Bittere Auftaktniederlage für Niko Springer – Ricardo Pietreczko und Gerwyn Price starten souverän in die Darts WM

PDC
Mittwoch, 17 Dezember 2025 um 14:17
niko springer
Die sechste Abendsession der Darts WM 2026 im Alexandra Palace hatte aus deutscher Sicht Höhen und Tiefen zu bieten. Während Ricardo Pietreczko seinen Auftakt gegen José de Sousa mit starker Nervenleistung meisterte, musste Niko Springer spät am Abend eine herbe und überraschende Erstrundenpleite hinnehmen. Dazwischen machten Danny Noppert und Gerwyn Price mit souveränen Auftritten Ernst und unterstrichen ihre Ambitionen auf den Titel.

Pietreczko zeigt Reife und Timing

Ricardo „Pikachu“ Pietreczko eröffnete den Abend mit einem wichtigen 3:1-Erfolg über den Portugiesen José de Sousa. Obwohl beide Spieler mit nahezu identischen Averages um die 90 agierten, erwies sich der Nürnberger in den entscheidenden Momenten als abgeklärter. Einmal mehr zeigte er, warum er in den kommenden Jahren zu den deutschen Hoffnungsträgern gehören wird.
Zu Beginn lief allerdings nicht alles rund. De Sousa startete mit einem frühen Break und setzte Pietreczko gleich unter Druck. Doch der Deutsche antwortete umgehend, kämpfte sich über starke Checkouts zurück und entschied den ersten Satz in fünf Legs für sich. Auch im zweiten Durchgang blieb es eng, doch Pietreczko zeigte beim Stand von 2:2 perfekte Nerven und machte den Satz mit einem brillanten 11-Darter zu.
Ricardo Pietreczko (3)
Pietreczko gelingt ein guter Start in die diesjährige Darts WM
Als der Portugiese im dritten Satz kurzzeitig verkürzte, drohte das Momentum zu kippen. Doch „Pikachu“ fing sich schnell, holte das wichtige Break im vierten Satz und machte mit einem präzisen 64er-Finish alles klar. 36,4 Prozent Doppelquote, vier 180er und das Gefühl für den richtigen Moment – Pietreczko startete reifer denn je in diese Weltmeisterschaft. In Runde zwei wartet nun entweder die „Queen of the Palace“ Fallon Sherrock oder der erfahrene Dave Chisnall.

Noppert eiskalt im niederländischen Duell

Im Anschluss kam es zum reinen Oranje-Duell: Danny Noppert gegen Jurjen van der Velde. Der Favorit aus Joure nahm einige Anlaufschwierigkeiten in Kauf, entschied das Match letztlich aber souverän mit 3:1 für sich.
Van der Velde begann furios, holte sich den Auftaktsatz fast, doch Noppert drehte spät auf. Besonders im letzten Satz unterstrich „The Freeze“, warum er zu den konstantesten Performern auf der Tour zählt: Mit einem Satz-Average von 110 Punkten dominierte er seinen jungen Landsmann nach Belieben. Insgesamt standen am Ende 96,6 Punkte im Schnitt sowie zwei High-Finishes über 135 und 120 Punkten zu Buche.
Bemerkenswert war dabei die mentale Stärke des Niederländers. Nach vergebenen Satzdarts im dritten Abschnitt blieb er ruhig und spielte die Partie eiskalt zu Ende. In dieser Form gehört Noppert zu den gefährlichen Außenseitern im Titelrennen – auch sein nächster Gegner, der Engländer Justin Hood, dürfte das spätestens jetzt wissen.

Price meldet sich eindrucksvoll zurück

Dann war es Zeit für den Auftritt des „Iceman“. Gerwyn Price, Weltmeister von 2021, betrat die Bühne mit typischer Präsenz und setzte beim 3:0-Sieg gegen Adam Gawlas ein deutliches Ausrufezeichen.
Mit einem 13-Darter startete der Waliser in die Partie und sicherte sich den ersten Satz glatt mit 3:0. Zwar nutzte er zwischenzeitlich einige Chancen auf Doppel nicht – Gawlas profitierte kurzzeitig von diesen Schwächen –, doch Price fing sich schnell. Spätestens das spektakuläre Shanghai-Finish (120 Punkte über T20, S20, D20) im zweiten Satz markierte die Entscheidung.
Auch das Match-Ende passte zur Show des „Iceman“: Price beendete das Duell abermals mit einem 120er-Checkout, diesmal auf kuriosem Weg über Doppel 10. Mit einem Average von 96 Punkten und neun erfolgreichen Checkouts zeigte er, dass er mit Rückenwind ins Turnier startet. In der zweiten Runde wartet jetzt Wesley Plaisier, der schon zum Auftakt den Deutschen Lukas Wenig aus dem Turnier genommen hatte.

Springer erlebt Albtraum-Abend zum Auftakt

Der Abschluss der Session verlief für Niko Springer bitter. Der Mainzer, der in diesem Jahr mit seinem Triumph bei der Hungarian Darts Trophy auf sich aufmerksam gemacht hatte, verlor überraschend deutlich mit 1:3 gegen den Australier Joe Comito.
Springer startete in Ordnung und kämpfte sich phasenweise gut in die Partie, doch ihm fehlte in den entscheidenden Momenten die Präzision auf den Doppeln. Während Comito in vier Sätzen über 40 Prozent seiner Doppel traf, verwertete Springer nur 7 seiner 21 Versuche – eine Quote, die auf der WM-Bühne selten zum Sieg reicht.
Spätestens nach Comitos 155er-Finish im dritten Satz kippte das Momentum endgültig. Springer konnte den Rückstand nicht mehr drehen, obwohl er zwischenzeitlich zum 1:1 in Sätzen ausgeglichen hatte. Seine Körpersprache zeigte, wie sehr ihn die verpassten Chancen frustrierten. Nach nur einer Partie ist damit der erste deutsche WM-Auftritt des Mainzers beendet – eine herbe Enttäuschung für ihn selbst und seine Fans.
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