„Ihm fehlt dieser X‑Faktor“ – Noppert laut Darts-Experte aus einem einfachen Grund nicht in die Premier-League-Auswahl aufgenommen

PDC
Dienstag, 06 Januar 2026 um 15:00
Danny Noppert (1)
Die Bekanntgabe der Premier-League-Darts-Auswahl sorgt jedes Jahr für reichlich Wirbel. Kaum hatten sich die Staubwolken der Darts WM verzogen, präsentierte die Professional Darts Corporation bereits die acht Namen für die Premier League Darts Saison 2026. Wie fast immer folgten auf die Verkündung hitzige Debatten.
Auf dem talkSPORT Darts-Kanal analysierten Moderator Harry Durham und Kommentator Chris Murphy die Entscheidungen ausführlich. Im Fokus stand weniger, wer eingeladen wurde. Vielmehr ging es darum, wer fehlte – und warum diese Auswahl jedes Jahr aufs Neue polarisiert.
Die Premier League Darts 2026 wird von acht Spielern bestritten: Luke Littler, Luke Humphries, Gian van Veen, Michael van Gerwen, Stephen Bunting, Josh Rock, Jonny Clayton und Gerwyn Price.
Die ersten vier Plätze sorgten traditionell für wenig Gesprächsstoff. Die Top 4 der Weltrangliste gelten als gesetzt. „Wir wussten, dass es in diesem Jahr keine Fragezeichen gibt“, erklärte Murphy. Eine Debatte wie einst um Littler nach seinem ersten WM-Auftritt blieb aus.

Stephen Bunting: gerechtfertigt oder zu früh?

Der meistdiskutierte Name war ohne Zweifel Stephen Bunting. Der Engländer beendete die Premier League 2025 auf Rang acht. Abgesehen von einem Wochensieg verlief die Saison schwierig. Trotzdem erhielt er erneut eine Einladung.
„Ich war ehrlich gesagt überrascht“, sagte Murphy. Nicht, weil Bunting es sportlich nicht verdient habe. Vielmehr gebe es neun oder zehn Spieler, die ebenfalls Anspruch anmelden könnten. Zudem sah sich Bunting im vergangenen Jahr massiver Kritik in sozialen Netzwerken ausgesetzt, inklusive persönlicher Angriffe.
Murphy stellte klar, dass so etwas niemals ein Auswahlkriterium sein dürfe. Gleichzeitig fragte er sich, ob eine kurze Pause aus dem Rampenlicht nicht sinnvoll gewesen wäre. Durham hielt dagegen: „Wenn du Achter wirst, sollte das eigentlich automatisch den Ausschluss fürs nächste Jahr bedeuten.“
Murphy warnte jedoch vor einer zu starren Regel. „Was passiert, wenn ein Littler oder Humphries einmal Achter wird?“ Die PDC bewege sich ständig zwischen sportlicher Logik und dem Schutz ihrer größten Zugpferde.

Nathan Aspinall: der auffälligste Fehlende

Während Bunting viel diskutiert wurde, galt Nathan Aspinall als der auffälligste Fehlende. Seine Saison 2025 lieferte starke Argumente. Drei Euro-Tour-Titel, drei Major-Viertelfinals und ein Finale bei den Players Championship Finals sprachen für ihn.
„Aspinall hatte eine bessere Premier-League-Saison als Bunting“, stellte Murphy fest. Besonders bitter sei der Vergleich mit 2024, als Aspinall trotz schwächerer Ergebnisse nominiert wurde. Genau dieser Kontrast mache die Entscheidung schwer nachvollziehbar.
Durham verwies auf Aspinalls frühes WM-Aus gegen Kevin Doets. Trotz eines hochklassigen Matches mit 23 Maxima schied Aspinall früh aus. Murphy relativierte sofort. Auch Rock, Bunting und Price kamen nicht weiter. „Wenn das der Maßstab war, passt das Gesamtbild nicht“, so sein Fazit.

Investition in Josh Rock

Die Einladung für Debütant Josh Rock wirkt dagegen wie eine bewusste Zukunftsentscheidung. Der Nordire überzeugte mit starkem Scoring, dem World-Cup-Titel und seinem ikonischen World-Matchplay-Halbfinale gegen Littler.
Murphy sieht darin eine klare Strategie. Nach Littlers Dominanz werde immer öfter von einer neuen Phil-Taylor-Ära gesprochen. „Vielleicht denkt die PDC: Geben wir Rock Woche für Woche diese Bühne. Dann sehen wir, ob er den nächsten Schritt geht.“

Danny Noppert fehlt der X-Faktor

Auch Danny Noppert blieb trotz seines statistisch besten PDC-Jahres außen vor. Platz zehn in der Order of Merit, vier Major-Halbfinals und ein European-Tour-Finale reichten nicht. Murphy machte deutlich, dass in der Premier League mehr als Resultate zählen.
Bühnenpräsenz, Persönlichkeit und Unterhaltungswert spielen eine zentrale Rolle. „Er spielte bei der WM sein bestes Match gegen Justin Hood“, sagte Murphy. „Aber ihm fehlt dieses gewisse Etwas.“ Der berühmte X-Faktor sei entscheidend, um Hallen mitzureißen.
„Manche Spieler müssen mehr zeigen als andere“, so Murphy weiter. Das sei hart, aber Teil des Konzepts. Für den Zuschauer ändere Nopperts Abwesenheit wenig an der Attraktivität der Liga.

Premier League als WM-Belastung?

Ein weiteres Thema war der Einfluss der Premier League auf die WM-Form. Von den Teilnehmern 2025 erreichten nur zwei das WM-Viertelfinale. Zufällig waren es die beiden Lukes.
Murphy fordert ein bewussteres Kalendermanagement. Die Premier League sei ein enormes Commitment. Entscheidend sei, wie Spieler den Rest des Jahres gestalten, um bei der WM zu peaken. Als Beispiel nannte er Gary Anderson und dessen kluge Planung der Euro Tours.
Die Premier League Darts 2026 umfasst sechzehn Spielabende sowie den Finalabend in der O2 Arena in London. Der Sieger erhält £350.000. Neu im Kalender ist Antwerpen, dazu kommen Stationen in Newcastle, Dublin, Rotterdam und Berlin.
„Das ist eine Rock-’n’-Roll-Tour“, fasste Murphy zusammen. Die Spieler würden wie Superstars behandelt. Seine klare Botschaft an die Acht: „Genießt es. Denn es gibt genug andere, die bereitstehen.“
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