„Diese Niederlage schmerzt, aber ich bin stolz auf unsere Leistung“ – De Decker zieht trotz World-Cup-Aus gegen Nordirland ein positives Fazit

PDC
Montag, 15 Juni 2026 um 9:30
Belgium (3)
Die Enttäuschung war am Samstagabend groß im Team Belgien nach dem knappen Ausscheiden beim World Cup of Darts. Lange Zeit schienen Mike De Decker und Dimitri Van den Bergh auf dem Weg zu einer starken Überraschung gegen Titelverteidiger Nordirland, doch am Ende glitt ihnen der Sieg dennoch aus den Händen. Vor allem Van den Bergh hatte sichtbar Mühe mit der Niederlage, während De Decker im Anschluss versuchte, die positiven Aspekte hervorzuheben.
Das war nicht einfach, denn die Belgier hatten die Partie lange fest im Griff. Mit Führungen von 4:1 und 5:2 stand der Weg ins Viertelfinale weit offen. Dennoch ließen De Decker und Van den Bergh ihre Gegner zurück in die Partie kommen, woraufhin die Nordiren in der Schlussphase zuschlugen.
„Schade das“, reagierte De Decker nach dem Spiel. „Aber ich habe dennoch ein gutes Gefühl. Wenn du auf mein letztes anderthalb Jahr schaust, finde ich, dass ich diesen World Cup of Darts ziemlich gut gespielt habe. Vor allem in den wichtigen Momenten war ich da.“
Die belgische Nummer eins verwies dabei auf einige entscheidende Finishes, die er im Achtelfinale produzierte. „Ich checke 80 zu einem wichtigen Zeitpunkt, genauso 62 und 77. In den Momenten, in denen es musste, war ich da. Nur das letzte Leg bleibt hängen. Da werfe ich 57 und 60 oder so. Das ist schmerzhaft, vor allem im eigenem Anwurf. In so einem Match kannst du das nicht mehr geradebiegen.“

Pause brach den belgischen Rhythmus

Laut De Decker spielte auch die Unterbrechung zur Halbzeit eine Rolle beim Wendepunkt der Partie. Belgien schien voll unter Kontrolle, doch nach der Pause kippte das Momentum langsam zugunsten Nordirlands.
„Die Pause hat unseren Flow ein wenig gebrochen“, stellte er fest. „Ich kam mit exakt demselben Gefühl zurück auf die Bühne wie davor. Nur haben die Nordiren besser geworfen. Dimitri bekam danach noch Chancen zum 6:3 und später zum 7:5. Wenn die reingehen, gewinnst du das Match wahrscheinlich. Das passiert nun mal. Schade, denn trotz der schweren Auslosung hätten wir hier gewinnen können.“
Das macht die Niederlage umso bitterer für die Belgier, die ein äußerst wechselhaftes Turnier hinter sich haben. Nach einem enttäuschenden Start schien das Aus in der Gruppenphase nahe, doch dank einer Kombination aus eigener Erholung und günstigen Resultaten anderswo schaffte Belgien dennoch den Sprung in die K.o.-Phase.

Von Zweifel zu Vertrauen

Die Qualifikation führte früher in der Woche noch zu großer Erleichterung im belgischen Lager. Das machte das Aus gegen den Titelverteidiger zusätzlich emotional, auch wenn bei De Decker letztlich doch ein Gefühl des Fortschritts überwiegt.
„Ich habe selbst nicht mehr wirklich daran geglaubt, wenn ich ehrlich bin“, gab er zu. „Ich bin schon eine Weile in einer Situation, in der alles, was gegen dich laufen kann, auch gegen dich zu laufen scheint. Deshalb hatte ich nicht erwartet, dass wir hier noch stehen würden. Aber als wir einmal so weit waren, wollte ich natürlich gewinnen.“
Für De Decker war das Turnier zudem ein wichtiger Test seines aktuellen Niveaus. In den vergangenen anderthalb Jahren hatte er wechselhafte Ergebnisse, doch in Frankfurt sah er erneut die Bestätigung, dass sein Spiel in die richtige Richtung geht.
„Insgesamt war es bei mir stimmig und darauf bauen wir weiter auf. Ich fühle mich viel wohler, als ich mich in den vergangenen achtzehn Monaten je gefühlt habe. Das hier war sogar mein schwächstes Match der drei, die ich hier gespielt habe, aber ich habe eigentlich kein schlechtes Spiel abgeliefert. Das ist für mich das Wichtigste.“
Mike De Decker in Aktion beim World Cup of Darts
Belgien scheiterte im Achtelfinale nach einer 7:8-Niederlage gegen Nordirland

Blick auf die Pro Tour

Der belgische Dartspieler muss sich zudem nicht lange mit der Enttäuschung aufhalten. In der kommenden Woche stehen bereits zwei Players Championship-Turniere auf dem Programm, bei denen wichtiges Preisgeld zu holen ist.
„Die kann ich direkt mit Vertrauen angehen, um Pfund zu holen“, sagte De Decker. „Dieses Turnier war ein guter Gradmesser dafür, wo ich stehe. Natürlich tut diese Niederlage weh, aber ich bin vor allem froh, dass ich wieder zeigen konnte, was ich kann. Daraus ziehe ich viel Vertrauen.“
Trotz der verpassten Chance auf einen Platz unter den letzten Vier sieht De Decker also vor allem Perspektive. Für Belgien endete der World Cup mit einem Tiefschlag, doch für den Belgier selbst könnte das Turnier durchaus der Startschuss für einen starken weiteren Saisonverlauf sein.
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