Die
Austrian Darts Open gehen 2026 neue Wege, zumindest was den Austragungsort angeht. Zum ersten Mal findet das Turnier in der Halle A des Messe Congress Graz statt. Vom 8. bis 10. Mai treten dort 48 Spieler gegeneinander an, insgesamt geht es um 230.000 Pfund Preisgeld.
Acht Jahre lang war die Steiermarkhalle in Premstätten die Heimat des Events. Die hatte Platz für rund 2.100 Zuschauer. Jetzt zieht man weiter in eine deutlich größere Location mit 15.000 Quadratmetern auf zwei Ebenen, direkt neben der
Stadthalle Graz. Ein klares Upgrade.
Auch beim Preisgeld wurde spürbar nachgelegt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Dotierung pro
European-Tour-Event um mehr als 30 Prozent gestiegen. Der Sieger nimmt 35.000 Pfund mit nach Hause. Insgesamt schüttet die PDC 2026 erstmals 3,45 Millionen Pfund über die gesamte Tour aus, verteilt auf 15 Turniere in sieben Ländern. Österreich bleibt dabei ein fester Bestandteil im Kalender. Für die Veranstalter ist das Land kein Randgebiet mehr, denn neben den Streamingdiensten und dem aktuellen Tour-Sponsor Winamax erreichen auch seriöse österreichische Casinos
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Viele große Namen fehlen – und das hat einen simplen Grund
Was allerdings erneut auffällt: Einige der ganz großen Namen sind nicht dabei. Luke Littler, Luke Humphries, Gerwyn Price, Gary Anderson und weitere Topspieler fehlen in Graz.
Das Problem ist bekannt und ziemlich banal: Die Anreise. Es gibt keine Direktflüge aus Großbritannien nach Graz. Wer teilnehmen will, muss über Wien, Klagenfurt oder Ljubljana reisen und danach noch mehrere Stunden im Auto verbringen. Für viele Spieler ist das schlicht unattraktiv.
Schon 2025 fehlte ein erheblicher Teil des ursprünglichen Teilnehmerfeldes. Kurzfristige Absagen kamen zusätzlich dazu. Und obwohl sich daran nichts geändert hat, bleibt Graz im Tour-Kalender. Eine Entscheidung, die für Stimmung vor Ort sorgt, aber nicht unbedingt für das stärkste Line-up.
Chance für die zweite Reihe
Die Ausfälle öffnen gleichzeitig Türen für andere Spieler. Namen wie Raymond van Barneveld, Peter Wright oder Rob Cross rücken stärker in den Fokus. Für viele von ihnen ist Graz die Gelegenheit, Punkte zu sammeln oder sogar ein Turnier zu gewinnen.
Gerade Spieler, die sonst oft erst ab der zweiten Turnierhälfte sichtbar werden, bekommen hier früher die Chance, ins Rampenlicht zu treten. Ein guter Lauf kann in Graz schnell mehrere Plätze in der Rangliste bedeuten und im besten Fall das Selbstvertrauen liefern, das in den Wochen danach den Unterschied macht.
Ob das Event dadurch schwächer wird oder einfach unberechenbarer, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue. Überraschungen sind hier fast schon eingeplant. Genau das macht den Reiz aus: Spiele kippen schneller, Favoritenrollen verschwimmen, und plötzlich steht jemand im Halbfinale, den vorher kaum jemand auf dem Zettel hatte.
Schindler als Titelverteidiger – Nijman im Aufwind
Martin Schindler reist als Titelverteidiger an. 2025 setzte er sich im Finale gegen Ross Smith durch und spielte auf dem Weg dahin teilweise überragende Averages. Der Sieg brachte ihn damals in die Top 20 der Weltrangliste, aktuell steht er sogar noch etwas besser da.
Ein Spieler, der ihm gefährlich werden kann: Wessel Nijman. Der Niederländer hat 2026 bereits mehrere Players-Championship-Turniere gewonnen und gehört aktuell zu den formstärksten Spielern überhaupt. Auf der European Tour lief es zuletzt zwar nicht rund, aber genau solche Turniere sind oft der Moment für eine Reaktion.
Suljovic muss wieder durch die Quali
Für Mensur Suljovic ist der Weg ins Hauptfeld kein Selbstläufer. Er muss über den Host Nation Qualifier gehen, um sich einen Startplatz zu sichern. Ohne Tour Card bleibt ihm keine andere Option.
2025 hat er diesen Weg erfolgreich gemeistert und sich anschließend auch im Turnier gut verkauft. Besonders auffällig: die Unterstützung des Publikums. In Graz bekommt kaum ein Spieler so viel Rückhalt wie er. Jeder gewonnene Leg wird gefeiert, jede Aufnahme kommentiert. Das kann Spiele kippen, gerade in engen Momenten.
Sportlich sorgt Suljovic immer noch für Schlagzeilen. Bei der WM 2026 gab es Diskussionen um sein Spieltempo, inklusive öffentlicher
Kritik eines Gegners. Er selbst ließ das unkommentiert nicht stehen und reagierte klar. Solche Situationen zeigen, dass er weiterhin polarisiert und im Fokus steht.
Hinzu kommt, dass die Erfahrung auf seiner Seite ist. Kaum ein Spieler im Feld kennt solche Drucksituationen besser. Wenn er einmal im Turnier ist, wird er automatisch gefährlich. Zwar nicht unbedingt als Favorit, aber als jemand, den niemand gerne früh im Draw sehen will.
Stimmung trotz schwieriger Struktur auf dem Höhepunkt
Die Austrian Darts Open haben im Laufe der Jahre mehrere Standorte durchlaufen. Graz ist nur die jüngste Station. Und auch wenn die Organisation nicht perfekt ist – vor allem wegen der Anreiseproblematik – bleibt eines konstant: die Atmosphäre.
Gerade weil Topfavoriten fehlen, entstehen oft unerwartete Turnierverläufe. Spieler, die sonst im Schatten stehen, bekommen ihre Bühne. Für Fans vor Ort ist das nicht unbedingt ein Nachteil.
Die PDC setzt weiterhin auf Graz und mit dem Umzug in eine größere Halle zeigt man, dass man an das Event glaubt. Ob sich das langfristig auszahlt, wird sich zeigen.
Am 7. Mai startet zunächst die Qualifikation, einen Tag später beginnt das eigentliche Turnier. Und am Sonntag steht fest, wer die Steierjacke mit nach Hause nimmt. Sicher ist nur: Ganz so vorhersehbar wie bei anderen Events wird es wohl wieder nicht.