Luke Littler und
James Wade zählen in diesem Jahr zu den größten englischen Hoffnungen beim World Matchplay. Doch wie realistisch sind ihre Titelchancen wirklich – und wie schlagen sich weitere Topnamen aus dem Gastgeberland?
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Dave Chisnall, der sich erst auf den letzten Drücker qualifizierte, bis hin zu Ryan Joyce, der einst kurz davor stand, den Sport an den Nagel zu hängen und nun als Geheimtipp gilt: Das World Matchplay gehört zu den schwersten Turnieren, um überhaupt eine Startberechtigung zu erhalten. Wer in Blackpool antritt, muss also zwangsläufig gut sein. Doch reicht das auch zum Titel? Eine Bestandsaufnahme der fünf besten Engländer im Feld.
Luke Littler – Der klare Topfavorit, schafft er das Double?
Luke Littler betritt die Winter Gardens als unangefochtener Favorit auf den Titel. 2026 gewann er bislang jedes Major-Turnier, weshalb kaum etwas gegen einen erneuten Triumph spricht. Mit einer Siegquote von 80 Prozent gegen die Elite des Sports präsentiert sich Littler statistisch als formstärkster Spieler der Saison. Nur eine Frage bleibt: Wie würde er dieses Matchplay gewinnen?
In den vergangenen zwölf Monaten pendelte sein Average um die 100-Punkte-Marke, mit einem Höchstwert von 101,52 zu Jahresbeginn 2026. Sein First-Nine-Average von 111,67 im Jahresverlauf 2026 nimmt Gegnern bereits früh im Leg die Luft zum Atmen. Diesen starken Einstieg untermauert eine herausragende Checkout-Quote von 40,29 Prozent vor dem
Matchplay: Littler legt nicht nur stark vor, er schließt Legs auch konsequent ab.
Nach den World-Series-Stationen in den USA und Dänemark blieb der Titel jedoch aus, und auch der World-Cup-Sieg fiel eher erwartbar als überraschend aus. Damit rückt das Matchplay in den Fokus. In einem Interview in New York verriet Littler, dass ein Turniersieg ihm die Teilnahme an den Pro Tours sichert: „Wenn ich das Matchplay gewinne, spiele ich die Pro Tours. Wenn nicht, werden die Pro Tours 2026 für mich gestrichen.“ Ein Erfolg in Blackpool hätte damit den angenehmen Nebeneffekt, Littler auch nach Minehead zu bringen. Sein Scoring bleibt stark, seine Doppelquote schwächelt jedoch zuletzt: Die Matchdarts-Checkout-Quote fiel von 63,06 Prozent im Jahr 2025 auf zuletzt nur noch 40,82 Prozent. Das Matchplay entscheidet folglich mit darüber, ob er die 60.000 Pfund verteidigt, die er im November 2024 in Minehead gewann.
Luke Littler gewann das World Matchplay 2025 und vollendete die Triple Crown
2026 tritt Littler wie eine Naturgewalt auf: Weltmeisterschaft, Masters, UK Open, European Tour, World Series, Premier League – sechs Trophäen in sieben Monaten stehen bereits zu Buche. Mit einem Sieg in Blackpool könnte er sieben aus sieben Titeln holen und seinem Palmarès einen weiteren Erfolg an einer der ikonischsten Bühnen des Sports hinzufügen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl der Titel, sondern auch die Art, wie er sie holt.
Bei UK Open und Weltmeisterschaft gab es kleinere Dämpfer, insgesamt lief Littler aber weitgehend im Autopilot-Modus: ein 7:1 im WM-Finale gegen Gian van Veen und ein 11:7 gegen James Wade, der dabei nur einen Average von 89,49 spielte. Für das Matchplay zählt jedoch ein anderer Faktor stärker. Mit Last-Leg-Entscheidungen beim Gewinn von Masters und Premier League rücken Nervenstärke und mentale Widerstandskraft in den Vordergrund. Ein End-Average von 111,67 im Finale der Premier League zeigt: Unter Druck gegen die Weltklasse bricht Littler nicht ein, im Gegenteil, er legt noch eine Schippe drauf.
Sein Matchplay 2025 glich einer Achterbahnfahrt. Nach der Erstrundenpleite 2024 gegen Michael van Gerwen wollte er die Schmach auswetzen – und wurde prompt zum jüngsten World-Matchplay-Sieger aller Zeiten. Trotz eines klaren 10:2 gegen Ryan Searle in Runde eins lag Littler gegen Wattimena 2:7 und gegen Gilding 3:7 zurück. Im Halbfinale gegen Wade und im Finale gegen Rock geriet er sogar jeweils mit 0:5 in Rückstand.
Diese Comebacks belegen: Sein konstant höherer Average unter Druck – erkennbar an einem Deciding-Leg-Average von 105,25 – ist keine Randnotiz, sondern ein Grundpfeiler seines Erfolgs. Gegen Rock lieferte er trotz des 0:5-Rückstands einige der besten Darts seiner Karriere ab; Druck scheint ihn kaltzulassen. Sein Erstrundengegner Springer wirkt dagegen wie ein überschaubares Hindernis.
Die Nummer 43 der Weltrangliste ist jedoch keineswegs chancenlos: Sein Drei-Monats-Average liegt bei 93,15, unterstützt von einem schnellen First-Nine-Wert von 102,8 – das macht ihn zu einem unangenehmen Gegner. Die eigentliche Schwäche des Debütanten liegt in der Konstanz. In den vergangenen 18 Monaten schwankte sein Sechs-Monats-Average zwischen 90,44 und 94,18, weshalb viele seine schmale Wurftechnik als grundlegendes Hindernis für weiteren Fortschritt sehen.
Springer müsste seine bislang beste Karriereleistung abrufen, um mit Littler mitzuhalten. Selbst ein 5:0-Vorsprung zur Pause würde seine Siegchance kaum um einen Prozentpunkt erhöhen. Littler hat schließlich sowohl aus einer 5:0-Führung als auch aus einem 0:5-Rückstand heraus gewonnen – er kommt aus jeder Ausgangslage praktisch unaufhaltsam nach Blackpool. Springer ist keine leichte Beute, doch Littler dürfte ihn genau danach aussehen lassen.
Der Titelverteidiger: Littlers letzte 12 Monate
| Kennzahl | Jan–Jul 25 | Jul–Jan 26 | Jan–Apr 26 | Apr–Jul 26 |
| Average | 100,71 | 101,41 | 101,52 | 99,27 |
| Checkout % | 42,33% | 44,46% | 42,90% | 40,29% |
| First Nine | 111,67 | 111,38 | 111,55 | 111,46 |
| First Three | 112,25 | 109,63 | 114,49 | 114,93 |
| Deciding Leg Average | 105,25 | 98,38 | 103,63 | 100,73 |
| Match Darts Checkout % | 47,22% | 63,06% | 50,77% | 40,82% |
| First Dart T20 % | 41,89% | 44,15% | 42,67% | 39,48% |
James Wade – Ex-Champion mit einer Mission
Der
Champion von 2007 erlebte 2025 das preisgeldstärkste Jahr seiner Karriere. Nach vierjähriger Pause wurde er wieder zu World-Series-Events eingeladen, und seine Formkurve zeigt seither klar nach oben. Blackpool gilt für Wade fast als zweite Darts-Heimat, weshalb er mit realistischen Titelchancen ins Turnier geht – Statistiken und jüngste Auftritte bestätigen das. Das Halbfinale 2024 beim Matchplay entfachte offenbar einen Funken, seither steigen sämtliche Werte. Ein Average von 95,38 in den vergangenen drei Monaten sowie eine Siegquote von 64 Prozent auf der Pro Tour im Jahr 2026 belegen: Wade spielt nicht nur auf Elite-Niveau, seine Matchschärfe steht außer Frage. Seine Karriere fußt seit jeher auf starken Finishes, und 2026 bestätigt diesen Trend eindrucksvoll.
Mit einer Drei-Darter-Checkout-Quote von 13,01 Prozent im Jahr 2026 und rund 50 Prozent bei Doppel-Ausgängen mit zwei Darts trifft Wade zur richtigen Zeit die entscheidenden Doppel und gleicht damit sein Scoring aus, das er nicht immer auf Weltklasse-Niveau halten kann. Bei einem First-Nine-Average von 101,6 im Jahr 2026 und einer noch niedrigen, aber steigenden First-Dart-T20-Quote von 38,07 Prozent muss Wade vor allem sein starkes Finishing konservieren. Eine Trefferquote von 46,55 Prozent auf Doppel 12 und 43,49 Prozent auf Doppel 10 zeigen, dass er dafür bestens gerüstet ist.
Nach dem erfolgreichen Jahr 2025 surfte Wade 2026 auf einer Welle, die er zuvor so nicht kannte. Auch nach sechs Monaten lieferte er weiterhin Darts auf Topniveau ab. Der Sieg bei der ersten Players Championship des Jahres sowie das UK-Open-Finale, in dem er Littler mit 7:11 unterlag, sind klar positive Signale.
Kann Wade ein Ausrufezeichen setzen.
Der frühere Masters-Sieger unterstreicht mit seinen zahlreichen Serien-Nominierungen, wie hoch die Darts-Szene James Wade einschätzt. 2026 wurde er meiner Ansicht nach zu Unrecht für die Premier League übergangen und stand Berichten zufolge nicht einmal auf dem Zettel der PDC. Für 2027 hat sich die Nummer 6 der Welt jedoch in eine Pole-Position manövriert – unabhängig von möglichen Formatänderungen. Was bedeutet das nun fürs Matchplay?
Wade braucht ein weiteres starkes Matchplay – nicht nur im Hinblick auf mögliche Premier-League-Nominierungen, sondern auch, um die 50.000 Pfund aus dem Jahr 2024 zu verteidigen und nicht auf Rang 10 zurückzufallen, sollte die Konkurrenz punkten. Ein schwaches Abschneiden würde seine bisherige Arbeit konterkarieren und spätere Nominierungen für das PDC-Top-Event gefährden. Seit seinem Debüt 2006 gewann Wade das World Matchplay 2007 und stand insgesamt sechsmal im Finale; nur Rekordsieger Phil Taylor mit 16 Titeln erreichte öfter das Endspiel. Diese Erfahrung zahlte sich lange nicht aus: Drei Erstrunden-Niederlagen in Serie gingen dem Halbfinale 2024 gegen den späteren Champion Humphries voraus.
Wade kann durchaus Klassiker liefern – sein 20:18-Erfolg gegen Clayton im Vorjahr zählte zu den besten Halbfinals der jüngeren Turniergeschichte. Die Averages waren dabei nicht überragend, die Kampfstärke jedoch schon; 2025 war für Wade das beste Matchplay-Ergebnis seit einem Jahrzehnt. Sein Erstrundengegner Wattimena weiß daher genau, was ihn erwartet. Mit einem Drei-Monats-Average von 93,86 und einem frischen European-Tour-Finale in Leverkusen aus der vergangenen Woche kommt Wattimena in ordentlicher Form nach Blackpool.
Titelgewinne hin oder her – sie löschen nicht die Erinnerung an den Einbruch gegen Littler, als Wade eine 7:2-Führung noch aus der Hand gab. Mit einem jüngsten Deciding-Leg-Average von nur 90,20 gegenüber Wades 99,20 wirkt der Engländer in engen Situationen klar stärker. Im Debütjahr des Niederländers gewann Wade bereits mit 12:10, seither blieb dessen bestes Matchplay-Ergebnis das Achtelfinale. Wade dürfte daher selbstbewusst und als klarer Favorit in die Partie gehen. Beim Scoring hat der Niederländer zwar leichte Vorteile – ein First-Nine-Average von 103,22 im Jahr 2026 bedeutet jedoch: Die Hauptlast muss weiterhin Wades starkes Finishing tragen.
Wade vs. Wattimena: Die Lücke im Decider
| Kennzahl | Wade Apr–Jul 26 | Wattimena Apr–Jul 26 |
| Average | 95,38 | 93,86 |
| First Nine | 101,84 | 103,22 |
| Checkout % | 43,59% | 38,79% |
| Deciding Leg Average | 99,20 | 90,20 |
| First Dart T20 % | 38,07% | 34,31% |
Ryan Joyce – vom Beinahe-Rücktritt zum Matchplay-Geheimtipp?
Ryan „Relentless“ Joyce nahm 2025 einige Lebensumstellungen vor, die seinem Spiel sichtbar guttaten – und dieser Trend hält 2026 an. Zwar sanken seine Averages in diesem Jahr, doch seine häufigeren Reisen durch Europa und seine offenere Persönlichkeit stechen hervor. Die überwundene Flugangst mündete in ein European-Tour-Finale, das Highlight seines bisherigen Jahres vor den Toren der Winter Gardens. Diese Bühnenerfahrung vor noch größeren Kulissen als beim Matchplay könnte sich als entscheidend erweisen – und ist angesichts seiner zähen Historie bei diesem Turnier auch bitter nötig.
Seine Siegquote 2026 fiel von 59 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 52 Prozent, doch die Spitzenverdienste aus 2025 relativieren diesen Rückgang, so stark trat Joyce damals auf. Um beim World Matchplay endlich Fuß zu fassen, muss er verstärkt auf seine Doppelstärke bauen. Doppel 8 trifft er mit elitären 63,64 Prozent, was ihm gegen praktisch jeden Gegner auf der Südwest-Seite des Boards einen klaren Vorteil verschafft. Sein Scoring dagegen ist eingebrochen: Der First-Nine-Average sank von 101,56 Anfang 2025 auf zuletzt nur noch 98,19 – ein Wert, der etwa dem Gesamtschnitt seines Erstrundengegners Gary Anderson entspricht.
Vom Beinahe-Rücktritt zum möglichen Geheimtipp: Ryan Joyce.
Das verheißt zunächst wenig Gutes. Mit dem Halbfinale bei Players Championship 18 und einem weiteren starken European-Tour-Auftritt, dem Viertelfinale in Belgien, spiegeln die nüchternen Zahlen die tatsächlich gezeigte Leistung jedoch nicht vollständig wider. Beim Matchplay holen ihn die Statistiken allerdings häufig ein.
Seit seinem Debüt 2020 kassierte Joyce drei Niederlagen in drei Auftritten, davon zweimal gegen Bunting. Gary Anderson dürfte sich über diese Auslosung freuen. Welche Hoffnungen bleiben Joyce also?
Vor allem das Doppel. Eine T20-Trefferquote von nur 28,13 Prozent gegenüber Andersons 38,48 Prozent fällt nicht nur deutlich aus dem Rahmen, sie könnte auch den gesamten Ausgang der Partie bestimmen. Anderson wird ihn im Scoring klar überflügeln: Der „Flying Scotsman“ steht 2026 bei einem First-Nine-Average von 107,24 und liegt damit mehr als zehn Punkte über dem Mann aus Tyneside. Zudem reist Anderson mit einem WM-Halbfinale und dem Matchplay-Titel von 2018 im Gepäck nach Blackpool – mental könnte die Partie schon vor dem ersten Wurf 0:3 stehen.
Der psychische Druck dürfte bei Joyce im Laufe des Matches wachsen. Kommt er nach der Pause nicht sofort treffsicher an die Doppel – was angesichts einer Quote von nur 21,31 Prozent auf Doppel 20 durchaus passieren kann –, ist ein weiteres Erstrunden-Aus in Blackpool ein realistisches Szenario. Konsequent an jene Doppel zu gelangen, auf denen er so klinisch wirkt, wird für Joyce essenziell sein. Genau diese nüchterne Herangehensweise dürfte ihm allerdings schwerfallen.
Joyce vs. Anderson: Der ehrliche Vergleich
| Kennzahl | Joyce Apr–Jul 26 | Anderson Apr–Jul 26 |
| Average | 90,69 | 97,84 |
| First Nine | 98,19 | 107,24 |
| First Three | 98,42 | 104,81 |
| Checkout % | 40,49% | 39,93% |
| Deciding Leg Average | 84,79 | 114,57 |
| First Dart T20 % | 28,13% | 38,48% |
Dave Chisnall – Last-Minute-Starter ohne Druck?
Mit einem echten Albtraumlos in Runde eins gegen Wessel Nijman könnte Chisnalls Aufholjagd für dieses Turnier abrupt enden. Dank eines Halbfinal-Laufs bei Players Championship 23 setzte er sich um lediglich 750 Pfund gegen Gurney durch und startet nun zum 16. Mal beim World Matchplay. Das Jahr 2026 bringt bereits eine Verbesserung nach einem enttäuschenden Ende 2025: Die Siegquote stieg von 52 auf 56 Prozent. Aus einem insgesamt trüben Jahr nimmt Chisnall damit zumindest ein paar positive Signale mit.
Eine beeindruckende Gewichtsabnahme scheint dabei Nebenwirkungen mit sich gebracht zu haben: Sein Wurf wirkte zwischenzeitlich instabil, auch wenn Chisnall selbst jeden Zusammenhang bestreitet – die Korrelation springt allerdings ins Auge. Der typische schwache Durchschwung schlich sich wieder ein, und bei einem Drei-Monats-Average von nur 90,39 wäre es bereits ein Erfolg, mehr als fünf Legs zu gewinnen.
Hinzu kommt ein First-Nine-Average von lediglich 98,45 im Jahr 2026 sowie eine eingebrochene Checkout-Quote von 35,15 Prozent – Chisnall bleibt angreifbar. Bei einer Buchmacherquote von 300 zu 1 auf den Titel umgeben ihn entsprechend große Zweifel. Es gibt aber auch Positives: Doppel 16 trifft er zu 38,46 Prozent, ähnlich stark wie Nijmans zweite Option Doppel 18. Mit deutlich mehr Turniererfahrung als der junge Niederländer kennt „Chizzy“ zudem die Bretter von Blackpool wie kaum ein anderer.
Formschwächen entstehen selten über Nacht – ohne größere Anpassungen bleiben sie meist bestehen. Doch mit einem Average von 111,72 gegen Schindler bei Players Championship 8 zeigte sich zumindest kurzzeitig, dass ein Vintage-Chisnall noch immer möglich ist, wenn alle Zahnräder ineinandergreifen.
Dave Chisnall trifft zum Auftakt auf Wessel Nijman.
Chisnall muss über die gesamte Partie hinweg eiskalt bleiben – zuletzt wäre genau das die letzte Eigenschaft gewesen, die man ihm zugeschrieben hätte. Nijman wird ihm kaum Verschnaufpausen gönnen: Der laut Betfred drittgrößte Titelfavorit steigert sich derzeit in praktisch allen Kennzahlen, reist mit acht Titeln im Gepäck an und bringt einen First-Nine-Average von 107,40 mit. Mit klinischen 44,42 Prozent auf dem äußeren Ring blickt Chisnall zudem direkt in den Lauf eines der derzeit komplettesten Spieler der Tour.
Für einen Sieg müsste er Nijman von Beginn an unter Druck setzen. Das erste Bull zu gewinnen ist dabei Pflicht; ein früher Leg-Gewinn und ein Break könnten Nijman theoretisch sogar auf einen 90er-Average drücken. Rein rechnerisch – und ohne dabei Nijmans 2026er Bühnen-Averages von bis zu 112,87 zu ignorieren – bleibt der Niederländer aber klarer Favorit. Ähnlich wie bei Joyce könnten für Chisnall bereits ein paar gewonnene Legs ein gutes Ergebnis darstellen. Die jüngsten Halbfinal-Auftritte deuten jedoch an, dass seine Form trotz aller Wurfprobleme durchaus zurückgekehrt sein könnte. Inkonstanz schließt Elite-Auftritte schließlich nicht grundsätzlich aus – doch vieles deutet auf einen überfälligen Lauf Nijmans beim diesjährigen Matchplay hin, mit Chisnall als seinem ersten Opfer.
Der £750-Qualifikant: Chisnall vs. Nijman
| Kennzahl | Chisnall Apr–Jul 26 | Nijman Apr–Jul 26 |
| Average | 90,39 | 97,88 |
| First Nine | 98,45 | 107,40 |
| First Three | 99,38 | 108,70 |
| Checkout % | 36,25% | 44,42% |
| Deciding Leg Average | 95,28 | 92,57 |
| First Dart T20 % | 35,69% | 36,08% |
| Funktionale Doppel % | 43,33% | 53,36% |
Ryan Searle – Heavy Metal als Geheimtipp
„Heavy Metal“ steht als letzter Name auf dieser Liste und könnte durchaus zu einem der Geheimfavoriten beim Matchplay avancieren. Nach einem Littler-Average von 108,92 im Vorjahr galt 2025 trotz einer soliden eigenen Leistung als abgehakt. In diesem Jahr reist Searle jedoch mit besserem Average und deutlich stärkeren Referenzen an. Nach dem WM-Halbfinale 2026 steht Ryan Searle als Nummer 12 der Weltrangliste da, Premier-League-Rufe wurden bereits laut, und PDCTV-Kommentator Matt Edgar nannte ihn wiederholt als möglichen Kandidaten. Ein starkes World Matchplay könnte diese Einschätzung nun untermauern.
Mit einem starken Average von 95,33, einer Siegquote von 64 Prozent im Jahr 2026 sowie 103,35 im First-Nine-Average bringt Searle ordentlich Schwung in sein Scoring mit. Elitär ist das zwar noch nicht, doch sein aktuelles Niveau verschafft ihm gute Chancen gegen O'Connor – und ließe sich gegen stärkere Gegner durchaus noch steigern. Das Jahr 2026 fällt insgesamt positiv aus: Searles gewohnter jährlicher Players-Championship-Sieg gelang bei PC 7 mit einem Turnier-Average von 100,13, hinzu kommt ein Niveau, das durchaus Ambitionen auf ein Halbfinale rechtfertigt.
Ryan Searle will die etablierte Ordnung stören.
Searles mentale Stabilität der vergangenen 18 Monate dürfte dabei der entscheidende Schlüssel sein. Drei Finalteilnahmen im Jahr 2026, ein WM-Halbfinale und eine Checkout-Quote von 41,48 Prozent in den letzten drei Monaten zeigen: Die früheren Schwachstellen in seinem Spiel sind weitgehend geschlossen.
Gegen Debütant William O'Connor dürfte Searle zuversichtlich sein, sein bisheriges Matchplay-Bestergebnis, das Viertelfinale von 2023, zu übertreffen. Trotz seines Debüts ist O'Connor jedoch kein Selbstläufer und könnte sich zum Match des Loses entwickeln. Mit einem Average von 93,68 und einem First-Nine-Wert von 102,74 im Gepäck nach Blackpool kann O'Connor an einem guten Tag durchaus mit Searle mithalten.
Nach 15 Jahren auf der Tour bietet sich O'Connor nun die Gelegenheit, sich jenseits der Top 40 zu etablieren und zu einem festen Bestandteil des Matchplay-Feldes zu werden. Ob ihn dieser Umstand psychologisch beflügelt oder eher hemmt, wird sich erst am Turniertag zeigen – aus jeder Perspektive betrachtet verspricht diese Paarung jedenfalls spannenden Dartsport.
Searles Matchplay-Historie: Allmähliche Steigerung
| Jahr | Runde | Gegner | Ergebnis | Average |
| 2021 | Letzte 32 | Michael Smith | 7:10 verloren | 92,00 |
| 2022 | Achtelfinale | Peter Wright | 6:11 verloren | 94,22 |
| 2023 | Viertelfinale | Jonny Clayton | 12:16 verloren | 96,26 |
| 2024 | Achtelfinale | Rob Cross | 6:11 verloren | 96,53 |
| 2025 | Letzte 32 | Luke Littler | 2:10 verloren | 98,63 |