„Das ist eine Rivalität, die noch sehr lange dauern wird“ – Luke Littler sieht in Gian van Veen seinen Gegner der Zukunft

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 07 Januar 2026 um 10:30
Luke Littler (1)
Luke Littler hat seinen Namen endgültig in die Geschichtsbücher des Darts eingraviert. Der erst 18-jährige Engländer krönte sich im Alexandra Palace zum zweiten Mal in Folge zum Weltmeister und stieß damit in einen äußerst exklusiven Kreis vor. Mit einem souveränen 7:1-Finalsieg gegen Gian van Veen sicherte sich Littler erneut die ikonische Sid Waddell Trophy und wurde erst der vierte Spieler überhaupt, der seinen PDC-Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen konnte.
Nach Phil Taylor, Adrian Lewis und Gary Anderson darf sich nun auch Luke Littler „Back-to-back-Weltmeister“ nennen. Doch damit nicht genug: Der Superstar schrieb noch mehr Geschichte. Durch die jüngste Erhöhung der Preisgelder nahm Littler als erster Spieler überhaupt ein Preisgeld von einer Million Pfund für den Gewinn der Darts WM entgegen.

„Träume sind erneut wahr geworden“

Nach dem Finale strahlte Littler über das ganze Gesicht. „Es fühlt sich einfach großartig an. Meine Träume sind hier im ,Ally Pally‘ erneut wahr geworden“, sagte der Weltmeister in einem Interview mit der PDC. „Es ist etwas ganz Besonderes, mich zu den großen Namen zu zählen, die zweimal in Folge Weltmeister geworden sind. Das ist unglaublich.“
Luke Littler küsst die Sid Waddell Trophy – mit 18 Jahren schreibt der Engländer als Doppel-Weltmeister erneut Darts-Geschichte
Luke Littler küsst die Sid Waddell Trophy – mit 18 Jahren schreibt der Engländer als Doppel-Weltmeister erneut Darts-Geschichte
Der Weg zum Titel gestaltete sich alles andere als einfach. Die Weltmeisterschaft wurde in diesem Jahr in einem längeren Format ausgetragen, was sowohl körperlich als auch mental enorme Anforderungen stellte. Dennoch präsentierte sich Littler nahezu unantastbar. In sieben Spielen gab er lediglich vier Sätze ab – eine Leistung, die in der Geschichte der PDC-WM nur Phil Taylor übertroffen hat.
„Wir haben hier enorm hart dafür gearbeitet“, betonte Littler. „In so einem langen Turnier spürst du das wirklich. Es war hart, aber am Ende haben wir uns wieder durchgesetzt.“

Erster Gewinner des Million-Schecks

Neben dem sportlichen Ruhm durfte sich Littler auch finanziell über einen historischen Erfolg freuen. Als erster Spieler überhaupt erhielt er einen Scheck über eine Million Pfund. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, gab er zu. „Ich kann mir jetzt ein paar Dinge gönnen, aber ehrlich gesagt weiß ich noch nicht genau, was.“
Seine Konstanz auf der größten Bühne der Dartswelt ist beeindruckend. Im Alexandra Palace hat Littler bislang nur eines seiner zwanzig Matches verloren – eine Statistik, die seinen Status als ausgewiesenen Turnier-Spezialisten unterstreicht.
Auch das Finale selbst schrieb Geschichte. Mit einem 18-jährigen und einem 23-jährigen Finalisten war es das jüngste WM-Endspiel in der PDC-Historie. Das Duell stand sinnbildlich für den Aufbruch einer neuen Generation im Dartsport.
Gian van Veen erlebt seinerseits einen rasanten Durchbruch. Der Niederländer ist amtierender Europameister, die neue Nummer drei der Welt und aktuell die niederländische Nummer eins. Für Littler steht daher fest, dass hier eine langfristige Rivalität entsteht.
„Das ist absolut eine Rivalität, die noch sehr lange andauern wird“, erklärte Littler. „Seit 2025 haben wir beide jeweils drei Spiele gegeneinander gewonnen. In der Premier League Darts werden Gian und ich uns Woche für Woche begegnen. Wir treiben uns gegenseitig zu Höchstleistungen.“
Gleichzeitig verliert Littler die etablierte Weltspitze nicht aus dem Blick. „Natürlich gibt es immer noch Luke Humphries und Michael van Gerwen. Sie gehören weiterhin dazu“, stellte er klar. „Aber es ist schön zu sehen, dass so viele junge Spieler nachrücken.“

Vergleiche mit Phil Taylor

Die Parallelen zur Darts-Legende Phil Taylor werden immer auffälliger. Wie Littler verlor auch Taylor zunächst sein erstes WM-Finale, ehe er anschließend zweimal in Folge Weltmeister wurde. Danach folgten sogar sechs weitere Titel in Serie. Littler selbst bleibt jedoch bewusst zurückhaltend.
„Man kann sich immer verbessern“, sagte er nüchtern. „Neulich habe ich mir Statistiken meiner ersten drei WMs angeschaut. Nächstes Jahr wird wieder ein volles Jahr.“
„Ich sehe diese Statistiken in den sozialen Medien“, ergänzte er. „Ich suche nicht aktiv danach, aber wenn Leute sie posten, sieht man sie eben doch. Was noch gebrochen werden kann, überlasse ich anderen.“
Sein Fokus ist klar definiert: weiter liefern und seine Position an der Spitze der Weltrangliste festigen. „Phil stand tausende Tage an der Spitze der Weltrangliste. Ich will da einfach so lange wie möglich bleiben“, erklärte der junge Engländer.

Noch drei Titel fehlen

Trotz seines beeindruckenden Palmarès fehlen Littler weiterhin drei große Titel: das World Masters, der World Cup of Darts und die European Championship. Der Hunger nach Erfolg ist entsprechend ungebrochen. „Das ist immer das, was ich machen wollte“, sagte Littler entschlossen. „Ich werde nur noch besser werden und weiter hart trainieren. Hoffentlich kommen 2026 weitere Titel dazu.“
Mit Blick auf den World Cup of Darts bleibt er realistisch. „Das ist ein Titel, den ich sehr gerne gewinnen möchte, aber Luke Humphries will ihn genauso. Dafür kämpft man gemeinsam.“
Zum Abschluss formulierte Littler eine Botschaft, die seine Mentalität auf den Punkt bringt: „Als Spieler stehst du am Ende allein auf der Bühne und musst es selbst erledigen. Wir werden sehen, was dieses Jahr alles bringt.“
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