Michael van Gerwen ist auch am vergangenen Wochenende weit hinter seinem gewohnten Topniveau zurückgeblieben. Der dreifache Weltmeister musste bei der
Flanders Darts Trophy bereits nach seinem ersten Match die Segel streichen und unterlag Damon Heta knapp mit 5:6. Mit einem Average von nicht einmal 86 Punkten gelang es van Gerwen dabei nicht, die intensive Trainingsarbeit der vergangenen Wochen auf die Bühne zu übertragen.
Vincent van der Voort hatte die Vorbereitung seines guten Freundes aus nächster Nähe verfolgt und dabei einen ganz anderen van Gerwen erlebt. Beim Einwerfen schien nahezu alles zu funktionieren – doch auf der Bühne in Antwerpen änderte sich das schlagartig.
Van der Voort über Van Gerwen: „Es war gar nichts“
„Es war gar nichts. Aber er hat alles dafür getan. Beim Einwerfen war er scharf, doch auf der Bühne klappte nichts“, analysierte van der Voort im Podcast Darts Draait Door.
Michael van Gerwen sucht weiterhin nach seiner Topform. Trotz intensiver Trainingsarbeit musste der dreifache Weltmeister in Antwerpen bereits nach seinem Auftaktmatch gegen Damon Heta die Heimreise antreten.
Van Gerwen suchte während der Partie verzweifelt nach einem Weg, sein Niveau doch noch zu steigern. Nach Einschätzung van der Voorts führte das fehlende Vertrauen in das eigene Spiel allerdings dazu, dass der Niederländer zunehmend von seinem gewohnten Ablauf abwich und immer neue Dinge ausprobierte.
„Dann merkst du: Wenn die Form fehlt, greift die Panik um sich. Dann versuchst du etwas anderes: härter werfen, weicher, etwas mehr nach links und rechts ... Sein erster Pfeil wollte einfach nicht reingehen. In seinen eigenen Legs lief es zwischendurch noch einigermaßen, aber in den Legs von Heta war er nirgends, kam nicht einmal in die Nähe. Heta war mehr als der verdiente Sieger, und er war nicht einmal wirklich gut.“
„Man sollte keine Wunder innerhalb einer Woche erwarten“
Zuletzt hat van Gerwen sein Trainingspensum wieder deutlich erhöht. Van der Voort warnt jedoch davor, davon unmittelbar eine Rückkehr zu alter Stärke zu erwarten. Es brauche Zeit, bis sich die zusätzliche Arbeit auch in besseren Ergebnissen auf der Bühne niederschlage.
„Er hat jetzt zwar begonnen, viel zu investieren, aber man kann nicht erwarten, dass man das sofort sieht. Er muss einfach sehr viel weitermachen. Ich weiß, was noch in ihm steckt, und ich glaube wirklich an ihn. Nur sollte man keine Wunder innerhalb einer Woche erwarten. Wäre schön, wenn es passiert, aber so ist es einfach nicht.“
Während van Gerwen an seiner Form arbeitet, verliert er in der Weltrangliste weiter an Boden. Im September wird er auch seine Position als niederländische Nummer zwei hinter Gian van Veen an Danny Noppert abgeben. Van der Voort geht allerdings nicht davon aus, dass diese Entwicklung van Gerwen derzeit besonders beschäftigt.
„Das wird nicht viel mit ihm machen. Es werden wohl noch ein paar an ihm vorbeiziehen. Für ihn muss es bei TV-Turnieren passieren. Allerdings gab es keine Anhaltspunkte, dass die Wende unmittelbar bevorsteht.“
Niederlage trifft van Gerwen besonders hart
Das Aus gegen Heta setzte van Gerwen laut van der Voort deutlich zu. Gerade weil der dreifache Weltmeister im Vorfeld viel Zeit und Arbeit in seine Vorbereitung investiert hatte, fiel die Enttäuschung nach der Niederlage entsprechend groß aus.
„Er war sehr enttäuscht von sich selbst. Wenn du nicht trainierst und es läuft nicht ... das kann passieren. Aber wenn du trainierst und es klappt dann nicht ... Dann denkst du auch, dass es keinen Sinn hat.“
Entscheidend sei nun, dass van Gerwen sich von diesem Gefühl nicht beeinflussen lässt. Nach Ansicht van der Voorts kann die Rückkehr zu seinem früheren Niveau nicht innerhalb weniger Tage gelingen. Dafür braucht der Niederländer vor allem Geduld und die Bereitschaft, seinen eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen.
„Aber das muss er verhindern, denn er braucht dafür einen langen Atem. Zwei schlechte Jahre kann man nicht in anderthalb Wochen aufholen. Er ist an sich positiv eingestellt, aber für so einen Jungen geht es nie schnell genug.“