Das Granite City Masters in Aberdeen, ein vielbeachtetes Turnier und fester Bestandteil im Vorlauf zur
PDC World Darts Championship, schreibt in diesem Jahr eine echte Underdog-Story. Lokalmatador Scott Campbell, den Kenner der Secondary Tours schon länger auf dem Zettel haben, sicherte sich sensationell den Titel – und das auf einem Weg, der ihm umso mehr Respekt einbringt: Er besiegte unter anderem
Luke Littler.
Seit 2016 haben sich namhafte Sieger in die Liste dieses Exhibition-Turniers eingetragen: Mark Webster, Michael Smith (2017 und 2018), Daryl Gurney, Jose de Sousa, Luke Humphries und zuletzt Raymond van Barneveld (2024). Dieses Jahr traten Stars wie Littler,
Ricky Evans, Gurney, Nathan Aspinall, Willie Borland und John Henderson an – ergänzt durch die schottischen Vertreter Scott Winder, Matt Goldie, Jamie Bain und Craig Quinn.
Campbells Weg: Von der Quali bis zum Lokalhelden
Campbell musste sich zunächst durch ein Qualifikationsturnier kämpfen, um überhaupt einen Startplatz zu ergattern. Dort gewann er gegen Craig Quinn mit 3:1, während Winder Matt Goldie mit 3:2 besiegte. Erst danach begann das Hauptturnier – und gleich im ersten Match setzte Luke Littler mit einem 4:2 gegen Willie Borland ein Zeichen.
Doch der Abend sollte eine andere Geschichte schreiben. John Henderson, in Aberdeen stets ein Publikumsliebling, traf im nächsten Match auf Campbell. Der Schotte, der dieses Jahr bei der Q-School nur knapp an der Tour Card gescheitert war und bereits bei der MODUS Super Series sowie dem WDF World Cup auf sich aufmerksam machte, legte selbstbewusst nach und gewann 4:2.
Nathan Aspinall, ganz im schottischen Look in Blau-Weiß und Karo-Muster, bekam viel Unterstützung von den Rängen, musste sich jedoch knapp mit 3:4 Scott Winder geschlagen geben.
Statement-Sieg gegen Littler – Campbell marschiert ins Finale
Der vielleicht größte Moment des Abends folgte wenig später: Scott Campbell schaltete Luke Littler aus. Mit einem 117er-Checkout zum 4:3-Sieg holte er sich einen Platz im Finale – ein emotionaler und sportlich hochklassiger Höhepunkt des Turniers.
Auf der anderen Seite des Draws spielte sich Ricky Evans ins Rampenlicht. „The Showman“ setzte sich erst gegen Daryl Gurney durch und schlug anschließend auch Nathan Aspinall klar mit 4:1, womit er sein Finalticket buchte.
Im Endspiel traf Evans als Publikumsliebling auf den Lokalmatadoren – und Campbell behielt die Nerven. Mit einem souveränen 5:2 holte er sich den Titel und schrieb damit eine der schönsten Geschichten dieses Darts-Winters.
Ein Turnier unter vielen – doch der Außenseiter glänzt
Das Granite City Masters ist eines von zahlreichen Events im Countdown zur Weltmeisterschaft, bei denen viele Stars Spielpraxis sammeln. Während Luke Humphries, Rob Cross und Josh Rock gleichzeitig in Cheltenham auftraten, standen andernorts Aspinall und Littler als Publikumsmagneten im Mittelpunkt.
Doch die Geschichte des Abends in Aberdeen schrieb ein anderer: Ein Außenseiter, der erst durch die Qualifikation musste, besiegte den größten Shootingstar des Sports – und gewann das ganze Turnier.