Acht Niederländer greifen bei den World Series Finals 2026 an: Wie stehen die Chancen beim Heim-Major in Amsterdam?

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 16 September 2026 um 8:30
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Gleich acht Niederländer treten in dieser Woche bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam an das Oche. Angeführt wird die heimische Delegation von Titelverteidiger und Topgesetztem Michael van Gerwen. Doch auch Gian van Veen, Danny Noppert und Wessel Nijman zählen zu den niederländischen Spielern, denen in der AFAS Live ein tiefer Lauf zuzutrauen ist.
Darüber hinaus erhalten Dirk van Duijvenbode, Jermaine Wattimena, Kevin Doets und Maik Kuivenhoven die Gelegenheit, sich vor heimischem Publikum zu präsentieren. Doch wie stehen die Chancen der acht Niederländer in Amsterdam? Wir werfen einen ausführlichen Blick auf ihre Erstrundenpartien bei den World Series of Darts Finals.

Michael van Gerwen vs. Daryl Gurney

Michael van Gerwen geht als Nummer eins der Setzliste in seine Mission Titelverteidigung. Diese Position verdankt der Niederländer seinem ersten Platz in der World Series Order of Merit 2026. Bemerkenswert dabei: Van Gerwen benötigte lediglich drei der sechs regulären World-Series-Turniere, um sich an die Spitze zu setzen. „Mighty Mike“ gewann sowohl das Bahrain Darts Masters als auch das Nordic Darts Masters und erreichte dazwischen das Finale des Saudi Arabia Darts Masters. Mit Amsterdam verbindet er ohnehin beste Erinnerungen: Im vergangenen Jahr bezwang van Gerwen Luke Littler im Finale und krönte sich vor heimischer Kulisse zum Champion.
Michael van Gerwen und Tochter Zoë posieren mit der Trophäe.
Michael van Gerwen mit der Trophäe der World Series of Darts Finals 2025. Im Vorjahr bezwang der Niederländer Luke Littler im Finale und triumphierte vor heimischem Publikum in Amsterdam.
Bei den Ranglistenturnieren präsentiert sich allerdings ein anderes Bild. Zwar gewann van Gerwen ein Players Championship, bei seinen elf Starts auf der European Tour kam er jedoch nicht über zwei Halbfinalteilnahmen hinaus. Bei den Ranking-Majors wartet er in dieser Saison sogar noch auf sein erstes Viertelfinale. Ursprünglich hätte van Gerwen in Amsterdam auf Lourence Ilagan treffen sollen, doch der Filipino musste aufgrund von Visaproblemen absagen. Für ihn rückt Daryl Gurney nach, der in der letzten Runde des Qualifikationsturniers für Tour-Card-Inhaber unterlegen war.
Auch Gurney erlebt bislang ein schwieriges Jahr. Der Nordire verpasste die Qualifikation für das World Matchplay denkbar knapp und erreichte bei den Players Championships bislang lediglich ein Viertelfinale. Auf der European Tour war der Einzug ins Halbfinale der Austrian Darts Open sein größter Ausreißer nach oben. Der direkte Vergleich spricht derweil deutlich für van Gerwen: Von 42 Duellen gewann der Niederländer 29, Gurney setzte sich zwölfmal durch, eine Begegnung endete unentschieden. Auch das bislang letzte Aufeinandertreffen entschied van Gerwen für sich.

Kevin Doets vs. Ross Smith

Kevin Doets und Ross Smith gehören beide zu den Spielern, die 2026 einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Für Doets brachte diese Saison endlich den lang ersehnten ersten PDC-Titel. Darüber hinaus erreichte „Hawkeye“ ein Finale auf der European Tour und schaffte erstmals den Sprung in die Top-32 der Weltrangliste. Nach seinem starken Saisonstart ließen die Ergebnisse in den vergangenen Wochen allerdings etwas nach. Zudem musste Doets im vergangenen Monat mit dem Tod seines Vaters einen schweren persönlichen Verlust verkraften.
Mit Smith wartet nun einer der erfolgreichsten Pro-Tour-Spieler des Jahres. Der Engländer feierte seinen ersten Turniersieg auf der European Tour und hat 2026 bereits zwei Floor-Titel sowie zwei European-Tour-Titel gesammelt. Erst am vergangenen Wochenende stand „Smudger“ erneut in einem Finale auf der European Tour, musste sich bei der Flanders Darts Trophy diesmal allerdings James Wade geschlagen geben. Die bisherige Bilanz zwischen Doets und Smith könnte ausgeglichener kaum sein: Nach acht Duellen steht es 4:4. Zuletzt trafen beide im Juli beim World Matchplay aufeinander. Doets spielte dabei einen Average von 104 Punkten, verlor die Partie dennoch mit 6:10.

Luke Humphries vs. Jermaine Wattimena

Jermaine Wattimena bekommt es vor heimischem Publikum direkt mit einem der größten Namen der Dartswelt zu tun. „The Machine Gun“ trifft auf den Weltmeister von 2024 Luke Humphries. Wattimena knüpft 2026 nahtlos an seine starken Leistungen des Vorjahres an. Nachdem er 2025 zwei Titel gewonnen hatte, entschied er in dieser Saison erneut ein Players Championship für sich und erreichte erstmals in seiner Karriere ein Finale auf der European Tour.
Unbezwingbar ist Humphries für den Niederländer keineswegs. Von bislang 14 direkten Duellen konnte Wattimena fünf für sich entscheiden. „Cool Hand Luke“ bestreitet in diesem Jahr zwar nicht die allergrößte Anzahl an Turnieren, kommt bei seinen Auftritten jedoch auffallend häufig weit. Humphries gewann bereits drei Players Championships und einen Titel auf der European Tour. Darüber hinaus triumphierte er beim World Cup of Darts sowie beim US Darts Masters. Die World Series of Darts Finals gehören zudem zu den wenigen großen Titeln, die in seiner beeindruckenden Sammlung noch fehlen.

Viktor Tingström vs. Dirk van Duijvenbode

Dirk van Duijvenbode erhielt sein Ticket für Amsterdam erst auf den letzten Drücker. Ursprünglich gehörte der Niederländer nicht zum Teilnehmerfeld, nach der Absage von Man Lok Leung durfte er jedoch nachrücken. Auch die Auslosung meint es auf den ersten Blick nicht schlecht mit ihm: Van Duijvenbode trifft auf Viktor Tingström, der gemessen an seinen bisherigen Resultaten zu den weniger erfahrenen Teilnehmern in Amsterdam gehört. „Aubergenius“ spielte in diesem Sommer ein starkes World Matchplay und erreichte dort das Halbfinale. Hinzu kamen zwei Viertelfinalteilnahmen auf der European Tour. Seit der Sommerpause läuft es allerdings weniger rund. Bei seinen beiden jüngsten European-Tour-Auftritten verlor van Duijvenbode jeweils sein Auftaktmatch und blieb dabei spielerisch unter seinen Möglichkeiten. Ein Erfolgserlebnis in Amsterdam käme daher zur rechten Zeit.
Tingström verdiente sich seinen Startplatz durch seine Leistungen beim Nordic Darts Masters. Dort sorgte der Schwede für eine Überraschung, als er Stephen Bunting mit 6:5 bezwang und die zweite Runde erreichte. Seit 2025 besitzt Tingström eine Tour Card, bei den Players Championships kam er bislang allerdings noch nie über das Achtelfinale hinaus.

Gian van Veen vs. Chris Dobey

Gian van Veen steht vor seiner zweiten Teilnahme an den World Series of Darts Finals. Der Europameister gab 2024 sein Debüt in Amsterdam und scheint nun rechtzeitig wieder Kurs auf seine Topform zu nehmen. Nach einem zähen Frühjahr erreichte van Veen im Sommer das Halbfinale des World Matchplay. Erst am vergangenen Wochenende schaffte er bei der Flanders Darts Trophy erneut den Sprung unter die letzten Vier. Besonders interessant: In Antwerpen bezwang er mit 6:3 genau den Mann, auf den er nun erneut trifft – Chris Dobey. Durch diesen Erfolg führt van Veen im direkten Vergleich mit 2:1.
Dobey hat 2026 bereits zwei Players-Championship-Titel gewonnen, auf der European Tour blieben die ganz großen Ergebnisse bislang jedoch aus. Beim Poland Darts Masters erreichte er im Februar das Halbfinale. Anschließend kam er auf diesem Circuit nicht mehr über zwei Viertelfinalteilnahmen hinaus.

Wessel Nijman vs. Simon Whitlock

Für Wessel Nijman könnte in Amsterdam der nächste große Meilenstein seiner Karriere warten. Der Niederländer jagt seinem ersten Viertelfinale bei einem Major hinterher und erwischte mit Simon Whitlock zumindest auf dem Papier eine günstige Auslosung. Nijman spielt eine herausragende Saison. Sechs Players Championships und zwei Turniere auf der European Tour hat er bereits gewonnen, auch wenn sein bislang letzter Titel aus dem Juni stammt. Dank dieser Resultate ist er bis auf Rang zwölf der Weltrangliste geklettert. Mit starken Leistungen bei den anstehenden Herbst-Majors könnte für Nijman sogar die Premier League Darts 2027 in den Blickpunkt rücken.
Wessel Nijman ballt die Fäuste.
Wessel Nijman spielt 2026 eine herausragende Saison und hat sich mit zahlreichen Titelerfolgen weiter in der Weltspitze etabliert. Bei den World Series of Darts Finals jagt der Niederländer nun seinem ersten Major-Viertelfinale hinterher.
Whitlock qualifizierte sich über die World Series Order of Merit für Amsterdam, ohne dabei ein einziges Match gewonnen zu haben. „The Wizard“ nahm an den beiden World-Series-Turnieren in Ozeanien teil und erhielt für beide Starts jeweils einen Punkt. Diese zwei Zähler genügten für das Ticket zu den Finals. In Neuseeland unterlag Whitlock Josh Rock mit 4:6, beim Australian Darts Masters war Gerwyn Price beim 2:6 zu stark. Nijman und Whitlock haben bislang noch kein offizielles Match gegeneinander bestritten.

Luke Littler vs. Danny Noppert

Danny Noppert steht womöglich vor der schwierigsten Aufgabe aller acht Niederländer. „The Freeze“ bekommt es zum Auftakt mit der Nummer eins der Welt, Luke Littler, zu tun. Völlig aussichtslos ist die Aufgabe für Noppert allerdings keineswegs, wie der Mann aus Joure bereits bewiesen hat. Einmal gelang es ihm, Littler zu bezwingen – bei einem Turnier der European Tour im Jahr 2025. Die übrigen sechs direkten Duelle entschied allerdings „The Nuke“ für sich.
Bei den jüngsten Events auf der European Tour machte Noppert mit einem Halbfinale und zwei Viertelfinalteilnahmen regelmäßig auf sich aufmerksam. Zudem erreichte er in diesem Jahr sowohl beim World Masters als auch bei den UK Open das Viertelfinale. Beim World Matchplay war dagegen bereits in der ersten Runde Endstation. Mit Amsterdam verbindet Noppert dennoch positive Erinnerungen: 2019 erreichte er bei den World Series Finals sein erstes PDC-Majorfinale.
Littler reist unterdessen mit einer bemerkenswerten Serie in die niederländische Hauptstadt. Der Engländer hat 2026 bislang jedes Major-Turnier gewonnen. Auch im vergangenen Jahr erreichte er in Amsterdam das Finale, musste sich dort allerdings van Gerwen geschlagen geben. Bei seinem Debüt im Jahr 2024 hatte Littler das Turnier noch gewonnen.

Jonny Clayton vs. Maik Kuivenhoven

Auch Maik Kuivenhoven rückte erst nach einer Absage ins Teilnehmerfeld. Der Niederländer ersetzt Alexis Toylo und trifft in der ersten Runde auf den ehemaligen Champion Jonny Clayton. Für Kuivenhoven ist 2026 ein enorm wichtiges Jahr. Er ist auf Position 65 der Weltrangliste geklettert und liegt damit unmittelbar hinter den Top-64, die er erreichen muss, um seine Tour Card über das Saisonende hinaus zu behalten. Seine jüngsten Resultate geben durchaus Anlass zur Hoffnung: Kuivenhoven nahm in diesem Jahr an vier Turnieren der European Tour teil und erreichte auf dem Floor sowohl ein Halbfinale als auch ein Finale. Seine Teilnahme an den Players Championship Finals sowie an der Darts WM hat er bereits sicher.
Clayton gewann die World Series Finals im Jahr 2021. Der Waliser spielt 2026 eine stärkere Saison, als es seine bisherige Titelausbeute vermuten lässt. Seine einzige Trophäe holte er beim New Zealand Darts Masters. Bei den Ranking-Majors folgte auf sein WM-Viertelfinale lediglich noch der Einzug ins Viertelfinale der UK Open. Darüber hinaus erreichte Clayton das Halbfinale der Premier League, auch wenn dieses Turnier nicht für die Weltrangliste zählt. Hinzu kommen ein Finale auf der European Tour sowie zwei Endspiele bei den Players Championships.
Aktuell belegt „The Ferret“ Rang fünf der Weltrangliste, doch James Wade und Michael van Gerwen liegen dicht hinter ihm. Mit Blick auf eine mögliche erneute Einladung zur Premier League 2027 könnte es für den Waliser daher von großer Bedeutung sein, seine Position zu verteidigen. Kuivenhoven und Clayton treffen in Amsterdam bereits zum sechsten Mal aufeinander. Clayton führt im direkten Vergleich mit 4:1 – allerdings mit einer bemerkenswerten Einschränkung: Das bislang einzige Duell der beiden im Jahr 2026 gewann ausgerechnet Kuivenhoven.
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