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Liam Maendl-Lawrance begann am Sonntagnachmittag die WDF-Weltmeisterschaft im
Lakeside. Da er als gesetzter Spieler antrat, durfte er die WM in der zweiten Runde beginnen, wo er auf Caleb Hope traf. Dies erwies sich jedoch nicht als Vorteil für den jungen Deutschen.
Liam Maendl-Lawrance zeigte phasenweise ansprechendes Scoring, doch im entscheidenden Moment fehlte die Effizienz auf den Doppelfeldern. Hope dagegen nutzte nahezu jede Gelegenheit und präsentierte sich besonders in den Satz-Decidern nervenstark. Für den Deutschen endet die WM mit einer 0:3-Niederlage damit deutlich früher als erhofft.
Starker Beginn, verpasste Chancen – Satz 1 geht an Hope
Der Münchener durfte das Match eröffnen und tat dies mit einem Leg in 17 Darts. Hope glich mit einem 18-Darter aus und startete in das nun folgende Leg seines deutschen Gegners mit einem Maximum. Maendl-Lawrance antwortete mit 140 Punkten und legte eine 180 nach, um weiterhin in Führung zu bleiben. Nach neun Darts hatte er noch 96 Punkte zu löschen, sein Gegner noch 91. Es gelang Maendl-Lawrance jedoch nicht, die 96 Punkte mit sechs Darts zu löschen, was dazu führte, dass er von Hope mit einem 13-Darter gebreakt wurde.
Nun warf Hope zum 3:1 im ersten Satz. Er nutzte seine Chance und löschte 98 für einen 4-Darter, um den ersten Satz auf seinem Konto zu verbuchen.
Satz 2: Entscheidung im Decider – Hope bleibt effizient
Den zweiten Satz begann Hope mit einem Leg in 14 Darts, bevor Maendl-Lawrance anwerfen durfte. In den ersten vier Aufnahmen blieb er bei eigenem Anwurf ohne Triple, ließ dann jedoch eine 180 in der fünften Aufnahme folgen. Dank dieses starken Wurfs rettete er sein Anwurfleg und glich in 20 Darts zum 1:1 aus.
Nachdem beide Spieler ihre jeweiligen Legs durchgebracht hatten, ging der Satz in den Decider, den Hope anwerfen durfte. Jetzt hätte Maendl-Lawrance da sein müssen, um anzugreifen, allerdings traf er in fünf Aufnahmen nur insgesamt zwei Triple. Hope nutzte dies und sicherte sich mit 3:2 in Legs auch den zweiten Satz.
Satz 3: Maendl-Lawrance kämpft – doch die Doppel werden zum Verhängnis
Spätestens jetzt war Hope voll im Spiel. In 15 Darts breakte er den jungen Deutschen, während dieser mit 20 Punkten auf einem Doppel stand. Allerdings gelang es Hope nicht, sein Break zu bestätigen. In 14 Darts sicherte sich Maendl-Lawrance das Rebreak und glich zum 1:1 in Legs aus. Im Gegensatz zu seinem Gegner konnte der Münchener das Break bestätigen, indem er 82 für einen 14-Darter löschte und mit 2:1 die Führung im dritten Satz übernahm.
Hope glich mit einem Hold aus. Nun brauchte Maendl-Lawrance dringend ein Break, um nicht auszuscheiden. Jedoch warf er zum Einstieg nur 60 Punkte, und auch die zweite Aufnahme mit 58 Punkten misslang. Dennoch resignierte Maendl-Lawrance nicht, sondern gab noch einmal alles. Mit einer 140 in der dritten Aufnahme übernahm er die Führung in diesem Leg. Nach 15 Darts hatte er ein Finish von 22 stehen, bekam jedoch nun Schwierigkeiten auf den Doppeln. Hope ergriff die Chance und breakte in 19 Darts zum Sieg, nachdem sich Maendl-Lawrance zuvor im „Madhouse“ überworfen hatte.
Dalibor Smolik drehte einen frühen Rückstand und gewann sein Auftaktmatch gegen den Finnen Marko Kantele mit 3:1. Nach zwei gehaltenen Sätzen sah es so aus, als hätte Smolik das Spiel im Griff, nachdem er Kantele den Wurf abnahm. Doch die Satzdarts kamen und gingen – Kantele nutzte seine erste Chance und traf die Doppel-16, während Smolik weitere Gelegenheiten verstreichen ließ. Der Tscheche verfehlte die Doppel-13 für ein spektakuläres 119er-Checkout, kämpfte sich aber zurück, breakte erneut und ging mit 2:0 in Führung. Mit der Doppel-10 holte er den zweiten Satz und stellte auf 1:1.
Der dritte Satz begann mit drei Breaks in Folge. Smolik setzte sich mit 2:1 durch und fand in dieser Phase endlich die nötige Qualität, um erstmals in Führung zu gehen. Das Match beendete er anschließend eindrucksvoll: Mit einem 127er-Finish über Doppel-8 sicherte er sich den Einzug in die zweite Runde.
Rosney feiert starkes WM-Comeback
Nach dreijähriger Abwesenheit kehrte Stephen Rosney auf die WDF-Weltmeisterschaftsbühne zurück – und das mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen den Debütanten Jim McEwan. Der Ire erwischte mit einer 2:0-Führung einen perfekten Start, doch McEwan wehrte sich. Während Rosney Chancen liegen ließ, verkürzte der Schotte und glich mit einem 74er-Finish aus. Rosney behielt jedoch den Vorteil des Anwerfens und nutzte ihn, um sich wieder abzusetzen.
Im zweiten Satz wiederholte sich das Bild: Rosney ging 2:0 in Führung, ließ McEwan aber erneut zurück ins Spiel kommen. Ein präzises 120er-Checkout des Schotten erzwang das Entscheidungsleg – und wieder setzte sich Rosney durch. Der dritte Satz verlief deutlich klarer. McEwan wird seine verpassten Doppel bereuen müssen, doch Rosney traf in den entscheidenden Momenten und zog verdient in die nächste Runde ein.
Steenbergen souverän – Dursun siegt bei Lakeside-Debüt
Die frühere Viertelfinalistin Priscilla Steenbergen zeigte eine konzentrierte Leistung und gewann mit 2:0 gegen Nina Lech-Musialska. Die Polin hatte sich in einem Vorrundenspiel gegen Mayumi Ouchi durchgesetzt, musste ihr Niveau aber noch einmal steigern – das gelang ihr nicht. Steenbergen startete mit einem 76er-Checkout für einen 15-Darter. Durch Fehler auf den Doppeln gab sie Lech-Musialska jedoch die Chance, ihr erstes Leg einzusammeln.
Als Lech-Musialska die Möglichkeit hatte, den Satz in ein Entscheidungsleg zu bringen, verpasste sie die Doppel für ein 117er-Finish. Steenbergen nutzte die offenen Türen konsequent. Im zweiten Satz ging die Polin zwar 2:0 in Führung, konnte das Spiel aber erneut nicht schließen. Wieder verpasste Doppel brachten Steenbergen zurück ins Match – und sie machte den Deckel zu.
Für die 69-jährige Paula Murphy, die älteste Teilnehmerin in Lakeside, endete das Turnier dagegen früh. Emine Dursun, die ihr WM-Debüt gab, dominierte das Match und gewann 2:0. Im ersten Satz ließ die Türkin ihrer Gegnerin nicht einen einzigen Dart auf die Doppel und krönte den Abschnitt mit einem starken 104er-Finish.
Im zweiten Satz stemmte sich Murphy zunächst dagegen, ging nach einem 63er-Finish mit 2:0 in Führung und war nah dran am Satzausgleich. Doch es sollten ihre letzten Legs bleiben. Sie verfehlte zwei Set-Darts und wurde eiskalt von Dursun bestraft, die das Match mit einem 17-Darter entschied. Die 24-Jährige steht verdient in der nächsten Runde und wird in den kommenden Tagen erneut ans Oche treten.