Baltic Sea Darts Open in Kiel mit zweitniedrigster Zahl an 100+-Averages der Geschichte

PDC
Mittwoch, 03 Juni 2026 um 11:00
Luke Woodhouse
Die Baltic Sea Darts Open 2026 haben einen bemerkenswerten Platz in der Geschichte der European Tour eingenommen. Das Turnier in Kiel brachte nämlich lediglich vier Partien hervor, in denen ein Spieler einen Average von über 100 Punkten erzielte.
Damit zählt das Event zu einem äußerst exklusiven Kreis. Nur zweimal zuvor kam es vor, dass ein European-Tour-Turnier weniger als fünf 100+ Averages verzeichnete: bei der Gibraltar Darts Trophy 2017, wo nur drei 100+ Averages registriert wurden, und bei den German Darts Open 2023, die ebenfalls bei vier derartigen Leistungen stehenblieben.

Häufig hohe Averages

Dass sich ausgerechnet die Baltic Sea Darts Open nun in diese Reihe einfügen, ist bemerkenswert. Die European Tour ist seit Jahren dafür bekannt, dass Spieler regelmäßig hohe Averages produzieren und die Marke von 100 Punkten pro Aufnahme nahezu jedes Wochenende mehrfach durchbrechen.
In Kiel blieb das jedoch auf vier Leistungen beschränkt. Cameron Menzies war mit 108,41 für den höchsten Average des Turniers verantwortlich. Darüber hinaus überquerten auch Justin Hood, Niko Springer und Sebastian Bialecki die magische 100er-Grenze.
Die Statistik fügt sich zudem in einen breiteren Trend ein, der in dieser Saison auf der European Tour sichtbar ist. Während in den Vorjahren große Mengen an 100+ Averages eher die Regel als die Ausnahme waren, liegt diese Zahl 2026 deutlich niedriger.
Luke Woodhouse in Aktion
Luke Woodhouse gewann die Baltic Sea Darts Open 2026

Enger Terminplan als mögliche Ursache

Verschiedene Beobachter innerhalb der Dartswelt haben darauf inzwischen ihr Augenmerk gerichtet. Mögliche Erklärungen reichen von der Zusammensetzung der Teilnehmerfelder und einem engen Spielplan bis hin zur Abwesenheit einiger absoluter Topspieler bei bestimmten Veranstaltungen. Auch die zunehmende Konkurrenz könnte eine Rolle spielen, da Partien häufig länger ausgeglichen verlaufen und Spieler weniger Raum haben, ihr allerhöchstes Niveau abzurufen.
Auffälligerweise bedeutet die geringe Zahl an 100+ Averages nicht, dass das Niveau in Kiel unter dem Standard lag. Im Gegenteil, das Turnier bot mehrere spannende Partien, viele Maxima und eine große Zahl entscheidender Legs. Der Unterschied lag vor allem im Fehlen der außergewöhnlichen hohen Averages, die die European Tour in den vergangenen Jahren so sehr geprägt haben.
Sollte sich diese Entwicklung in den verbleibenden Turnieren der Saison fortsetzen, könnte 2026 als eines der bemerkenswertesten Jahre in die Geschichte der European Tour eingehen. Nicht wegen einer Fülle an Rekorden, sondern gerade aufgrund der auffälligen Knappheit an 100+ Averages.
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