„Die Sperre ist einfach viel zu kurz“ – Mark Webster kritisiert die Dopingsperre gegen Dom Taylor deutlich
PDC
Mark Webster ist ein ehemaliger Profidartspieler, der heute als Kommentator und Experte arbeitet. In einem offenen Gespräch sprach der Waliser über das erweiterte WM-Format, die Dominanz von Luke Littler, Überraschungen wie Ryan Searle und Gian van Veen, mentalen Druck im Spitzensport und die Zukunft etablierter Namen, die unter Druck stehen. Eine Erkenntnis zog sich durch alles: Der Dartsport auf Weltniveau ist härter, schneller und kompromissloser denn je.
WM-Erweiterung: Risiko, das sich auszahlte
Die Erweiterung der Darts WM auf 128 Spieler war im Vorfeld umstritten, doch laut Webster hat sich das Format bewährt. „Es gab die Befürchtung, dass das Niveau verwässert, aber das ist absolut nicht passiert“, stellt er klar. Im Gegenteil: Gerade in den frühen Runden entstanden neue Geschichten. Siege unter anderem von David Munyua und Nitin Kumar unterstrichen den internationalen Charakter des Turniers.
Laut Webster war die WM insgesamt ein Erfolg und ein Schritt nach vorn für den Sport. „Wir haben viele gesetzte Spieler früh rausfliegen sehen, und das hält das Turnier lebendig.“
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Luke Littler: jetzt schon bei den Großen
Die absolute Hauptrolle lag erneut bei Luke Littler, der seinen WM-Titel verteidigte und sich damit in den exklusiven Kreis der Mehrfach-Weltmeister einreihte. „Er musste kaum ins Schwitzen kommen“, sagt Webster, relativiert das aber sofort. „Das liegt daran, dass er so unfassbar gut spielt.“
Als Nummer eins der Welt hatte Littler eine relativ günstige Auslosung, aber er musste durchaus durch knifflige Partien, etwa gegen Darius Labanauskas und Rob Cross. „Aber er hat diese WM dominiert. Im Moment ist er der Mann, den es zu schlagen gilt.“
Die Frage, ob Littler bereits zu den Größten aller Zeiten zählt, beantwortet Webster ohne Zögern mit Ja. „Was er in so kurzer Zeit erreicht hat, ist unglaublich. Und sein Hunger ist ungebrochen. Ich liebe es, wie schlecht er verlieren kann – das gehört zu echten Champions.“
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Wiedererstarkter Anderson, Durchbruch für Searle und hungriger Van Veen
Eine der positiven Überraschungen der WM war Gary Anderson, der phasenweise wieder das Niveau seiner Glanzjahre erreichte. Webster war nicht überrascht. „Er ist immer noch hungrig und findet neue Wege, sich zu motivieren.“ Der Schotte scheint seinen Fokus auf Ranglistenturniere verlagert zu haben, was sich mit einem Halbfinaleinzug auszahlte.
Auch Ryan Searle beeindruckte. Mit seiner besten WM überhaupt verdiente er nicht nur sein höchstes Preisgeld, sondern drang auch in die Top Ten der Welt vor. „Das muss lebensverändernd für ihn sein“, sagt Webster. „Jetzt beginnt die echte Herausforderung: dieses Niveau halten.“ Seiner Ansicht nach hat Searle alles, um dauerhaft um Titel mitzuspielen.
Vielleicht der meistdiskutierte Name der vergangenen zwölf Monate ist Gian van Veen. Der Niederländer erlebte eine Blitzkarriere und krönte sich zum Major-Sieger. „Ich kenne ihn schon aus seinen Anfängen“, erzählt Webster. „Selbst er wird finden, dass das schneller geht als erwartet.“
Van Veen qualifizierte sich für die Premier League Darts, die World Series of Darts und den World Cup of Darts. „Das ist alles neu für ihn, und das spielt ihm in die Karten. Er ist frisch, hungrig und will einfach nur spielen.“ Webster erwartet, dass Van Veen auch dieses Jahr mehrere Titel holt.
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Druck, mentale Gesundheit und Grenzen
Die WM hatte auch unschöne Momente, in denen die Emotionen hochkochten. Laut Webster gehört Druck nun einmal zu einer individuellen Spitzensportart. „Das war früher auch so, aber die Preisgelder sind größer und die Scheinwerfer heller.“
Er betont, dass ausreichend Hilfe für Spieler verfügbar ist, die mental zu kämpfen haben. „Das Wohl der Spieler steht an erster Stelle. Niemand will sehen, dass jemand daran zerbricht.“ Gleichzeitig erkennt er an, wie schwer der Umgang mit Niederlagen sein kann. „Ich war selbst auch kein guter Verlierer.“
Zur sechsmonatigen Sperre für Dom Taylor nach einem zweiten Dopingverstoß bezieht Webster klar Stellung: „Viel zu kurz.“ Er weist darauf hin, dass der Fall außerhalb der PDC geregelt wurde, betont aber, dass Taylor vor allem Hilfe braucht. „Zwei positive Tests in kurzer Zeit deuten auf ein tieferliegendes Problem hin.“
Laut Webster sollte Taylor erst zurückkehren, wenn er wirklich bereit ist. „Nicht, weil es der Kalender sagt, sondern weil er mental und körperlich wieder stabil ist.“
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Rangliste unter Druck durch WM-Preisgeld
Das explosive Wachstum des Preisgelds bei der WM hat großen Einfluss auf die Weltrangliste. „Ein guter Run kann deine Karriere komplett verändern“, stellt Webster fest, der Ryan Searle als Beispiel nennt. Obwohl das die Rangliste verzerrt, sieht er auch Vorteile. „Für Spieler mit Job neben dem Darts kann das genau der Anstoß sein, voll auf den Sport zu setzen.“
Premier League: die richtigen Entscheidungen?
Die Zusammensetzung der Premier League Darts sorgte für Diskussionen. Webster fühlte vor allem mit Danny Noppert, der außen vor blieb. „Das fühlte sich wie sein Moment an.“ Gleichzeitig freute er sich über die Rückkehr von Jonny Clayton, der seiner Meinung nach in diesem Format aufblüht.
Über Stephen Bunting ist er kritisch, aber hoffnungsvoll. „Letztes Jahr hat er enttäuscht, aber er hat daraus gelernt. Ich erwarte diese Saison mehr Gegenwehr von ihm.“
Webster freut sich auch auf seine Rolle in den erneuerten ITV-Dartsübertragungen. „Veränderung ruft immer Kritik hervor, aber es wirkt frisch.“ Für 2026 erwartet er weitere Dominanz von Littler, ein Comeback von Michael van Gerwen und Luke Humphries sowie Durchbrüche junger Spieler wie Charlie Manby.
Zum Schluss verweist er auf das Tabellenende der Rangliste, wo große Namen wie Peter Wright, Dimitri Van den Bergh, Dave Chisnall, Rob Cross und Raymond van Barneveld um ihre Zukunft kämpfen. „Das ist ein entscheidendes Jahr. Der Sport wartet auf niemanden.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026













