„Darauf habe ich sehr lange gewartet“ – Andrew Gilding krönt bewegte Karriere mit erstem Pro-Tour-Titel

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 14 Mai 2026 um 8:30
Andrew Gilding (1)
Seit Jahren zählt Andrew Gilding zu den beliebtesten Spielern auf dem PDC-Circuit. Nicht wegen großer Gesten, spektakulärer Interviews oder auffälliger Walk-ons, sondern aufgrund seiner ruhigen Art, seines markanten Wurfrhythmus und seiner konstanten Präsenz am Board. Trotz vieler starker Leistungen fehlte in seiner Karriere bislang jedoch ein entscheidender Meilenstein: ein Titel auf der Pro Tour.
Genau das änderte sich nun bei Players Championship 16. Nach mehreren verlorenen Finals und langen Jahren des Wartens krönte sich der Engländer endlich zum Sieger eines Floor-Events. Entsprechend emotional fiel seine Reaktion nach dem Triumph aus. Für Gilding fühlte sich dieser Erfolg wie die verdiente Belohnung für Geduld, Ausdauer und das Vertrauen in den eigenen Weg an.

Endlich der verdiente Durchbruch

„Darauf habe ich sehr lange gewartet“, erklärte Gilding kurz nach seinem Sieg im PDC-Interview. Viele Worte brauchte der sonst eher zurückhaltende Engländer dabei nicht. Sein breites Lächeln verriet sofort, welche Bedeutung dieser Titel für ihn hatte.
Andrew Gilding feiert bei Players Championship 16 den ersten Pro-Tour-Titel seiner Karriere – für den Engländer endet damit eine jahrelange Wartezeit
Andrew Gilding feiert bei Players Championship 16 den ersten Pro-Tour-Titel seiner Karriere – für den Engländer endet damit eine jahrelange Wartezeit
Ein Blick auf seine Laufbahn zeigt die Geschichte eines Spielers, der vor allem in den vergangenen Jahren konstant auch höchstem Niveau agierte, in den entscheidenden Momenten jedoch häufig knapp scheiterte. Bereits 2014 stand Gilding in seinem ersten Pro-Tour-Finale. Damals unterlag er Gary Anderson in einer Partie der Extraklasse.
Noch heute erinnert sich der Engländer genau an dieses Match. „Ich weiß noch, dass Gary damals einen Average von 112 gespielt hat und ich selbst ungefähr bei 107 lag“, erzählte Gilding.
Auch in den folgenden Jahren erreichte Gilding immer wieder Endspiele, doch der große Triumph blieb ihm zunächst verwehrt. Umso größer war nun die Erleichterung. „Ich kann es nicht glauben“, sagte er nach seinem Erfolg.

Ein Turnier, in dem alles funktionierte

Während des gesamten Turniers überzeugte Gilding vor allem mit beeindruckender Konstanz und einer starken Doppelquote. Im Scoring agierte er solide, den entscheidenden Unterschied machte jedoch seine Effizienz auf die äußeren Felder.
Typisch Gilding blieb der Engländer trotz seines Erfolgs bemerkenswert bescheiden. „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr genau, was ich alles geworfen habe“, sagte er nach dem Turnier lachend.

Vom Überraschungssieger zur festen Größe

Der Titelgewinn ist der nächste Höhepunkt in einer Karriere, die bereits mit dem sensationellen Triumph bei den UK Open einen besonderen Moment erlebt hatte. Dieser Erfolg machte Gilding endgültig einem breiten Publikum bekannt.
Seitdem hat sich der Engländer dauerhaft in der Spitze der PDC etabliert. Auch wenn er nicht jede Woche die großen Schlagzeilen produziert, gilt er jederzeit als gefährlicher Gegner. Sein flüssiger Wurfstil, das ruhige Tempo und seine unbeirrbare Haltung machen ihn selbst für absolute Topspieler unangenehm zu bespielen.
Bemerkenswert ist dabei, dass Gilding nach eigener Aussage seit seinem großen Durchbruch kaum etwas verändert hat. „Im Grunde habe ich einfach immer weitergemacht“, erklärte er. „Ich habe es geschafft, mein Trainingspensum hochzuhalten.“
Selbst über seine körperliche Verfassung sprach er mit einem Augenzwinkern. „Ich dachte eigentlich, dass mir das Abnehmen geholfen hat, als ich die UK Open gewonnen habe“, scherzte er. „Aber inzwischen habe ich fast dreizehn Kilo wieder zugenommen.“

Geduld als Erfolgsrezept

Besonders deutlich wurde im Interview, welchen Stellenwert Geduld für Gilding besitzt. Mehrfach betonte er, wie wechselhaft Formkurven im Darts sein können. Entscheidend sei vor allem, in schwierigen Phasen ruhig zu bleiben.
„Deine Form fällt manchmal ab und steigt dann wieder“, erklärte er. „Du musst einfach geduldig bleiben.“
Was simpel klingt, ist im heutigen Profidarts alles andere als selbstverständlich. Die Leistungsdichte innerhalb der PDC ist enorm, die Unterschiede zwischen den Spielern werden immer kleiner. Schon kurze Schwächephasen können große Auswirkungen auf Ranglistenplätze, Qualifikationen und Preisgelder haben.
Gerade deshalb wirkt Gildings Erfolg umso beeindruckender. Trotz Rückschlägen und verlorener Finals verlor er nie den Glauben an seine eigenen Fähigkeiten. Dieses Vertrauen wurde nun endlich belohnt.

Wichtiger Schub für den weiteren Saisonverlauf

Der Triumph kommt zudem zu einem perfekten Zeitpunkt der Saison. Durch seine starken Resultate hat sich Gilding inzwischen nahezu für alle großen TV-Turniere qualifiziert.
„Ich hatte einen großartigen Start ins Jahr“, sagte er. „Ich bin jetzt eigentlich für fast alles qualifiziert. Das Wichtigste ist, dieses Niveau zu halten und in der Rangliste nicht wieder zurückzufallen.“
Gemeint sind unter anderem das World Matchplay sowie die European Championship – Veranstaltungen, die sportlich und finanziell enorme Bedeutung besitzen.
Darüber hinaus dürfte der erste Pro-Tour-Titel auch mental eine enorme Wirkung entfalten. Schließlich ist der Druck nun verschwunden. Die Frage, ob Andrew Gilding jemals ein Pro-Tour-Event gewinnen würde, stellt sich ab sofort nicht mehr.
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