In der jüngsten Ausgabe des
Podcasts Darts Draait Door nahmen
Vincent van der Voort und Damian Vlottes die derzeit höchstplatzierten niederländischen Dartspieler ausführlich unter die Lupe:
Michael van Gerwen und
Gian van Veen. Im Fokus stand dabei der Blick auf das erste große Majorturnier des Jahres 2026, das
Winmau World Masters, auf das sich beide derzeit vorbereiten.
Vor allem van Gerwen stand dabei im Mittelpunkt der Analyse. Nach zwei sportlich schwierigen Jahren sendete der Niederländer aus Sicht von van der Voort früh im Jahr 2026 ein klares Signal. Mit dem
Turniersieg beim Bahrain Darts Masters und dem Finaleinzug in Saudi-Arabien meldete sich „MVG“ auf der World Series eindrucksvoll zurück und zeigte, dass wieder mit ihm zu rechnen ist.
Van Gerwen wieder im Aufwind
Van der Voort sieht in diesen Ergebnissen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Nach seiner Einschätzung ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem van Gerwen die Trendwende einleiten kann. Dennoch erkennt der ehemalige Profi weiterhin einen Schwachpunkt: die Doppelquote. „Das ist etwas, womit er im Moment noch zu kämpfen hat. Er ist auf seine Doppel nicht mehr so verlässlich wie früher“, erklärt der Ex-Profi.
Trotzdem fällt sein Gesamtfazit positiv aus. „Ich finde schon, dass er über diese beiden Turniere hinweg einen guten Eindruck hinterlassen hat. Er geht gut in den Aufbau für den Rest der Saison. Er hat viele Topspieler geschlagen, und dann ist er noch lange nicht da, wo er sein muss. Aber man sieht, dass er, wenn er okay ist, besser ist als fast alle. Ich bin wirklich überzeugt, dass van Gerwen mit Luke Littler mithalten und ihn schlagen kann. Er ist mental so stark, dass er das auf jeden Fall kann.“
Gleichzeitig betont van der Voort, dass van Gerwen seine Mentalität weiter schärfen muss. „Er muss komplett fürs Darts leben. Dazu gehört auch, dass er genau weiß, was seine Gegner machen. Es sieht so aus, als würde er das jetzt auch tun. Die harte Arbeit muss zuhause passieren. Bei den Turnieren hat er immer sein Bestes gegeben, solange er dabei war. Jetzt muss es jedoch zuhause passieren.“
Darin sieht van der Voort zugleich eine potenzielle Gefahr. „In den Wintermonaten ist das immer leichter durchzuhalten als im Sommer, wenn es mehr Versuchungen gibt. Wir werden sehen, wie lange er das durchhält. Aber fürs Erste läuft es gut. Hoffen wir, dass es so bleibt.“
Große Veränderungen für van Veen
Für
Gian van Veen hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert. Nach seiner herausragenden Weltmeisterschaft, die er mit der Finalniederlage gegen Littler abschloss, muss er sich nun an seine neue Rolle als Nummer drei der Welt gewöhnen. Bei den World-Series-Turnieren in Bahrain und Saudi-Arabien gelang ihm dieser Übergang bereits gut, doch mit dem World Masters steht nun die erste echte Bewährungsprobe als Titelanwärter an.
Zum Auftakt trifft van Veen auf den Engländer Ryan Joyce. Auf dem Papier spricht vieles für van Veen, dennoch warnt van der Voort vor dem Gegner. „Joyce bleibt ein zäher Gegner, vor allem in so einem kurzen Format. Man nennt ihn nie als Mitfavoriten und unterschätzt ihn eigentlich immer. Sein Wurfstil ist nicht schön, seine Darts stehen nicht schön im Board, und es ist alles wirklich nicht flüssig. Aber er ist ein sehr guter Spieler.“
Entscheidend wird aus Sicht von van der Voort sein, wie van Veen mit dem neuen Erwartungsdruck umgeht. „Er startet jetzt in einen ganz neuen Abschnitt. Sein Status hat sich im Vergleich zu vor einem Jahr komplett verändert. Er ist jetzt die Nummer drei der Welt, und das bedeutet eigentlich, dass er mindestens das Halbfinale erreichen muss. Das ist nicht einfach. In Bahrain und Saudi-Arabien ist er mit seinem neuen Status sehr gut umgegangen. Aber das hier ist ein Rankingturnier, jetzt geht es wirklich los. Wir werden sehen, wie er drauf ist.“
Sollte van Veen die erste Runde überstehen, könnte in Runde zwei ein Duell mit Nathan Aspinall warten. Für van der Voort spielt der Name dabei nur eine untergeordnete Rolle. „Es gibt keine Selbstläufer. Heutzutage ist es nicht wichtig, wie die Figur heißt, sondern wie sie spielt.“ Das gelte auch für „The Asp“. „Er ist bodenständig genug und ruhig genug. Ich denke nicht, dass sich viel für ihn ändert. Es bleibt abzuwarten, wie sich das für ihn entwickelt“, so sein abschließendes Urteil.