Jack Tweddell setzte bereits vor Beginn der Q-School ein starkes sportliches Ausrufezeichen. Mit seinem Triumph bei der ADC Global Championship schrieb er ein Stück persönlicher Darts-Geschichte und bezwang Johnny Haines im Finale mit dem denkbar knappen Resultat von 9:7.
Kurz vor Weihnachten reisten 56 Spieler in die MODUS Live Lounge nach Portsmouth, um die letzten acht Akteure zu ermitteln, die in den entscheidenden Runden gegeneinander antreten sollten. Diese Finalisten traten am vergangenen Sonntag schließlich an das Oche – und am Ende war es Tweddell, der sich die Krone aufsetzte und den Wettbewerb für sich entschied.
Ein Lauf mit Überraschungen und Nervenstärke
Tweddell startete seinen Turnierlauf mit einem kleinen Überraschungserfolg, der früh den Ton vorgab. Er schaltete Tom Sykes aus, der bereits seit einigen Jahren zu den besten Spielern abseits der PDC-Tour gehört und in dieser Woche als Mitfavorit auf einen Tour-Card-Gewinn gilt.
Im Halbfinale gegen Gary Stone ging es noch enger zu. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Abnutzungskampf, der erst im Entscheidungsleg seinen Sieger fand. Keiner der beiden Spieler fand konstant in seinen Rhythmus, doch am Ende behielt Tweddell in der MODUS Live Lounge die Nerven und zog ins Finale ein.
Johnny Haines präsentierte sich auf seinem Weg ins Endspiel hingegen als Mann für die große Bühne. Seine Doppelquote war bombensicher. Im Viertelfinale setzte er sich gegen Niall Culleton durch, ehe er Robbie Martin mit 7:4 bezwang. „The Punk“ fand im Halbfinale schließlich seinen Rhythmus und machte damit ein rein aus Swindon stammendes Finale perfekt.
Haines startete stark und zog mit einer dominanten 5:2-Führung davon. Mit diesem Rückenwind schien er zunächst klar im Vorteil, doch Tweddell konterte eindrucksvoll. Fünf unbeantwortete Legs brachten ihn zurück ins Match und schließlich sogar mit 7:5 in Führung. Der 61-jährige Haines kämpfte sich noch einmal heran und lag zwischenzeitlich nur noch mit 7:8 zurück, doch die Partie erlebte keine finale Wendung mehr. Mit einem Treffer auf Doppel-10 machte Tweddell schließlich den Titelgewinn perfekt.
Mit diesem Erfolg reiht sich Tweddell neben Devon Petersen ein, der den Wettbewerb im vergangenen Jahr gewonnen hatte. Zusätzlich sicherte er sich ein Preisgeld von £60.000 in einem Turnier, das bewusst als Gegenstück zur WDF konzipiert wurde und sportlich wie finanziell große Bedeutung besitzt.
Ob einer der Stars des Finaltages auch die Q-School erfolgreich überstehen und den Triumph als perfekte Generalprobe nutzen kann, wird sich zeigen. Für Jack Tweddell jedoch steht fest: Dieser Erfolg ist ein Moment, der bleiben wird.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.