Mitchell Lawrie (15) schreibt Geschichte im Lakeside: „Ich fühle mich hier zu Hause – ich werde meine Gegner einfach platt machen“
WDFDie Sensation des Turniers. Die neue Offenbarung des Dart-Nachwuchses. Und seit heute der jüngste Halbfinalist in der Geschichte der WDF Weltmeisterschaft. Mitchell Lawrie ist erst 15 Jahre alt – und verhält sich auf der legendären Lakeside-Bühne, als würde er zu den alten Hasen des Sports gehören.
Als Lawrie erfährt, dass er nun offiziell der jüngste Halbfinalist aller Zeiten ist, reagiert er zunächst ungläubig. „Kannst du das noch einmal sagen?“, scherzt er. Hinter dem Lächeln steckt jedoch eine für sein Alter bemerkenswerte Reife. „Ich liebe es, dort oben zu stehen. Ich fühle mich auf dieser Bühne zu Hause. Mein Rhythmus, mein Spiel, alles passt. Und ganz ehrlich: Jedes Mal, wenn ich dort stehe, denke ich nur eines – ich werde meinen Gegner einfach platt machen.“
„Ich habe mich kurz von seinem Tempo beeinflussen lassen“
Zum ersten Mal bei dieser WDF Weltmeisterschaft zeigte Lawrie während eines Spiels einen Moment, der wie Frustration wirkte. Doch diese Auslegung weist er entschieden zurück. „Ich war überhaupt nicht frustriert“, stellte der junge Schotte klar. „Ich habe mich nur kurz von seinem Tempo mitreißen lassen. Er hat versucht, mich langsamer zu machen. Vielleicht dachte er, dass ich wegen meines Alters weniger Erfahrung habe. Aber so etwas versuchen viele Spieler – das beeinflusst mich nicht.“
Mitchell Lawrie steht sowohl bei den Junioren als auch bei den Herren im Halbfinale
Es dauerte dennoch einige Zeit, bis er sich vollständig darauf eingestellt hatte. „Er hat es immer wieder gemacht, also habe ich mir gesagt: Gewöhn dich daran. Und als das funktionierte, wurde es tatsächlich sehr einfach.“ Das Ergebnis bestätigte seine Einschätzung: Lawrie zog ohne einen einzigen Satzverlust ins Halbfinale ein.
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Nach eigener Aussage verlor sein Gegner dabei zunehmend die Fassung. „Hundertzehn Prozent“, grinste Lawrie. „Er hat sich selbst mehr aus dem Spiel genommen als mich. Und selbst wenn er plötzlich schneller geworfen hätte, wäre das völlig okay gewesen. Ich kann mit beiden Rhythmen umgehen.“
Trotz der sportlichen Intensität blieb der Respekt gewahrt. Nach dem Match wechselten beide Spieler ein paar Worte. „Neben dem Board ist er ein richtig guter Typ“, sagte Lawrie. „Auf der Bühne will er gewinnen, genau wie ich. Danach hat er mir einfach viel Glück gewünscht. Das zeigt Größe.“
Revanche gegen Walker? „Ich habe noch eine Rechnung offen“
Im Halbfinale wartet nun mit Jenson Walker ein alter Bekannter aus dem Jugendbereich. Die bisherigen Duelle der beiden waren meist hochklassig – und emotional. „Wir haben schon öfter gegeneinander gespielt“, erklärte Lawrie. „Das letzte Mal im Viertelfinale des Jugend-Europacups. Er hat mich 4:3 geschlagen. Ich habe zwei Matchdarts vergeben. Also ja – ich habe definitiv noch eine Rechnung offen.“
Dabei bleibt der 15-Jährige realistisch und respektvoll. „Jenson ist ein Topspieler. Wirklich ein Klassespieler. Er ist selbstbewusst, erfahren und stand letztes Jahr im Finale der Jungen. Das wird ein extrem harter Test.“
Zwei Teenager im Halbfinale: Ein Signal für die Zukunft
Dass gleich zwei Teenager im Halbfinale stehen, sieht Lawrie als starkes Zeichen – nicht nur für das Turnier, sondern für den gesamten Jugenddartsport. „Das ist großartig für den Nachwuchs“, sagte er. „Zwei junge Spieler im Halbfinale einer Weltmeisterschaft – das zeigt, wie hoch das Niveau inzwischen ist.“
Auch für seinen kommenden Gegner findet er große Worte. „Jenson ist einer der besten Spieler im Turnier. Ich bin mir sicher, dass er sich irgendwann eine PDC Tour Card holen wird. Er hat alles, um es weit zu bringen.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








