Gary Anderson hat nach einem Vorfall beim letztjährigen World Matchplay eine Geldstrafe von 3.000 Pfund erhalten. Die schottische Darts-Legende wurde wegen „aggressiven und verletzenden Verhaltens“ gegenüber einem Journalisten bestraft.
Vincent van der Voort war Zeuge des Vorfalls und hat sich inzwischen zur verhängten Strafe geäußert.
Anfang dieser Woche veröffentlichte die Darts Regulation Authority (DRA)
eine Liste der Spieler, die in jüngerer Zeit mit Geldstrafen belegt wurden. Darauf stand auch der Name Gary Anderson. Von der Gesamtsumme von 3.000 Pfund sind 1.000 Pfund zur Bewährung ausgesetzt.
Damit erhält Anderson nicht nur eine finanzielle Sanktion, sondern es wird ihm auch klargemacht, dass sein Verhalten beim prestigeträchtigen Turnier nicht ohne Folgen bleibt. Der 55-jährige Schotte ist üblicherweise vor allem für seine Leistungen am Oche bekannt, stand beim World Matchplay jedoch aus anderem Grund im Rampenlicht.
Van der Voort sah damals mit eigenen Augen, was geschah, und findet, dass Anderson eine Grenze überschritten hat. Zugleich hat der Niederländer eine bemerkenswerte Vorgeschichte mit dem Journalisten, der in den Vorfall verwickelt war. Van der Voort kennt ihn nämlich schon länger und hatte selbst einmal eine heftige Auseinandersetzung mit ihm.
Journalist am Hals gepackt
Diese Situation eskalierte damals sogar so weit, dass Van der Voort handgreiflich wurde. „Diesen Journalisten habe ich einmal am Hals gepackt. Aber im Nachhinein betrachtet hatte er recht“, erzählt der Niederländer im Podcast
‚Darts Draait Door‘. Damit blickt Van der Voort mit der nötigen Selbstreflexion auf den bemerkenswerten Vorfall aus der Vergangenheit zurück.
Die Aussage von Van der Voort wirft zugleich ein besonderes Licht auf die Situation rund um Anderson. Er weiß als ehemaliger Profi selbst, wie hoch die Emotionen in der Darts-Welt kochen können. Gerade bei großen Turnieren ist der Druck auf die Spieler hoch, während sie permanent von Medien, Fans und anderen Beteiligten begleitet werden.
Dennoch findet Van der Voort, dass diese Umstände keine Entschuldigung dafür sind, bestimmte Grenzen zu überschreiten. Dass Anderson nun eine Geldstrafe erhalten hat, ist aus Sicht des Niederländers daher nachvollziehbar. Die Disziplinarmaßnahme soll deutlich machen, dass Spieler für ihr Verhalten verantwortlich bleiben, auch wenn die Emotionen überkochen.
Gary Anderson wurde für seine Auseinandersetzung mit einem Journalisten bestraft
Für Anderson ist die Angelegenheit damit vorerst mit einem deutlichen finanziellen Dämpfer abgeschlossen. Der Schotte wird sich zweifellos lieber wieder auf seine Leistungen konzentrieren, weiß aber, dass sein Verhalten beim World Matchplay weiterhin Konsequenzen hat.
Van der Voort sorgt derweil mit seinem bemerkenswerten Eingeständnis für eine zusätzliche Dimension in der Causa. Seine eigene Erfahrung mit demselben Journalisten zeigt, dass Konfrontationen in der Darts-Szene bisweilen weit gehen können.