Der angekündigte Wechsel der Übertragungsrechte im niederländischen Darts von Viaplay zu RTL sorgt für viele Reaktionen innerhalb der Dartswelt. Obwohl die Übernahme noch genehmigt werden muss und sich vorerst für die aktuellen Viaplay-Abonnenten nichts ändert, wird bereits eifrig über die Zukunft spekuliert. Ex-Profi und Analyst
Vincent van der Voort blickt jedenfalls mit einem positiven Gefühl auf die Entwicklungen.
Dabei gibt es große Parallelen zu Deutschland. Dort wechseln auch die Rechte, von Sport 1 werden die Rechte an ProSieben übertragen, einer deutlich größeren Medialen Plattform.
Van der Voort, der als Analyst für Viaplay tätig ist und zudem gemeinsam mit Damian Vlottes den beliebten Podcast
Darts Draait Door macht, sieht vor allem Chancen, sobald der Deal endgültig ist. „Es öffnet Türen und schafft Möglichkeiten für uns als Podcast, um mehrere Dinge zu machen“, sagt Van der Voort. „Das müssen wir hoffen. Es wäre schön.“
Zugleich betont der ehemalige Dartspieler, dass es noch zu früh ist, um konkrete Schlüsse zu ziehen. Die Übernahme ist schließlich noch nicht abgeschlossen, und die genaue Ausgestaltung der Sportsendungen auf Viaplay ist noch unbekannt. „Es ist noch so frisch, daher gibt es jetzt noch nicht so viel zu sagen. Videoland hat bisher noch keinen Sport, also wird das für sie auch alles neu sein. Vorerst ändert sich für das Viaplay-Team nichts.“
Mehr Sichtbarkeit für Darts
Wo Van der Voort insbesondere Chancen sieht, ist bei Promotion und Sichtbarkeit. Seiner Ansicht nach tut sich Darts abseits der Weltmeisterschaft noch immer schwer, ein breites Publikum zu erreichen. Viele Fans wissen genau, wann die WM beginnt, doch bei den zahlreichen Floor-Turnieren,
Euro Tours und TV-Turnieren während der Saison ist das aus seiner Sicht anders. „Ich hoffe, dass Darts, weil es bei DPG Media liegt, sichtbarer und besser auffindbar wird. Dadurch schauen wieder mehr Leute, und das erhöht die Popularität des Darts.“
Laut Van der Voort verfügt DPG Media in Kombination mit RTL über eine deutlich größere Medienplattform, als derzeit genutzt wird. Über Fernsehen, Nachrichtenwebseiten, Radio und online kann wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf anstehende Turniere gelenkt werden. „Es muss für die Menschen leicht zugänglich sein, damit sie wissen, wo und wann es ist. Mit DPG und RTL hat man mehr Möglichkeiten, Werbung dafür zu machen, dass ein Turnier läuft.“
Mehr als nur die WM
Gerade die kleineren und weniger bekannten Veranstaltungen können Van der Voort zufolge von zusätzlicher Promotion profitieren. Die Darts-WM ist jedes Jahr ein Quotengarant, doch der Rest des Kalenders erhält seiner Meinung nach oft nicht die verdiente Aufmerksamkeit. „Bei der Darts-WM wissen es alle, aber all die anderen Turniere … Man vergisst es schnell, wenn es nicht sichtbar ist. Es gibt so viele Möglichkeiten.“
Diese größere Sichtbarkeit wäre nicht nur gut für die TV-Quoten, sondern auch für die Sportart insgesamt. Mehr Aufmerksamkeit bedeutet mehr Fans, mehr Interesse von Sponsoren und letztlich ein weiteres Wachstum des Darts in den Niederlanden.
Vincent van der Voort war selbst jahrelang auf der PDC Pro Tour aktiv
Vorerst ändert sich nichts
Trotz seines Optimismus betont Van der Voort, dass niederländische Dartsfans sich vorerst noch gedulden müssen. Solange die Übernahme nicht offiziell genehmigt ist, laufen die Übertragungen weiterhin über Viaplay und es ändert sich nichts für die aktuellen Abonnenten.
Erst wenn der Deal endgültig abgeschlossen ist, wird klar, wie RTL und Videoland die Dartsübertragungen gestalten. Dann wird sich auch zeigen, welche Rolle die aktuellen Moderatoren, Kommentatoren und Analysten weiterhin spielen.
Für Van der Voort überwiegt jedenfalls die Neugier. Er sieht vor allem Chancen für den Sport und für die Menschen, die täglich daran arbeiten, Darts ins Rampenlicht zu rücken. Sollte der Wechsel tatsächlich kommen, hofft er, dass die Sportart endlich die Sichtbarkeit erhält, die seiner Ansicht nach seit Jahren möglich ist.