Luke Littler schrieb am Samstagabend Darts-Geschichte. Der 18-jÀhrige EnglÀnder
verteidigte seinen PDC-Weltmeistertitel erfolgreich, kassierte als erster Spieler ĂŒberhaupt ein Preisgeld von einer Million Pfund und besiegte
Gian van Veen im Finale deutlich mit 7:1. Mit diesem Triumph unterstrich Littler einmal mehr seinen auĂergewöhnlichen Status im internationalen Dartsport.
Doch von der historischen RekordprĂ€mie bleibt am Ende deutlich weniger ĂŒbrig, als dem 18-JĂ€hrigen recht sein dĂŒrfte. Ein erheblicher Teil des Preisgeldes verschwindet durch Abgaben und Steuern, sodass Littler letztlich fast die HĂ€lfte der Million wieder abgeben muss.
Steuern, Abgaben und GebĂŒhren schmĂ€lern Littlers RekordprĂ€mie massiv
Aufgrund seiner bisherigen Einnahmen im Jahr 2025 rutscht Littler mit dem WM-Sieg direkt in den höchsten britischen Steuersatz, wie
The Mirror berichtet. Damit gehen 45 Prozent des Preisgeldes an das Finanzamt. Das entspricht einer Summe von rund 450.000 Pfund.
ZusĂ€tzlich fĂ€llt eine Abgabe fĂŒr die National Insurance an. FĂŒr selbststĂ€ndige Sportler gilt ein Satz von zwei Prozent auf Einkommen oberhalb der Grenze von 50.270 Pfund. FĂŒr Littler bedeutet das weitere rund 20.000 Pfund. Insgesamt verdampfen damit fast 470.000 Pfund von seiner WM-PrĂ€mie.
Diese Zahlen bestÀtigen eine Warnung, die Ex-Darter
Paul Nicholson bereits zuvor ausgesprochen hatte. Der Australier, Sieger der Players Championship Finals 2010 und Finalist der Champions League of Darts 2011, machte 2023 auf die finanzielle RealitÀt des Profidarts aufmerksam und relativierte das Bild vom vermeintlich luxuriösen Leben an der Spitze.
Nicholson schrieb darĂŒber in seiner Analyse fĂŒr Sporting Life. âLassen Sie uns eines gleich klarstellen: Das Leben eines Dartspielers ist nicht so luxuriös, wie viele denken. NatĂŒrlich gibt es diese groĂen Preisgelder und Momente, in denen man denkt: Ja, das will ich die nĂ€chsten zwanzig Jahre weitermachen. Aber am Ende gibt es auch genĂŒgend Momente, in denen man denkt: Ich spiele nur Darts, bin stĂ€ndig unterwegs, packe meinen Koffer und trainiere zu Hause weiter.â
Nach EinschĂ€tzung von Nicholson sind es nicht nur die Steuern, die einen groĂen Teil der Einnahmen auffressen. Auch fixe Abgaben und Betreuungskosten drĂŒcken spĂŒrbar auf das Nettoergebnis. StandardmĂ€Ăig gehen zwei Prozent des Preisgeldes an die Spielergewerkschaft PDPA. Hinzu kommen Anteile fĂŒr Manager und Betreuer, die vor allem bei Sponsoring-Einnahmen und Showmatches ins Gewicht fallen. âAus eigener Erfahrung weiĂ ich, dass ich zwanzig Prozent all meiner Einnahmen aus Sponsoring und Exhibitions an meinen Manager abgabâ, erklĂ€rte Nicholson.
An Littlers auĂergewöhnlicher Stellung im Weltdarts Ă€ndert das jedoch nichts. Mit inzwischen zehn PDC-Majortiteln und als erst vierter Spieler ĂŒberhaupt mit drei WM-Finals in Serie bleibt er das Gesicht des Sports. Bereits ab Februar kann er weiteres Preisgeld sammeln, wenn die Premier League Darts beginnt. Seine Teilnahme ist bereits bestĂ€tigt, ebenso die von Luke Humphries,
Gian van Veen und Michael van Gerwen. Die ĂŒbrigen vier Teilnehmer wird die PDC zu einem spĂ€teren Zeitpunkt bekanntgeben.