„100 Millionen Pfund Preisgeld, fünf Millionen für den Sieger“ – PDC-Präsident sieht für den Dartsport keine Grenzen
PDC
Barry Hearn ist noch lange nicht am Ziel. Der 77-jährige britische Sportpromoter, der seit Jahrzehnten als Architekt der modernen Dartswelt gilt, hat erneut eine ambitionierte Marke gesetzt. Nachdem er in diesem Jahr einen persönlichen Meilenstein erreichte, indem der Weltmeister im Darts erstmals in der Geschichte mit £1 Million Preisgeld belohnt wurde, blickt Hearn bereits weiter nach vorn. Sein neues Ziel: ein Preisgeldtopf von £100 Millionen Pfund, mit nicht weniger als 5 Millionen Pfund für den Sieger der Darts WM, spätestens bis 2035.
Das sind Summen, die bis vor Kurzem im Dartsport undenkbar waren. Dennoch spricht Hearn mit derselben Entschlossenheit darüber, mit der er zu Beginn dieses Jahrhunderts ankündigte, dass der Sieger der Darts WM einmal Millionär sein würde. Damals wurde er von vielen ausgelacht. Inzwischen ist diese Prognose Realität geworden.
Darts als „Golf des arbeitenden Mannes“
Nach Hearns Ansicht ist das enorme Wachstum von Darts noch lange nicht vorbei. Die Sportart profitiert massiv von einem fünfjährigen TV-Vertrag im Wert von £125 Millionen mit Sky Sports, steigenden Einschaltquoten, ausverkauften Arenen und immer größeren Sponsoreninteressen. Insgesamt werden aktuell bereits rund £25 Millionen an Preisgeldern innerhalb der PDC ausgeschüttet.
„Wenn ich mir Darts jetzt ansehe, denke ich: Wir haben es gut gemacht, aber das ist erst der Anfang“, so Hearn. „Der nächste Schritt sind £100 Millionen an Preisgeldern und £5 Millionen für den Sieger. Ich glaube wirklich, dass wir das innerhalb von zehn Jahren erreichen können.“
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Laut dem Matchroom-Chef gibt es schlicht kein Limit mehr. „Darts ist das Golf des arbeitenden Mannes“, stellt er fest. „Jeder versteht das Spiel, jeder kann sich damit identifizieren, und es ist pures Entertainment.“
Starke Sponsoren und wachsende Bühnen
Eine treibende Kraft hinter diesem Wachstum sind die Sponsoren. Vor allem Titelsponsor Paddy Power erhält von Hearn Lob für die Art, wie das Unternehmen die Darts-WM in Szene setzt. Zudem spielt Sky Sports mit dem erneuerten, deutlich erweiterten TV-Vertrag eine entscheidende Rolle.
Auch vor Ort wird aufgestockt. Ab der nächsten Ausgabe zieht die WM Darts im Alexandra Palace in die größere Great Hall um, wodurch die Kapazität pro Session von etwa 3.300 auf mehr als 5.000 Zuschauer steigt. Der ikonische „Ally Pally“ bleibt damit das Herzstück des Turniers, wächst aber mit der Popularität der Sportart mit.
„Darts wird jetzt als echte Spitzensportart anerkannt“, sagt Hearn. „Nicht nur wegen der Einschaltquoten, sondern auch wegen der Leserzahlen, der sozialen Medien und der Fanbindung. Wir erfüllen alle Kriterien.“
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Abrechnung mit alten Klischees
Hearn nutzt zudem die Gelegenheit, mit dem Image aufzuräumen, das Darts jahrelang begleitete. „Das Bild von dicken Männern, die auf der Bühne rauchen und trinken, das war vor 25 Jahren“, stellt er klar. „Heute träumen Kinder davon, Profi-Dartspieler zu werden, so wie sie früher davon träumten, Profi im Fußball oder Boxen zu werden.“
Diese Professionalisierung zeigt sich in allem: von Trainingsplänen und Betreuung über körperliche Fitness bis hin zu mentalem Coaching. Der moderne Dartspieler ist Athlet, Entertainer und Marke zugleich.

Barry Hearn organisiert gemeinsam mit seinem Sohn Eddie große Turniere mit dem Unternehmen Matchroom Sport
Dritter Herzinfarkt, aber kein Gang herausgenommen
Bemerkenswert ist, dass Hearn seine neuen Pläne nach einem Jahr präsentiert, in dem er erneut ernsthaft mit seiner Gesundheit konfrontiert wurde. Im Frühjahr erlitt er seinen dritten Herzinfarkt, während er ein Play-off-Spiel seines geliebten Leyton Orient besuchte. Er fühlte sich unwohl, verließ das Stadion und landete wenige Stunden später auf dem Operationstisch, wo ein neuer Stent eingesetzt wurde.
Es war nicht seine erste Erfahrung mit Herzproblemen. 2002 erlitt er seinen ersten Herzinfarkt, gefolgt von einem zweiten – von ihm selbst als „mild“ beschrieben – im Jahr 2020, als bereits zwei Stents eingesetzt wurden.
Dennoch weigert sich Hearn, sich von gesundheitlichen Sorgen bremsen zu lassen. „Ich bleibe aktiv“, sagt er resolut. „Zehn Tage nach der Operation machte ich noch sechzig Runs für das über 70er Cricketteam von Essex.“
In typischer Hearn-Manier relativiert er die Schwere der Situation. „Dritter Herzinfarkt, vierter Stent. Ich habe sie mir für Weihnachten aufgespart“, witzelte er. Inzwischen verbringt er seinen Urlaub in der Karibik, bleibt dort aber eng in laufende Verhandlungen und zukünftige Pläne eingebunden.
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Der Mann, der Darts transformierte
Barry Hearn gilt in der Dartswelt als der Mann, der das Spiel grundlegend verändert hat. Als er 2001 Vorsitzender der PDC wurde, fand er eine Sportart mit Potenzial, aber begrenzten Mitteln vor. In der kleinen Circus Tavern in Essex „roch er Geld“ und entschied, dass Darts eine globale Entertainmentmaschine werden könne.
Ikonen wie Phil Taylor und Raymond van Barneveld versprach er, dass eines Tages sieben Ziffern auf dem Siegerscheck stehen würden. Es dauerte mehr als zwanzig Jahre, doch 2025 war es so weit: 1 Million Pfund für den Weltmeister, in einem Turnier, das inzwischen 128 Spieler umfasst.
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Nun will Hearn diese Leistung verfünffachen.
Eine Zukunft ohne Grenzen
Ob das Ziel von 5 Millionen Pdund für den Weltmeister erreichbar ist, wird die Zeit zeigen. Doch angesichts von Hearns Erfolgsbilanz wagt es niemand mehr, ihn auszulachen. Darts hat sich zu einer der zugänglichsten und profitabelsten Sportarten der Welt entwickelt, mit einer einzigartigen Mischung aus Spitzensport und Volksvergnügen.
Und wenn es nach Barry Hearn geht, ist er 2035 persönlich dabei, wenn der Scheck überreicht wird. „Wenn ich jemals gehe“, sagt er mit einem Lächeln, „dann wird es mit einem Knall sein.“
Bis dahin macht er, was er seit Jahrzehnten tut: Grenzen verschieben, Geld generieren und den Dartsport auf immer größere Höhen führen.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










