Luke Littler verliert nach WM-Triumph fast die Hälfte seiner Millionen-Prämie

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 05 Januar 2026 um 13:02
Luke Littler (3)
Luke Littler schrieb am Samstagabend Darts-Geschichte. Der 18-jährige Engländer verteidigte seinen PDC-Weltmeistertitel erfolgreich, kassierte als erster Spieler überhaupt ein Preisgeld von einer Million Pfund und besiegte Gian van Veen im Finale deutlich mit 7:1. Mit diesem Triumph unterstrich Littler einmal mehr seinen außergewöhnlichen Status im internationalen Dartsport.
Doch von der historischen Rekordprämie bleibt am Ende deutlich weniger übrig, als dem 18-Jährigen recht sein dürfte. Ein erheblicher Teil des Preisgeldes verschwindet durch Abgaben und Steuern, sodass Littler letztlich fast die Hälfte der Million wieder abgeben muss.

Steuern, Abgaben und Gebühren schmälern Littlers Rekordprämie massiv

Aufgrund seiner bisherigen Einnahmen im Jahr 2025 rutscht Littler mit dem WM-Sieg direkt in den höchsten britischen Steuersatz, wie The Mirror berichtet. Damit gehen 45 Prozent des Preisgeldes an das Finanzamt. Das entspricht einer Summe von rund 450.000 Pfund.
Zusätzlich fällt eine Abgabe für die National Insurance an. Für selbstständige Sportler gilt ein Satz von zwei Prozent auf Einkommen oberhalb der Grenze von 50.270 Pfund. Für Littler bedeutet das weitere rund 20.000 Pfund. Insgesamt verdampfen damit fast 470.000 Pfund von seiner WM-Prämie.
Diese Zahlen bestätigen eine Warnung, die Ex-Darter Paul Nicholson bereits zuvor ausgesprochen hatte. Der Australier, Sieger der Players Championship Finals 2010 und Finalist der Champions League of Darts 2011, machte 2023 auf die finanzielle Realität des Profidarts aufmerksam und relativierte das Bild vom vermeintlich luxuriösen Leben an der Spitze.
Nicholson schrieb darüber in seiner Analyse für Sporting Life. „Lassen Sie uns eines gleich klarstellen: Das Leben eines Dartspielers ist nicht so luxuriös, wie viele denken. Natürlich gibt es diese großen Preisgelder und Momente, in denen man denkt: Ja, das will ich die nächsten zwanzig Jahre weitermachen. Aber am Ende gibt es auch genügend Momente, in denen man denkt: Ich spiele nur Darts, bin ständig unterwegs, packe meinen Koffer und trainiere zu Hause weiter.“
Nach Einschätzung von Nicholson sind es nicht nur die Steuern, die einen großen Teil der Einnahmen auffressen. Auch fixe Abgaben und Betreuungskosten drücken spürbar auf das Nettoergebnis. Standardmäßig gehen zwei Prozent des Preisgeldes an die Spielergewerkschaft PDPA. Hinzu kommen Anteile für Manager und Betreuer, die vor allem bei Sponsoring-Einnahmen und Showmatches ins Gewicht fallen. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich zwanzig Prozent all meiner Einnahmen aus Sponsoring und Exhibitions an meinen Manager abgab“, erklärte Nicholson.
An Littlers außergewöhnlicher Stellung im Weltdarts ändert das jedoch nichts. Mit inzwischen zehn PDC-Majortiteln und als erst vierter Spieler überhaupt mit drei WM-Finals in Serie bleibt er das Gesicht des Sports. Bereits ab Februar kann er weiteres Preisgeld sammeln, wenn die Premier League Darts beginnt. Seine Teilnahme ist bereits bestätigt, ebenso die von Luke Humphries, Gian van Veen und Michael van Gerwen. Die übrigen vier Teilnehmer wird die PDC zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
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