages selbst auf den größten Bühnen des Sports zu bestehen.
„Wee Sox“ und „The Bandit“: Die Geschichte hinter ihren Spitznamen
Derzeit sind die beiden Nachwuchstalente allerdings eher unter ihren Spitznamen bekannt. Lawrie tritt als „Wee Sox“ an, Bryceland hört auf den Namen „The Bandit“. Im Gespräch mit Bang on Target erklärten beide, wie es zu diesen ungewöhnlichen Nicknames kam.

Mitchell Lawrie gehört zu den größten Nachwuchstalenten Schottlands und will in den kommenden Jahren den Sprung auf die große Darts-Bühne schaffen.
„Meine Eltern haben sich den Namen vor ein paar Jahren ausgedacht und wir fanden, dass er gut zu mir passt. Also haben wir ihn übernommen“, erklärte Bryceland.
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Bei Lawrie reicht die Geschichte deutlich weiter zurück. „Der Spitzname stammt von meinem Grampa Dougie, als ich noch klein war. Er ist einfach geblieben und inzwischen nennt mich die ganze Familie so.“
Schon als Kleinkinder vom Darts begeistert
Brycelands Begeisterung für den Dartsport begann bereits in einem Alter, in dem die meisten Kinder noch kaum einen Dartpfeil halten können.
„Ich habe Darts schon als kleines Kind geliebt und saß immer vor dem Fernseher, wenn Turniere liefen“, erinnerte er sich. „Meine Eltern schenkten mir eine Softdart-Scheibe, als ich ungefähr 18 Monate alt war. Darauf habe ich zuerst geworfen. Ein halbes Jahr später durfte ich unter Aufsicht mit echten Darts spielen. Je älter ich wurde, desto weiter bin ich Schritt für Schritt vom Board zurückgegangen.“
Aus der frühen Leidenschaft entwickelte sich schnell der erste Wettkampfgedanke.
„Das ging über Jahre so weiter und meine Eltern sagten, dass ich ständig gespielt habe. Irgendwann fragte ich, ob ich einmal an einem Turnier teilnehmen dürfe. Sie nahmen mich mit, ohne große Erwartungen zu haben. Doch bei meinem dritten Turnier – da war ich acht Jahre alt – stand ich direkt im Finale.“
Kurz darauf folgte bereits der erste große Erfolg. „Danach spielte ich mein erstes SDA-Jugendturnier und gewann es. Ein Jahr später holte ich die Scottish Open Youth. Seitdem ging es immer weiter.“
Auch Lawries Weg begann über seine Familie – und die traditionsreichen Scottish Open in seiner Heimatstadt Renfrew.
„Seit ich zwei Jahre alt war, hat mich mein Grampa Dougie immer zu den Scottish Open mitgenommen, wenn das Turnier in Renfrew stattfand. Dort hat alles angefangen.“
Gary Anderson und Michael van Gerwen als große Vorbilder
Wie viele junge Spieler sind auch Lawrie und Bryceland mit den größten Namen des Darts aufgewachsen. Bryceland erinnert sich besonders gerne an eine Begegnung mit Michael van Gerwen.
„Als ich acht Jahre alt war, durfte ich mit Michael van Gerwen spielen. Er ist mein großes Idol. Aber ich liebe Ando [Gary Anderson] ebenfalls.“
Lawries Antwort auf die Frage nach seinem Vorbild fiel dagegen eindeutig aus.
„Gary Anderson.“
Ebenso unterschiedlich beantworteten die beiden die Frage, wo sie sich in zehn Jahren sehen.
Bryceland blieb trotz aller Ambitionen realistisch. „Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren Profi werde. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Trotzdem läuft es auf der Advanced Tour und in der JPL derzeit sehr gut.“
Lawrie formulierte sein Ziel deutlich kürzer – und deutlich größer.
„Hoffentlich Weltmeister.“
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Lawrie will nicht der „nächste Luke Littler“ sein
Aufgrund seines Alters und seiner Leistungen wird Mitchell Lawrie bereits häufiger mit Luke Littler verglichen. Seit dessen kometenhaftem Aufstieg sind die Erwartungen an junge Talente im Darts deutlich gestiegen. Lawrie selbst möchte jedoch nicht als Nachfolger eines anderen Spielers gesehen werden.
„Ich habe schon oft gesagt, dass ich meine eigene Identität haben möchte. Luke hat unglaublich viel für den Dartsport getan, aber ich werde immer Mitchell Lawrie sein.“
Die Development Tour als nächster Schritt
Lawrie feiert im November seinen 16. Geburtstag und ist damit ab 2027 für die PDC Development Tour spielberechtigt. Damit eröffnet sich ihm erstmals der direkte Einstieg in das professionelle PDC-System.
Bryceland, der noch jünger ist, konzentriert sich zunächst auf seine Entwicklung im Nachwuchsbereich.
„Ich hoffe, dass ich weiter auf der Advanced Tour spielen und Schottland in der JDC und der SDA vertreten kann.“
Beide wissen allerdings, dass sie längst nicht die einzigen Ausnahmetalente ihrer Generation sind. Auf die Frage, welche U16-Spieler künftig den Sprung an die Weltspitze schaffen könnten, musste Bryceland nicht lange überlegen.
„Zu viele, um sie alle aufzuzählen.“
Auch Lawrie sieht die Qualität im Nachwuchs enorm wachsen.
„Es gibt momentan unglaublich viele talentierte junge Spieler. Vor allem auf der Advanced Tour habe ich einige von ihnen erlebt. Deshalb würde ich sagen: Im Grunde hat jeder von ihnen das Potenzial.“
Schon jetzt gehören Lawrie und Bryceland zu den größten Hoffnungen des schottischen Darts. Der eine erreichte bereits ein WM-Finale in Lakeside, bevor er überhaupt auf der Development Tour antreten darf, der andere sammelt seit dem Grundschulalter Titel im Nachwuchsbereich. Setzen beide ihre Entwicklung fort, dürften die Namen „Wee Sox“ und „The Bandit“ schon bald weit über die Jugendszene hinaus bekannt sein.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










