„Ich hatte das Reisen satt“ – Warum Terry Jenkins dem Profidarts den Rücken kehrte

Andere
Montag, 23 Februar 2026 um 11:00
terry-jenkins
Mehr als 1,3 Millionen Pfund Preisgeld, neun Major-Endspiele der PDC, sechzehn Turniersiege in fünfzehn Jahren auf der Tour – die Karriere von Terry Jenkins liest sich beeindruckend. Der Engländer, den Fans unter dem Spitznamen „The Bull“ kennen, zählte über Jahre zur erweiterten Weltspitze. 2018 zog er dennoch einen klaren Schlussstrich und beendete seine Laufbahn im Profidarts.
Mit insgesamt 1.356.973 Pfund an Preisgeldern etablierte sich Jenkins als feste Größe im PDC-Zirkus. Doch der sportliche Erfolg allein reichte ihm am Ende nicht mehr. Vor allem die ständigen Reisen und die vielen Stunden fernab der Heimat forderten ihren Tribut. Im Podcast „Tungsten Talk“ sprach der heute 62-Jährige offen über seine Beweggründe – und über sein neues Leben abseits der großen Bühnen.

Vom Finalisten zum Antiquitätenhändler

„Ich hatte das Reisen satt“, sagte Jenkins rückblickend. „Ich war ständig allein unterwegs. Es macht keinen Spaß, stundenlang alleine an einem Flughafen zu sitzen.“ Besonders die regelmäßigen Fahrten zu Turnieren in Barnsley und Wigan hätten ihn zunehmend ausgelaugt. Irgendwann habe er gemerkt, dass er etwas ändern müsse. „Ich dachte: Ich muss aufhören und zu meinem Geschäft zurückkehren.“
Terry Jenkins in Aktion
Terry Jenkins war jahrelang eine feste Größe in der PDC
Dieses Geschäft liegt weit entfernt vom grellen Licht der Dartsbühne. Jenkins arbeitet heute als Antiquitätenhändler – und das mit sichtlicher Leidenschaft. Gemeinsam mit seinem Sohn besucht er Auktionen, Flohmärkte und Haushaltsauflösungen. Dort suchen beide nach besonderen Stücken, die sich mit Gewinn weiterverkaufen lassen.
„Wir kaufen und verkaufen ständig. Es macht einfach Spaß“, erklärte Jenkins. Seine neue Tätigkeit empfindet er nicht als Arbeit, sondern als Hobby. Der Reiz liege im Unvorhersehbaren. „Du weißt nie, was dir begegnet. Moderne, schlichte Möbel sind gefragt, aber man entdeckt immer wieder Überraschungen.“
Natürlich läuft nicht jedes Geschäft erfolgreich. Manchmal bleibt der Gewinn gering oder ganz aus. Doch Jenkins erinnert sich auch an echte Glücksgriffe. Eine Lampe kaufte er einst für 25 Pfund – bei einer Auktion erzielte sie rund 2.200 Pfund. „Solche Stücke gab es ein paar Mal. Da lagen wir richtig gut“, berichtete er mit hörbarem Stolz.
Ganz verabschiedet hat sich Jenkins vom Dartsport allerdings nicht. Gelegentlich tritt er noch bei kleineren Events an. Zudem verbindet er beide Welten immer wieder auf humorvolle Weise. So entdeckte er etwa einen Traktorsitz mit dem Namen Nicholson und kaufte ihn für seinen früheren Kollegen Paul Nicholson. Auch für Peter Manley fand er ein besonderes Stück: einen Porzellan-Flamingo vom Flohmarkt für zehn Pfund – Marktwert rund 400 Pfund.
Jenkins schenkte ihm die Figur. Zunächst glaubte Manley die Geschichte nicht, bis er selbst recherchierte. Für Jenkins sind genau solche Momente heute der größte Gewinn.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading